Joseph Egg
Büchsenmacher, Erfinder
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Joseph Egg (* 1775 in Solothurn; † 1837 in London) stammt aus einer europaweit bekannten Büchsenmacherfamilie aus Oberbuchsiten im Kanton Solothurn. Er war der Neffe des Londoner Büchsenmachers Urs (alias Durs) Egg. Joseph zählte zu den besten Büchsenmachern in England und gilt als der (oder einer der) Erfinder des Zündelements für die nach den Napoleonischen Kriegen neu auftauchenden Perkussionsgewehre.[1]
Seine Werkstatt befand sich in Piccadilly, County of Middlesex, welches heute mitten in Greater London liegt.
Leben und Wirken
Joseph Egg wurde 1775 in Solothurn geboren. Sein Vater war der Büchsenmacher Hans Jakob Egg.
Wie mehrere Angehörige seiner Familie wanderte Egg nach London aus, wo Schweizer Waffenschmiede in dieser Zeit hohes Ansehen genossen. Dort etablierte er sich als Büchsenmacher und erwarb sich einen ausgezeichneten Ruf für Präzision und Innovationskraft.
Jean Joseph Egg spezialisierte sich auf die Weiterentwicklung von Handfeuerwaffen. Sein bedeutendster Beitrag war die Verbesserung des Kupferzündhütchens, das die bis dahin üblichen Steinschlossgewehre ablöste und die Grundlage für die moderne Perkussionszündung legte.
Die Einführung des mit Explosionspulver gefüllten Zündhütchens stellte einen Meilenstein in der Schusswaffentechnik dar: Die Waffen wurden dadurch zuverlässiger, wetterunabhängiger und einfacher zu handhaben.
Seine Werkstatt produzierte neben Jagd- und Sportwaffen auch Waffen für militärische Zwecke. Seine Erfindungen verbreiteten sich rasch und prägten die Waffentechnik im gesamten 19. Jahrhundert.
Jean Joseph Egg verstarb 1837 in London.
Bedeutung
Mit der Entwicklung und Verbreitung des Kupferzündhütchens trug Jean Joseph Egg wesentlich zur Ablösung der Steinschlosswaffen durch Perkussionsgewehre bei. Er gehört damit neben Zeitgenossen wie Samuel Johann Pauli (1766–1824) zu den Schweizer Erfindern, die international die Waffentechnik nachhaltig beeinflussten.
Egg steht beispielhaft für eine Generation von Schweizer Handwerkern und Technikern, die ihre Wirkungsstätte im Ausland fanden und dort bei Königen und Kaisern Anerkennung erlangten.
Weblinks
- Patentschrift von 1835 von Joseph Egg
- Jean Joseph Egg im Katalog Schweizer Pioniere
Literatur
- Hans R. Degen: Die Solothurner Büchsenmacherdynastie Egg. In: Jahrbuch für solothurnische Geschichte. Band 69, 1996, S. 41–62 (doi:10.5169/seals-325158)
- Hans R. Degen: Bei Kaisern und Königen. Waffentechniker und Strategen von Weltruf. In: Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik. Band 107. Verein für wirtschaftshistorische Studien, Zürich 2016, ISBN 978-3-909059-70-6.