Joseph Schäfer
fränkischer Arzt
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Leben und Wirken
Schäfer absolvierte ein Studium der Medizin, das er als Dr. med. abschloss. Anschließend war er als Badearzt im „Ludwigsbad“ in Wipfeld (Unterfranken) tätig. Im September 1836 wurde ihm von der Königlichen Regierung des Untermain-Kreises die Erlaubnis erteilt, „die Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe auszuüben, und in Großostheim, k. Landgerichts Obernburg, sich zu diesem Behufe niederzulassen“.[1] Schäfer war seit 1821 der vierte praktische Arzt, der sich in Großostheim im heutigen Landkreis Aschaffenburg niederließ. Er wurde „offensichtlich so viel beansprucht, dass er sich kaum noch um die Herstellung von Medikamenten kümmern konnte“.[2]
Neben seiner ärztlichen Tätigkeit engagierte sich Joseph Schäfer auch politisch. Bei den Wahlen zum 14. Bayerischen Landtag am 14. Juli 1849 wurde er erstmals als Vertreter des Stimmkreises Aschaffenburg/Unterfranken in die Kammer der Abgeordneten gewählt, die neben der Kammer der Reichsräte die zweite Kammer des Bayerischen Landtags bildete. Auch dem 15. und 16. Landtag gehörte Schäfer erneut an. Am 15. Oktober 1854 schied er auf eigenen Wunsch hin vor Ablauf der regulären Sitzungsperiode vorzeitig aus dem Parlament aus. Sein Nachfolger wurde der Bierbrauer Lorenz Engelhard (1817–1891).
Der Porträtmaler und Kupferstecher Friedrich Knauber – bekannt dafür, Persönlichkeiten lebensecht und treffend darzustellen – fertigte 1851 eine Lithografie von Joseph Schäfer. Sie ist Teil einer Serie, die die bayerischen Landtagsabgeordneten vorstellt, die Mitte des 19. Jahrhunderts das Parlament formten. Das Bild ist heute Teil der Porträt- und Ansichtensammlung des Bildarchivs der Bayerischen Staatsbibliothek.[3]
In Großostheim war Schäfer zudem seit den „ordentlichen Gemeinde-Ersatzwahlen“ im Dezember 1851 gewählter Bevollmächtigter im ehrenamtlichen Gemeinde-Ausschuss des Ortes.[4]
Joseph Schäfer starb am 30. März 1858 in seinem 53. Lebensjahr in Großostheim.[5] Er hinterließ seine Ehefrau, eine Tochter Maria sowie zwei Söhne: Heinrich Schäfer (* um 1841), der 1857 die Königliche Landwirtschafts- und Gewerbeschule in Aschaffenburg besuchte,[6] und Eduard Schäfer (* 1846), Schüler der Königlichen Lateinischen Schule in Aschaffenburg.[7] Im Januar 1867 wurden Eduard Schäfer und seine Schwester Maria Schäfer von König Ludwig II. für großjährig erklärt.[8]
Weblinks
- Joseph Schäfer in der Parlamentsdatenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte in der Bavariathek.
- Schäfer, Dr. Joseph. In: bavariathek.bayern. Abgerufen am 15. Februar 2026.
