Julia Helmke
deutsche evangelische Theologin
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Leben
Julia Helmke stammt aus der bayerischen Landeskirche. Von 1990 bis 1996 studierte sie Evangelische Theologie in Neuendettelsau, Rostock, Berlin, Montpellier, Heidelberg und San Jose in Costa Rica.[2] Anschließend absolvierte sie ihr Vikariat in Fürstenried, arbeitete im Landeskirchenamt München für ein Projekt zur europäischen Ökumene, der Implementierung der Charta Oecumenica, und für den Lutherischen Weltbund. Von 1999 bis 2002 studierte Helmke Kulturjournalismus mit Schwerpunkt Filmkritik an der Hochschule für Fernsehen und Film München.[2]
Seit 2001 war sie Lehrbeauftragte im Bereich Christliche Publizistik an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg, wo sie 2005 zu Geschichte und Kriterien evangelischer Filmarbeit promovierte.[2] Seit 2015 lehrte sie dort als Honorarprofessorin für Christliche Publizistik.[1]
Von 2005 bis 2015 leitete sie den Bereich „Kirche im Dialog“ im Haus kirchlicher Dienste in Hannover und war zuletzt dessen stellvertretende Direktorin.[2] Als Kulturbeauftragte der hannoverschen Landeskirche initiierte sie unter anderem Kulturpreise und einen Fonds für kirchliche Kulturarbeit.[2]
Seit 2015 arbeitete sie als Referatsleiterin für gesellschaftspolitische Grundsatzfragen im Bundespräsidialamt[2] und war hier für die Auftritte des Bundespräsidenten bei Kirchen- und Katholikentagen zuständig, aber auch für die Bereiche Literatur und Film, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Gedenken und Engagementpolitik.[1] Von 2017 bis 2021 amtierte sie als Generalsekretärin des deutschen evangelischen Kirchentages.[3]
Im Anschluss war sie bis 2025 Oberkirchenrätin und Leiterin des Referates für Theologie, Gottesdienst und Kirchenmusik im Landeskirchenamt der hannoverschen Landeskirche.
In ihrer Funktion als Generalsekretärin war Helmke für die strategische Weiterentwicklung des Kirchentages und den Aufbau und die Pflege von Netzwerken in Kirche und Gesellschaft verantwortlich. Sie leitete das Zentrale Büro in Fulda[2] und war für die hauptamtliche Begleitung der ehrenamtlichen Führungsgremien des Kirchentages sowie die kollegiale Führung des hauptamtlichen Leitungsteams zuständig.
Seit 2003 gehört sie zum Vorstand von interfilm, der internationalen protestantischen Filmorganisation, und übernahm 2013 ehrenamtlich dafür die Präsidentschaft.[2]
Am 5. Oktober 2025 wurde Julia Helmke in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu Berlin als Generalsuperintendentin eingeführt.[1]
Gremien und Mitgliedschaften
- Seit 2018 Mitglied im Aufsichtsrat des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik
- Seit 2017 Mitglied im Kuratorium der Stiftung der Evangelischen Akademie zu Berlin
- Seit 2014 Mitglied in der Projektleitung der internationalen Forschungsgruppe Film und Theologie und Mitglied im Advisory Board des Journal for Religion, Film and Media (JRFM)
- Seit 2013 Präsidentin der internationalen ökumenischen Filmorganisation INTERFILM[2]
Publikationen (Auswahl)
- mit H. Hodel, K. Visarius: Kirche und Film im Dialog, 50 Jahre INTERFILM. Frankfurt/Bern 2005.
- Das Göttliche mit Kinderaugen sehen. Theologische Überlegungen zu Die Chroniken von Narnia. In: Handbuch Theologie und Populärer Film Bd. 3. Paderborn 2012, S. 249–262.
- mit Stefanie Rentsch, Marc Frings, Thomas Großmann (Hg.): Schaut hin: 3. Ökumenischer Kirchentag, digital und dezentral, Dokumentation. Gütersloh 2022.
- Das Böse und das evangelikale Christentum. Vom verdorbenen Elmer Gantry zu den reinen Virgin Tales. In: Faszination des Bösen. Ein filmisches Panorama. Religion, Film und Medien Bd. 5. Marburg 2022, S. 251–266.
- Ein Abriss protestantischer Filmarbeit seit 1948. Religion im aktuellen Film. In: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte. Bd. 40, Stuttgart 2022, S. 61–68.