Joshua Johnson

US-amerikanischer Maler (1763–1832) From Wikipedia, the free encyclopedia

Joshua Johnson (* um 1763 in Baltimore County, Maryland; † nach 1824) war ein afroamerikanischer Porträtmaler und gilt als der erste professionelle afroamerikanische Künstler in den Vereinigten Staaten.

Sarah Ogden Gustin (ca. 1805). National Gallery of Art, Washington, D. C. – signiert unten links auf der rechten Seite des Buches: JOSHU[A]JOHNSON; und darunter: JJ (als Monogramm)

Leben

Joshua Johnson wurde um 1763 als Sohn des Weißen George Johnson und einer schwarzen Sklavin in Baltimore County, Maryland, geboren. Seine Mutter bleibt namentlich unbekannt. George Johnson erkannte Joshua als seinen Sohn an und verpflichtete sich in einer im Juli 1782 ausgestellten Manumissionsurkunde, ihn zu befreien, sobald Joshua seine Lehre beim Schmied William Forepaugh in Baltimore beendet habe oder er das 21. Lebensjahr vollendet habe – je nachdem, welches Ereignis zuerst eintrete. Johnson erhielt gemäß dieser Bedingung im Jahr 1782 seine Freiheit.

Nach seiner Befreiung arbeitete er zunächst wahrscheinlich als Schmied, bevor er sich ganz dem Malen zuwandte. Ab etwa 1796 wird er in Verzeichnissen von Baltimore als Porträtmaler bzw. Limner gelistet. In Zeitungsannoncen aus dem Jahr 1798 bezeichnete er sich selbst als „self-taught genius“, der seine Kenntnisse in der Kunst durch Natur und Fleiß erworben habe.[1] Joshua Johnson zog mehrfach in Baltimore um und lebte in Wohnvierteln, in denen auch Handwerker und Möbelmaler ansässig waren. Dies lässt darauf schließen, dass er nebenbei Einrichtungsgegenstände bemalte oder in der Möbeldekoration tätig war. Er war zweimal verheiratet: zuerst mit einer Frau namens Sarah, mit der er vier Kinder hatte (zwei Töchter, die jung starben, und zwei Söhne), später mit einer Frau namens Clara. Ab etwa 1817 wurde er in Baltimore als „Free Householder of Colour“ geführt. Um 1825 verließ er Baltimore und zog zunächst nach Frederick County und später nach Anne Arundel County in Maryland. Über sein weiteres Leben und sein Todesdatum gibt es keine verlässlichen Quellen, seine Spuren verlieren sich nach diesen Aufenthalten.

Werk

Joshua Johnson schuf Porträts von Einzelpersonen und Familien, meist von Mitgliedern der weißen Mittel- und Oberschicht, darunter Kaufleute, Seefahrer und Ladenbesitzer sowie deren Familien. Sein Stil wird typischerweise als naiv („Folk Art“) bezeichnet. Merkmale sind eine relative Schlichtheit der Formen, eine geringe Tiefenwirkung, sorgfältig ausgearbeitete Details, klare Konturen sowie häufig dargestellte Gesichter im Dreiviertelprofil. Johnson verwendete oft einfache Hintergründe und betonte dekorative Elemente wie Möbel, Vorhänge oder Stoffe, manchmal auch Accessoires oder kleine Tischobjekte. Eines seiner bekanntesten Werke ist das um 1798 entstandene Porträt Portrait of Prudence Gough Carroll. Von den über achtzig Porträts, die Johnson zugeschrieben werden, trägt nur eines seine Signatur (Portrait of Sarah Ogden Gustin). Einige seiner Porträts weisen deutliche stilistische Gemeinsamkeiten mit den Arbeiten von Porträtmalern der Peale-Familie auf, insbesondere mit denen von Charles Peale Polk. Dies betrifft insbesondere die Posen, die Ausstattung und die Komposition. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass Johnson eine formale Ausbildung bei den Peales erhalten hat. Er war über Jahrzehnte hinweg als Künstler in Baltimore gefragt, und etliche seiner Werke befinden sich heute in größeren Museen und Sammlungen in den Vereinigten Staaten.

Werke (Auswahl)

Literatur

  • Romare Bearden und Henry Henderson, The Question of Joshua Johnston, Pantheon Books, New York, 1993.
  • Jennifer Bryan und Robert Torchia, The Mysterious Portraitist Joshua Johnson, Archives of American Art Journal 36, 1996, S. 2–7.
  • Linda Roscoe Hartigan, Sharing Traditions: Five Black Artists in Nineteenth-Century America, Smithsonian Institution Press, Washington, D.C., 1985.
  • Wilbur Harvey Hunter, Jr., Joshua Johnston: 18th-Century Negro Artist, American Collector 17, Februar 1948, S. 6–8.
  • Mary Lynn Perry, Joshua Johnston: His Historical Context and His Art, Masterarbeit, George Washington University, 1983.
  • J. Hall Pleasants, An Early Baltimore Negro Portrait Painter, Joshua Johnston, Walpole Society Note Book, 1939, S. 37–73 (1940 als Broschüre neu aufgelegt).
  • J. Hall Pleasants, Joshua Johnston, The First American Negro Portrait Painter, Maryland Historical Society, Baltimore, Md., 1942.
  • J. Hall Pleasants, Katalog einer Ausstellung mit Porträts von Joshua Johnston, Peale Museum, Baltimore, Md., 1948.
  • Linda Crocker Simmons, Die Familie McCurdy von Joshua Johnson, in A Capital Collection, Meisterwerke aus der Corcoran Gallery of Art, hrsg. von Eleanor Heartney, Corcoran Gallery of Art, Washington, D.C., 2002.
  • Carolyn J. Weekley, Stiles Tuttle Colwill, Leroy Graham und Mary Ellen Hayward, Joshua Johnston, Freeman und amerikanischer Porträtmaler, Maryland Historical Society, Baltimore, Md., 1987.

Einzelnachweise

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