Journal des Museum Godeffroy
Publikation für geographische, ethnographische und naturwissenschaftliche Mitteilungen
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Das Journal des Museum Godeffroy war eine deutsche Publikation für geographische, ethnographische und naturwissenschaftliche Mitteilungen. Das Journal erschien von 1873 bis 1910.
| Journal des Museum Godeffroy | |
|---|---|
| Beschreibung | deutsche wissenschaftliche Zeitschrift |
| Fachgebiet | Geographie, Ethnographie, Naturwissenschaft |
| Verlag | L. Friederichsen & Co., Hamburg (Deutschland) |
| Erstausgabe | 1873 |
| Einstellung | 1910 |
| Chefredakteur | Eduard Graeffe, Ludwig Friederichsen |
| ZDB | 576001-x |
Geschichte
Der Kaufmann Cesar Godeffroy beabsichtigte Anfang der 1870er Jahre ein „Journal über die Südsee“ herauszugeben. Er beauftragte Eduard Graeffe, der für das Museum Godeffroy auf Samoa und weiteren Inseln im Pazifischen Ozean als Forscher und Sammler tätig war, die Redaktion in Hamburg zu übernehmen. Die erste Ausgabe des Journal des Museum Godeffroy erschien 1873. Nach Graeffes Weggang aus Hamburg übernahm Ludwig Friederichsen die Redaktion.[1]
Das Journal wurde von L. Friederichsen & Co. in Hamburg verlegt. Es wurden insgesamt 17 Hefte herausgegeben, die in 6 Bänden zusammengefasst waren. Als Teil des Journal des Museum Godeffroy erschien die Publikation Andrew Garrett’s Fische der Südsee von Albert Günther in 3 Bänden mit insgesamt 9 Heften. Dafür wurden auf 180 Tafeln ein Auswahl aus 470 Zeichnungen publiziert, die Andrew Garrett von Fischen angefertigt hatte.
Das Heft 10 des III. Bandes erschien erst 1902, als das Museum Godeffroy nicht mehr bestand. Die Veröffentlichung war bereits für das Jahr 1879 angekündigt worden.[2] Es war für wissenschaftliche Ausarbeitungen zu Sammlungs- und Fundstücke von Amalie Dietrich vorgesehen, die sich Rudolph Virchow nach ihrer Rückkehr im Frühjahr 1873 erbeten hatte.[3] Daraufhin wurde der ehemaligen Mitarbeiter Eduard Graeffe mit der Anfertigung von Zeichnungen der Skelette und Schädel betraut. Anschließend wurden sie lithografiert und 1875 gedruckt. Trotz wiederholter Zusagen lieferte Virchow nicht die zugesagten schriftlichen Auswertungen. Da sich nach dem Tode Virchows im September 1902 in dessen Nachlass keine Ausarbeitungen fanden, veröffentlichte Friederichsen die vorhandenen Drucke mit Texten aus Veröffentlichungen des ehemaligen Kustos Schmeltz und des Mediziners Rudolph Krause in dem Heft 10.[4]
Der sechste und letzte Band wurde 1909/10 auf Anregung von Ludwig Friederichsen mit Unterstützung der „Dr. Wilhelm Martin von Godeffroy Familien-Fidei-Comiss-Stiftung“ als dritter Band der „Fische der Südsee“ veröffentlicht.[5]
Autoren
Im Journal des Museum Godeffroy publizierten namhafte Wissenschaftler, darunter:
- Rudolph Bergh, Zoologe
- Félicien Chapuis, Arzt und Entomologe
- Carl August Dohrn, Entomologe
- Léon Fairmaire, Entomologe
- Otto Finsch, Ethnologe und Ornithologe
- Eduard Graeffe, Zoologe und Naturforscher
- John Edward Gray, Zoologe
- Albert Grunow, Diatomeenforscher
- Albert Günther, Ichthyologe
- David Friedrich Heynemann, Zoologe
- August von Krempelhuber, Botaniker
- Johann Stanislaus Kubary, Ethnograph und Biologe
- Christian Luerssen, Botaniker
- Gustav Mayr, Entomologe
- Alphonse Milne-Edwards, Ornithologe, Crustaceologe und Naturforscher
- Georg Semper, Entomologe
- Johann Wilhelm Spengel, Zoologe
- Rudolf Virchow, Arzt
- Arthur Wichmann, Geologe und Mineraloge
- Otto Nikolaus Witt, Chemiker
Illustratoren
Die Artikel wurden mit Abbildungen und farbigen Tafeln ergänzt, die jeweils am Ende eines Heftes angeordnet waren. Zeichner von Illustrationen waren u. a. George Henry Ford, Andrew Garrett, Theodor Kleinschmidt, Johann Kubary, Anna Semper und der Niederländer Johannes Gerardus Keulemans. Diese Zeichnungen/Lithografien von Tieren, Menschen und Landschaften und einige wenige Fotografien/Lichtdrucke wurden u. a. von dem für seine Hamburgensien bekannten Lithografen Wilhelm Heuer, Werner & Winter in Frankfurt, Carl Tieffenbach in Berlin, J. G. Bach in Leipzig, und Heinrich Wernicke und Edmund Ritter in Hamburg und die Zeichnungen der Fische von Andrew Garrett von Mintern Bros. in London lithografiert und farbig gedruckt.
Der Text der Bände 1,3 und 5 wurde mit 102 Tafeln veranschaulicht, und die Bände 2, 4 und 6 bildeten die Fische der Südsee mit 180 meist farbigen Tafeln ab. In einigen wenigen Fällen finden sich Fotografien als Lichtdrucke der Fa. Strumper & Co.
- Zeichnung und Lithographie: Tieffenbach[7]
Erschienene Bände
Nachfolgend eine Liste der erschienenen Bände mit den darin enthaltenen Heften. Die angegebenen Kaufpreise sind einem Angebot von 1910 entnommen.[12]
- Band I, 1873/74, 5 Tafeln und 8 Holzschnitte, Preis: 75 Mark, (online)
- Heft 1, 1873
- Heft 2, 1873
- Heft 4, 1873
- Band II, 1873–1875, 83 Tafeln und 10 Holzschnitte, Preis: 240 Mark, (= Andrew Garrett’s Fische der Südsee, beschrieben und redigirt von Albert C. L. G. Günther, Band I), (online)
- Heft 3, 1873 (= Fische der Südsee, Heft 1)
- Heft 5, 1874 (= Fische der Südsee, Heft 2)
- Heft 7, 1874 (= Fische der Südsee, Heft 3)
- Heft 9, 1875 (= Fische der Südsee, Heft 4)
- Band III, 1873–1902, 43 Tafeln und 21 Holzschnitte, Preis: 95 Mark
- Band IV, 1876–1881, 57 Tafeln und 3 Holzschnitte, Preis: 180 Mark, (= Andrew Garrett’s Fische der Südsee, beschrieben und redigirt von Albert C. L. G. Günther, Band II), (online)
- Heft 11, 1876 (= Fische der Südsee, Heft 5)
- Heft 13, 1877 (= Fische der Südsee, Heft 6)
- Heft 15, 1881 (= Fische der Südsee, Heft 7)
- Band V, 1876/1879, 24 Tafeln und 7 Holzschnitte, Preis: 90 Mark
- Band VI, 1909–1910, 40 Tafeln und 17 Holzschnitte, Preis: 120 Mark, (= Andrew Garrett’s Fische der Südsee, beschrieben und redigirt von Albert C. L. G. Günther, Band III), (online)
- Heft 16, 1909 (= Fische der Südsee, Heft 8)
- Heft 17, 1910 (= Fische der Südsee, Heft 9)
Literatur
- Dr. Richard Kiepert (Hrsg.): Das Journal Museum Godeffroy, in: Globus, Illustrirte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde. Bd. 28, Nr. 10, Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1875, S. 148–151
- Georg Heinrich von Boguslawski: Literarische Besprechungen, in: Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, S. 161–162, Digitalisat