Julia Friedrichs

deutsche Reporterin und Filmemacherin From Wikipedia, the free encyclopedia

Julia Friedrichs (* 15. Dezember 1979 in Gronau/Westfalen) ist eine deutsche Journalistin und Autorin.

Julia Friedrichs (2024)

Leben

Friedrichs schrieb als Schülerin erste Artikel, die in den Westfälischen Nachrichten in Gronau erschienen. Am Werner-von-Siemens-Gymnasium legte sie das Abitur ab, anschließend studierte sie in Dortmund und Brüssel Journalistik. Nach einem Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk arbeitet sie als freie Autorin unter anderem für die WDR-Redaktionen Monitor.

Im Jahr 2005 nahm sie zu Recherchezwecken am Rekrutierungsprozess der Unternehmensberatung McKinsey & Company teil. Ihr wurde eine Anstellung als Beraterin angeboten, die sie jedoch ausschlug. Eine kritische Dokumentation ihrer Erlebnisse wurden unter anderem in der Zeit und im Buch beraten & verkauft von Thomas Leif sowie in ihrem Sachbuch Gestatten: Elite. Auf den Spuren der Mächtigen von morgen veröffentlicht.

Für die Sozialreportage Abgehängt – Leben in der Unterschicht wurde Friedrichs 2007 mit dem Axel-Springer-Preis für junge Journalisten und dem Ludwig-Erhard-Förderpreis ausgezeichnet. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde sie auch durch ihr im Februar 2008 erschienenes Buch Gestatten: Elite bekannt. Im April 2009 folgte ihr Buch Deutschland dritter Klasse, das sie mit Eva Müller und Boris Baumholt verfasst hat. Es setzt sich mit dem Thema Soziale Gerechtigkeit auseinander. In Ideale – Auf der Suche nach dem, was zählt, erschienen im Oktober 2011, geht es um Menschen mit eigenen Visionen, von dem, was sie erreichen möchten und wie sie an der Erfüllung ihrer Ideen arbeiten. In ihrer Veröffentlichung Wir Erben: Was Geld mit Menschen macht setzt sie sich kritisch mit den Folgen großer Erbschaften und deren Folgen für die Vermögensverteilung in Deutschland auseinander. Für ihr Buch Working Class begleitete sie Menschen, die ihr Leben ausschließlich durch Arbeit finanzieren.[1]

Seit 2018 entwickelte Friedrichs im Team als Autorin die Reihe Docupy. Docupy ist sowohl mit dem Grimme-Preis als auch dem Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus ausgezeichnet worden. Bislang sind drei Folgen entstanden: Ungleichland, Heimatland und Neuland.[2]

Zusammen mit dem Fernsehjournalisten und Sportmoderator Jochen Breyer drehte Friedrichs im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft 2022 die vielbeachtete Dokumentation „Geheimsache Katar“.[3]

Mitte Dezember 2023 sendete das ZDF die Dokumentation „Die geheime Welt der Superreichen – Das Milliardenspiel“, die Friedrichs gemeinsam mit Jochen Breyer recherchiert hat.[4] Auf einer von der Wirtschaftskanzlei Flick Gocke Schaumburg veranstalteten Tagung zu Steuerthemen trafen die Filmemacher auf die Ministerialrätin Gerda Hofmann, die im Amt gewonnene Informationen direkt an die Berater der Reichsten weitergab.[5]

Friedrichs lebt mit ihrem Partner und zwei Kindern in Berlin-Kreuzberg.

Auszeichnungen

Schriften

Filmografie (Auswahl)

  • 2018: Ungleichland – Wie aus Reichtum Macht wird (Teil 1 der Reihe: Die Story: "Ungleichland - Reichtum, Chancen, Macht", für den WDR)
  • 2019: Heimatland – Wer wollen wir sein? (Teil 2 der Reihe: Die Story: "Ungleichland - Reichtum, Chancen, Macht", für den WDR)
  • 2020: Neuland – Wer hat die Macht im Internet? (Teil 3 der Reihe: Die Story: "Ungleichland - Reichtum, Chancen, Macht", für den WDR)[14]
  • 2022: Geheimsache Katar (btf für das ZDF)
  • 2023: Die geheime Welt der Superreichen – Das Milliardenspiel (btf für das ZDF)
  • 2026: Die geheime Welt des Adels (ZDF gemeinsam mit Jochen Breyer).

Hörfunkbeiträge

  • „Mag ich nicht! – Warum Facebook nervt und die Welt nicht besser macht“. dradio, archiviert vom Original am 19. August 2012; abgerufen am 18. August 2012 (Politisches Feuilleton vom 17. August 2012, 07:20 Uhr).
  • Lillifee unterm Weihnachtsbaum Ein Fest der Pinkifizierung, Politisches Feuilleton im Deutschlandradio Kultur vom 21. Dezember 2012
Commons: Julia Friedrichs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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