Joshua Bryant
US-amerikanischer Schauspieler und Autor
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Joshua Bryant (* 2. Juli 1940 in Norfolk, Virginia; † 25. Juni 2024 in Maisonnais-sur-Tardoire, Frankreich) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Autor.[1][2][3] Er war der Gründer des „Taos Talking Pictures Film Festival“ in Taos, New Mexico.[4][5]
Leben
Bryant wurde 1940 als Joseph Bryant in der City of Norfolk im US-Bundesstaat Virginia geboren und wuchs in Portsmouth auf. Wenige Quellen geben als zweiten Vornamen Emmett an. Er war der Sohn von Margaret Victoria Daughtry und Joseph Hildred Bryant senior. In den Jahren 1957 und 1958 spielte er als Guard im Footballteam der Cradock High School in Portsmouth. Nach der High School besuchte er des Pasadena Playhouse College of Theater Arts bei Los Angeles mit einem James-Dean-Memorial-Gedenkstipenium. Nach drei Jahren in Deutschland beim United States Army Signal Corps besuchte er die Royal Academy of Dramatic Art (RADA) in London – ebenfalls dank eines Stipendiums. Während seiner Zeit dort erhielt er den Vanbrugh Award und war der erste Ausländer, der jemals den Poel Prize für Shakespeare‑Rezitation gewann.[4]
Bryant erklärte in einem Interview mit der Zeitung Le Populaire du Centre im Juni 2018, dass er die Vereinigten Staaten verlassen habe, nachdem die Regierung von George W. Bush im Jahr 2003 in den Irak einmarschiert war – der ersten Phase des Irakkriegs. Zusammen mit seiner Frau, der ehemaligen Schauspielerin Melinda „Em“ Mullins, die er am 26. April 2004 geheiratet hatte, organisierten sie in den folgenden vier Jahren ihren vollständigen Wegzug aus den Vereinigten Staaten, verkauften bzw. verschenkten ihren gesamten Besitz und ließen sich in der französischen Region Limousin nieder. 2023 nahm er die französische Staatsbürgerschaft an.[4][6]
Sein Roman The Hard Way Up wurde von Éditions du Mont Blanc ins Französische übersetzt und unter dem Titel L’Escalade d’après veröffentlicht. Er starb im Jahr 2024 im Alter von 83 Jahren in seiner Wahlheimat Frankreich und wurde von seiner Ehefrau überlebt. Über Geschwister oder Kinder gibt es keine öffentlichen Informationen.[4][7][8][9]
Karriere
Bryant begann seine Karriere im Theater. Es folgte eine langjährige Karriere vor der Kamera, sowohl im Film, als auch in zahlreichen Fernsehserien – meist in Gast- und Nebenrollen.
Erstmals vor der Kamera zu sehen war er 1968 in der Westernserie Der Marshall von Cimarron. Zu Bryants Filmrollen zählen Auftritte in Spielfilmen und Fernsehfilm-Produktionen wie The Curious Female (1970), Black Noon (1971), Enter the Devil (1972), A Scream in the Streets (1973), The Morning After (1974), Trapped Beneath the Sea (1974), Framed (1975), The Night That Panicked America (1975), Maneaters Are Loose! (1978), Brennen muss Salem (1979), First Monday in October (1981), Gone Are the Dayes (1984), The Education of Allison Tate (1986) und Project Eliminator (1991).[1][2][3]
Er hatte außerdem Gastrollen in Fernsehserien wie Columbo, Kojak, Unsere kleine Farm sowie wiederkehrenden Rollen in M*A*S*H (drei Episoden), Detektiv Rockford – Anruf genügt (vier Episoden), die Mary Tyler Moore Show und Barnaby Jones (vier Episoden). Eine letzte Rolle vor der Kamera hatte er 2008 in der Fernsehserie Wildfire.[1][2][3][10]
Vier Jahre lang moderierte Bryant zudem das Game Warden Wildlife Journal und war auch als Autor tätig.[11] Im deutschen Sprachraum wurde Bryant unter anderem von Lothar Blumhagen, Christian Brückner, Werner Bruhns, Hans-Werner Bussinger, Ulrich Frank, Gerhard Friedrich, Helmut Gauß, Norbert Gescher, Klaus Guth, Eberhard Haar, Joachim Höppner, Fred Klaus, Jürgen Kluckert, Karl-Heinz Krolzyk, Peter Lakenmacher, Norbert Langer, Hans-Rainer Müller, Peter Musäus, Horst Naumann, Peter Neusser, Klaus Nietz, Eberhard Prüter, Leon Rainer, Knut Reschke, Lutz Riedel, Christian Rode, Frank-Otto Schenk, Hans Sievers, Ortwin Speer, Jan Spitzer, Jochen Striebeck, Karl Sturm und Siegfried Wald synchronisiert.[12]
Gemeinsam mit seiner Partnerin Melinda Mullins gründete im Jahr 1994 das Taos Talking Pictures Film Festival und Medienforum in Taos, New Mexico. Das Festival entwickelte sich rasch zu einem der innovativsten unabhängigen Filmfestivals der Vereinigten Staaten und erlangte besondere Aufmerksamkeit durch seinen unkonventionellen „Land Grant Prize“, bei dem Gewinner ein Grundstück in New Mexico erhielten. Das Festival präsentierte unabhängige Spielfilme, Dokumentationen und Kurzfilme, bot Workshops und Diskussionsrunden für Filmschaffende und wurde mehrfach in Branchenmedien hervorgehoben. Es existierte bis in das Jahr 2003, bevor der Betrieb aus finanziellen Gründen eingestellt wurde und das Paar die Vereinigten Staaten nach Frankreich verließ.[4][5]
Filmografie (Auswahl)
Film
- 1969: Pornographische Aufnahmen (The Curious Female)
- 1971: Black Noon (Fernsehfilm)
- 1972: Priester der Dunkelheit (Enter the Devil)
- 1973: Me (Fernsehfilm)
- 1973: Der Schlächter – Sein Haß gilt allen Frauen (A Scream in the Streets)
- 1974: Der Morgen danach (The Morning After; Fernsehfilm)
- 1974: Trapped Beneath the Sea (Fernsehfilm)
- 1975: Ein Mann nimmt Rache (Framed)
- 1975: Die Nacht, als die Marsmenschen Amerika angriffen (Fernsehfilm)
- 1977: Tod an Bord (Killer on Board; Fernsehfilm)
- 1978: Killing Stone – Schreiendes Unrecht (Killing Stone; Fernsehfilm)
- 1978: Maneaters Are Loose! (Fernsehfilm)
- 1978: Suddenly, Love (Fernsehfilm)
- 1981: Am ersten Montag im Oktober (First Monday in October)
- 1982: To Climb a Mountain (Fernsehfilm)
- 1982: Wait Until Dark (Fernsehfilm)
- 1983: Secrets of a Mother and Daughter (Fernsehfilm)
- 1984: Vier auf der Flucht (Gone Are the Dayes; Fernsehfilm)
- 1986: Schlagzeile – Rufmord (News at Eleven; Fernsehfilm)
- 1986: Allison Tate (The Education of Allison Tate)
- 1991: Stroker
Fernsehserien
- 1968: Der Marshall von Cimarron
- 1968: The Outcasts
- 1969: Rauchende Colts
- 1970: Here Come the Brides
- 1970: Dan Oakland
- 1970: Kobra, übernehmen Sie
- 1970–1975: Mannix
- 1971: Bill Cosby
- 1971: Wo alle Wege enden
- 1971: Monty Nash
- 1971–1973: Der Chef
- 1971–1976: Cannon
- 1972: Mary Tyler Moore
- 1972: Wo die Liebe hinfällt (Love, American Style)
- 1972: Search
- 1972: Notruf California
- 1972: Young Dr. Kildare
- 1973: Teufelskreis der Angst (Ghost Story)
- 1973: FBI
- 1973: Roll Out! (Roll Out)
- 1974: Kojak – Einsatz in Manhattan
- 1974: Die Straßen von San Francisco
- 1974–1976: Columbo
- 1974–1979: Detektiv Rockford – Anruf genügt
- 1974–1980: Barnaby Jones
- 1978–1980: CHiPs
- 1975: Medical Center
- 1975: Kate McShane
- 1975: Matt Helm – Im Dschungel der Großstadt (Matt Helm)
- 1976: Petrocelli
- 1976: City of Angels
- 1976: Spencers Piloten
- 1976: Bumpers Revier (The Blue Knight)
- 1976–1981: Nachdenkliche Geschichten (Insight)
- 1977: Die Zwei mit dem Dreh
- 1977: Der Mann aus Atlantis
- 1977: Starsky & Hutch
- 1977: Mein Freund, der Roboter (Future Cop)
- 1977: The Feather and Father Gang (auch: The Feather & Father Gang)
- 1977: Rafferty
- 1977: Visions
- 1977: Love Boat
- 1977: Hunter
- 1977–1978: Unsere kleine Farm
- 1978: Hawaii Fünf-Null
- 1978: Dallas
- 1978: Greatest Heroes of the Bible
- 1978: The Fisher Family
- 1979: Married: The First Year
- 1979: Brennen muss Salem (Miniserie)
- 1979: M*A*S*H
- 1979–1984: Hart aber herzlich
- 1981: Eight Is Enough
- 1981: Behind the Screen
- 1982: Bret Maverick
- 1982: Unter der Sonne Kaliforniens
- 1982: Ein Colt für alle Fälle
- 1982: Magnum
- 1983: Der Junge vom anderen Stern
- 1983: Das A-Team
- 1984: Trio mit vier Fäusten
- 1985: Die Fälle des Harry Fox
- 1985: Wildside
- 1986: Chefarzt Dr. Westphall
- 1986: Alptraum des Grauens (The Deliberate Stranger; Miniserie)
- 1986: Matlock
- 1986: Disney-Land
- 1987: Der Mann vom anderen Stern
- 1987: J.J. Starbuck
- 1987: Privatdetektiv Harry McGraw
- 1989: Ein Engel auf Erden
- 1989: L.A. Law – Staranwälte, Tricks, Prozesse
- 1990: B.L. Stryker
- 1992: Lucky Luke
- 1996: Lazarus Man (The Lazarus Man)
- 1998–2002: Game Warden Wildlife Journal
- 2001: Ein Hauch von Himmel
- 2005: In den Westen (Miniserie)
- 2006: Das verschwundene Zimmer (Miniserie)
- 2008: Wildfire
Theater (Auswahl)
- 1962: The Caine Mutiny Court-Martial (Pasadena Playhouse, Pasadena)
- 1962: The Rainmaker (Pasadena Playhouse, Pasadena)
- 1963: The Taming of the Shrew (Pasadena Playhouse, Pasadena)
- 1963: The Crucible (Pasadena Playhouse, Pasadena)
- 1964: A Midsummer Night’s Dream (Oregon Shakespeare Festival, Ashland)
- 1965: The Glass Menagerie (Seattle Repertory Theatre, Seattle)
- 1966: Macbeth (Old Globe Theatre, San Diego)
- 1997: Our Town (Taos Center for the Arts, Taos)
- 1999: Death of a Salesman (Taos Center for the Arts, Taos)
Literatur
- Joshua Bryant: L’Escalade d’après. Editions du Mont Blanc, 2020, ISBN 978-2-36545-082-9 (französisch, 220 S.).
Weblinks
- Offizielle Website. In: joshuabryant.fr. (englisch).
- Joshua Bryant bei IMDb
- Joshua Bryant in The Movie Database