Josefa Fritsche-Koch
Schweizer Ferggerin und Stickereiunternehmerin
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Josefa Fritsche-Koch (* 9. November 1860 in Gonten; † 23. Mai 1949 in Gontenbad) war eine Schweizer Ferggerin und Stickereiunternehmerin mit europaweiten Geschäftsstellen. Fritsche-Koch, auch «Huebere Josefe» oder «Hueberi» genannt, war eine der bekanntesten Zwischenhändlerinnen, die zwischen St. Galler und Herisauer Fabrikanten und den Innerrhoder Heimstickerinnen Aufträge vermittelten, Waren transportierten und die Qualität sowie termingerechte Ablieferung der Stickereiprodukte sicherstellten.

Leben
Josefa Koch war die Tochter des Landwirts, Ratsherrn und Bezirksrichters Johann Baptist Koch (1833–1907) und der Stickerin, Ferggerin und Stickereiverkäuferin Maria Josefa, geborene Huber.[1] Sie wuchs auf dem Hof Loos in Gonten auf, einem der grössten Bauernbetriebe in Appenzell Innerrhoden. Ihr jüngerer Bruder Johann Baptist Koch (1876–1925) übernahm später den elterlichen Hof und war sowohl im Holzhandel wie auch im internationalen Stickereihandel erfolgreich tätig.[2][3]
Schon in jungen Jahren arbeitete Koch als Verkäuferin in einem Stickereigeschäft in Wiesbaden. 1881 heiratete sie den Bauern und späteren Innerrhoder Landessäckelmeister Josef Anton Fritsche und zog auf seinen Hof am Hirschberg bei Appenzell. Das Paar hatte elf Kinder, von denen drei im Säuglingsalter verstarben.
Ab 1902 eröffnete Fritsche-Koch unter dem Namen ihres Mannes Broderiegeschäfte in Ferien- und Kurorten wie Davos, Interlaken[4], Vevey, Montreux, Karlsbad[5] und Ostende. In diesen Geschäftsstellen setzte sie vorzugsweise ihre Kinder ein, während sie weiterhin auf dem Hof bei Appenzell wohnte und als Ferggerin tätig war. Die geschäftstüchtige Fritsche-Koch reiste viel und behielt die unternehmerische Kontrolle durch regen Briefwechsel.
Nach dem Tod ihres Mannes 1914 übergab sie den Hof ihrem Sohn Josef Anton Fritsche und liess für sich ein neues Wohnhaus in Gontenbad bauen. Von da aus führte sie ihre Geschäfte bis ins hohe Alter weiter.
Die erfolgreiche Unternehmerin engagierte sich auch für ihre Mitmenschen, indem sie beispielsweise als geistliche Mutter junge Priester an deren Primizaltar begleitete und Studenten finanziell unterstützte.[1]
Weblinks
- Rebekka Dörig: Josefa Fritsche-Koch. In: hommage2021.ch
- Patrik Kobler, Roger Fuchs: Diese Frauen hinterliessen Spuren. In: Grenchner Tagblatt. 27. April 2016
- Agathe Nisple: Josefa Fritsche-Koch: Beispiel einer Unternehmerin. In: Renate Bräuniger (Hrsg.): FrauenLeben Appenzell. Beiträge zur Geschichte der Frauen im Appenzellerland. Herisau 1999, abgerufen auf appenzelldigital.ch