Judaswiege

mutmaßliches Folterinstrument aus dem Mittelalter From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Judaswiege ist ein Folterwerkzeug, das angeblich im Mittelalter oder in der spanischen Inquisition[1] verwendet wurde, dessen Verwendung jedoch nicht sicher belegt ist.

Judaswiege im Mittelalterlichen Foltermuseum Freiburg

Die Intention seines Erfinders Hippolytus Marsilius soll gewesen sein, Verhöre humaner als bei anderen Foltermethoden zu gestalten, da dauerhafte Körperverletzungen unterbleiben sollten.[2] Ob dies der Fall war, ist nicht geklärt, da in anderen Quellen von schweren Verletzungen gesprochen wird.[3]

Das Folterinstrument besteht aus einem drei- oder vierbeinigen Holzgestell, das nach oben spitz zuläuft. Das Folteropfer sollte mittels einer Seilwinde mit dem Gesäß auf die Spitze niedergelassen werden.[4] Dabei konnte es, je nach Wunsch des Verhörers, in die Höhe gezogen oder wieder herabgelassen werden.[3]

Sowohl die Fesselung als auch das Hochhieven des Opfers führten zu starken Schmerzen. Um diese zusätzlich zu erhöhen, war es möglich, Gewichte an den Füßen anzubringen.[4] Die Spitze der Judaswiege führte zu Verletzungen des Unterleibs. Hinzu kam die Demütigung des Opfers[3], da es vor Beginn der Folter wohl meist ausgezogen wurde.[4]

Beschrieben wurde die Judaswiege in Ben Berkeleys Krimi Judaswiege, bei der die mit dem Folterinstrument konfrontierten Frauen getötet werden.[5]

Literatur, Krimi

Ben Berkeley: Judaswiege. Piper Verlag, München 2011, ISBN 978-3-492-27291-9.

Einzelnachweise

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