Jugendblock

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Der Jugendblock (belarussisch Моладзевы блок) ist eine belarussische liberale Jugendorganisation. Seit der Niederschlagung der Proteste 2020 operiert sie aus dem Exil und ist in Poznań, Polen registriert.

Schnelle Fakten Basisdaten, Adressen ...
Jugendblock
Basisdaten
Art Jugendorganisation
Ausrichtung Liberalismus
Klassischer Liberalismus
Gründungsdatum September 2019
Gründungsort Minsk
Mitgliedschaften IFLRY, LYMEC (jeweils assoziiert)
Adressen
Adresse Juliusza Słowackiego 55 / 1, 60-720 Poznań, Polen
Website www.moladzbel.org
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Schnelle Fakten Kyrillisch (Belarussisch), Kyrillisch (Russisch) ...
Kyrillisch (Belarussisch)
Моладзевы блок
Łacinka: Moladzevy blok
Transkr.: Moladzevy blok
Kyrillisch (Russisch)
Молодёжный блок
Transl.: Molodjožnyj blok
Transkr.: Molodjozhny blok
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Sie ist assoziiertes Mitglied bei der European Liberal Youth und der International Federation of Liberal Youth.[1][2]

Geschichte

Kundgebung des Jugendblocks vor der Belarussischen Staatlichen Universität (2019)
Rave-Protestaktion in Minsk (2019)

Der Jugendblock war ursprünglich ein Bündnis von Kandidaten, die bei der Parlamentswahl in Belarus 2019 antraten und dabei politische und gesellschaftliche Fragestellungen der belarussischen Jugend aufgriffen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Bündnis zu einer liberal ausgerichteten Organisation.[3]

Ursprünglich bestand der Jugendblock dabei aus acht jungen Menschen, die als Kandidaten für die belarussische Parlamentswahl 2019 registriert waren. Ziel des Jugendblocks war es, jugendpolitische Themen in Belarus auf die politische Agenda zu setzen, unter anderem durch kleine Straßenproteste und Mahnwachen, Onlinekampagnen sowie Straßenwahlkampf.[4] Der Jugendblock setzte sich aus Aktivisten der Initiativen Assoziation Belarussischer Studierender, „Studieren ist wichtiger“ und Legalize Belarus zusammen. Alle acht Aktivisten kandidierten für die Belarussische Sozialdemokratische Hramada. Zu ihnen gehörte auch die prodemokratische Aktivistin Alana Gebremariam.[5]

Proteste 2020

Vertreter der Organisation beteiligten sich an den Protesten in Belarus 2020–2021 im Zusammenhang mit den gefälschten Präsidentschaftswahlen. In der Folge leitete der belarussische Sicherheitsdienst KGB Ermittlungen gegen Aktivisten der Organisation ein.[3] Am Morgen des 12. November fanden bei mehreren Aktivisten des Jugendblocks und der Assoziation Belarussischer Studierender Hausdurchsuchungen statt. Einige Aktivisten, darunter Alana Gebremariam, wurden festgenommen und in die Untersuchungshaftanstalt des KGB of Belarus gebracht. Den Aktivisten Daniła Łaŭrecki und Lizaveta Prakopchyk gelang es, dem KGB zu entkommen und in die Ukraine zu fliehen, wobei sie die Grenze über Russland illegal überquerten.[6] Die Durchsuchungen und Festnahmen erfolgten im Rahmen eines Strafverfahrens gegen Studierende und Lehrende von Hochschulen. Am 18. November wurde Alana Gebremariam gemeinsam mit anderen Beschuldigten in diesem Verfahren als politische Gefangene anerkannt. Sie wurde zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.[7]

Am 16. September 2020 erwähnte Aljaksandr Lukaschenka die Organisation in einer Rede und bezeichnete diese als Teil einer „zweiten Phase zur Zerstörung des Landes“: „So bildete der eigens geschaffene ‚Jugendblock‘ auf Grundlage der Aufstellung von Kandidaten für das Parlament aktiv eine Stimmung der Unzufriedenheit in verschiedenen sozialen Gruppen. Zu diesem Zweck wurden scheinbar unpolitische Themen genutzt: das Gesetz über den Aufschub [vom Wehrdienst], die [verpflichtende] Zuweisung von Universitätsabsolventen zu Arbeitsplätzen, die Legalisierung von Drogen, das bekannte Thema des Artikels 328 des Strafgesetzbuches [zum Verbot von psychoaktiven Substanzen] und so weiter.“[8]

Wirken im Exil

2022 stuften die belarussischen Behörden den Jugendblock als extremistische Organisation ein, wodurch Mitgliedern strafrechtliche Verfolgung und Haftstrafen drohen. Seitdem arbeitet die Organisation überwiegend aus dem Exil weiter. Zu ihren Aktivitäten gehören Bildungsprogramme zu wirtschaftlichen und politischen Themen, Online-Seminare sowie sozialwissenschaftliche Untersuchungen zur politischen Einstellung junger Menschen in Belarus. Zudem initiierte der Jugendblock die Onlineplattform „ideology.me“, ein Analog zum deutschen Wahl-o-mat. Die Seite ist als Instrument zum Vergleich politischer Positionen verschiedener belarusischer Parteien und Organisationen konzipiert, wobei viele der darin vertretenen Parteien in Belarus inzwischen verboten sind.[3] Darüber hinaus beschäftigt sich die Organisation mit Forschungsstudien zu jugendrelevanten Themen und veranstaltet Bildungsseminare zu Public Policy und wirtschaftspolitischen Themen.[9]

Nach dem Russischen Überfall auf die Ukraine 2022 schloss sich der Mitbegründer des Jugendblocks Aliaksei Lazarau als Freiwilliger dem Kastus-Kalinouski-Regiment an. Er trat später dem 225. Separaten Sturmregiment der Streitkräfte der Ukraine bei und wurde am 19. Januar 2026 in einer Kampfhandlung getötet.[10] Die belarussischen Behörden hatten im September 2022 den Jugendblock fälschlicherweise als Struktur des Kastus-Kalinouski-Regiments eingestuft.[11]

Einzelnachweise

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