Joseph Hanisch

deutscher Organist, Komponist und Kirchenmusiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Joseph Hanisch (* 24. März 1812 in Regensburg; † 9. Oktober 1892 ebenda) war ein deutscher Organist, Komponist und Kirchenmusiker.

Leben

Joseph Hanisch war Sohn des Organisten Anton Franz Hanisch (1785–1835), Organist an der Alten Kapelle. Er erlernte das Orgelspiel zunächst bei seinem Vater, später bei Carl Proske, welcher später Initiator der kirchenmusikalischen Reformbewegung des Cäcilianismus wurde. Als Assistent von Proske reiste Hanisch nach Italien, um von 1835 bis 1836 in Römischen Archiven Werke der Altklassischen Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts aufzufinden und abzuschreiben. Somit wurde Hanisch auch einer der Mitbegründer der Restauration der katholischen Kirchenmusik im 19. Jahrhundert.

Bereits mit 17 Jahren erhielt er eine provisorische Anstellung als Domorganist in Regensburg, welche 1840 zu einer festen Anstellung erweitert wurde.[1] Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Tod und wurde mit seiner 63-jährigen Tätigkeit zum dienstzeitlängsten Domorganisten in Regensburg. Die meiste Zeit seines Wirkens bespielte der die Heinssen-Orgel, welche 1839 in der regotisierten Kathedrale unsichtbar hinter dem Silberaltar des Domes eingebaut wurde.

Nach dem Tod seines Vaters wurde er 1836 Organist an der Alten Kapelle, 1866 Organist und Chordirektor an der Dompfarrkirche Niedermünster. Er übernahm den Unterricht in Harmonielehre, Orgelspiel und Improvisation an der 1874 gegründeten Kirchenmusikschule (heute Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik). Zudem fungierte er als Musiklehrer im fürstlichen Hause Thurn und Taxis am Schloss St. Emmeram, leitete zeitweise den Oratorienverein in Regensburg und war auch Dirigent des Regensburger Liederkranzes.[2]

Kompositionen (Auswahl)

  • Missa auxilium Christianorum
  • Quatuor hymni pro festo corporis Christi
  • Fünf lateinische Predigtgesänge
  • Missa auxilium Christianorum
  • Missa pro defunctis
  • Gott, auf dein Wort erscheinen wir (Deutsche Messe)
  • Magnificat Initium secundi et octavi toni
  • 14 Praeludien in den gebräuchlichsten Tonarten

Literatur

  • Gerhard Dietel, Raymond Dittrich: Regensburger Domorganisten: zum 150. Todestag von Carl Proske (1794–1861) und zum 80. Geburtstag von Eberhard Kraus (1931–2003); Ausstellung in der Bischöflichen Zentralbibliothek Regensburg, St. Petersweg 11–13, 20. Mai bis 22. Juli 2011. Schnell & Steiner, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7954-2527-2.

Einzelnachweise

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