Julia Marty

Schweizer Eishockeyspielerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Julia Kathrin Marty (* 16. April 1988 in Rothenthurm SZ) ist eine Schweizer Eishockeynationalspielerin, die seit Juni 2025 für die ZSC Lions Frauen in der Schweizer Women’s League spielt. Darüber hinaus hat sie an zehn Weltmeisterschaften und drei Olympischen Winterspielen teilgenommen und dabei je eine Bronzemedaille gewonnen. Ihre Zwillingsschwester Stefanie ist ebenfalls Eishockeyspielerin.

Schnelle Fakten Schweiz Julia Marty, Karrierestationen ...
Schweiz  Julia Marty

Geburtsdatum 16. April 1988
Geburtsort Rothenthurm SZ, Schweiz
Grösse 170 cm
Gewicht 69 kg

Position Verteidiger
Schusshand Links

Karrierestationen

bis 2002 EHC Wettingen-Baden
2002–2003 DHC Langenthal
2003–2007 EV Zug
2007–2008 University of New Hampshire
2008–2011 Northeastern University
2011–2013 SC Reinach
2013–2014 Linköping HC
2014–2015 SC Reinach
2016–2017 Neuchâtel Hockey Academy
2017–2021 SC Reinach
2021–2023 EV Bomo Thun
2023–2025 SC Bern Frauen
seit 2025 ZSC Lions Frauen
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Karriere

Julia Marty begann zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Stefanie im Alter von acht Jahren mit dem Eishockeysport beim EHC Wettingen-Baden und spielten dort sowohl für (männliche) Juniorenmannschaften, als auch für die Frauenmannschaft, die Mighty Beavers, in der Leistungsklasse C. 2002 wechselten sie zum DHC Langenthal, für den die beiden in der Leistungsklasse A (LKA) ihr Debüt gaben.

Zwischen 2003 und 2007 spielten die Marty-Zwillinge beim EV Zug, mit dem sie je zweimal Schweizer Meister (2004, 2005) und Vizemeister (2006, 2007) wurden. Dabei entwickelten sie sich zu Führungsspielerinnen ihres Teams und debütierten schon im Alter von 15 Jahren in der Nationalmannschaft. Zusammen mit ihrer Schwester nahm sie an den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin teil.

2007 erhielten die Schwestern Angebote für Sportstipendien mehrerer US-Hochschulen und nahmen letztlich das Angebot der University of New Hampshire, dem mehrfachen Hockey-East-Meister, an.[1] Während ihre Schwester Julia ein Wirtschaftsstudium begann, studierte Julia Behavioral Neuroscience, eine Mischung von Chemie, Biologie und Psychologie. Bei der Weltmeisterschaft 2008 erreichten die Schweizerinnen das Spiel um die Bronzemedaille. Das Spiel ging verloren, doch das Schweizer Team erreichte mit dem vierten Platz die beste Platzierung in seiner Geschichte. Im gleichen Jahr wechselte Julia Marty die Universität und studierte fortan an der Northeastern University, parallel spielte sie weiter Eishockey für das Collegeteam. 2011 beendete sie ihr Studium mit einem Bachelor in Behavioral Neuroscience.

Julia Marty (hinten) bei der Weltmeisterschaft 2011

2010 nahm sie mit ihrer Schwester an den Olympischen Winterspielen in Vancouver teil. Nach ihrer Zeit im amerikanischen College-Eishockey kehrten die Marty-Zwillinge in die Schweiz zurück und spielten zwei Jahre lang für den SC Reinach in der LKA. Bei der Weltmeisterschaft 2012 gewann sie mit dem Nationalteam überraschend die Bronzemedaille. 2013 beendete sie ihren Master in Sportphysiologie an der ETH Zürich. Zusätzlich begann sie die Vorbereitung auf ihr Lehrdiplom für Sport.[2]

Zur Saison 2013/14 suchten sie eine neue Herausforderung und wechselten zusammen zum Linköping HC in die höchste schwedische Frauenliga, die Riksserien.[3] Den Aufenthalt in Schweden finanzierten die Zwillinge mittels Crowdfunding.[4] Dieser Wechsel diente zudem als optimale Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi, bei dem sie mit dem Nationalteam die Bronzemedaille gewannen. Nach diesem Erfolg kehrte Julia Marty in die Schweiz zurück und spielte wieder für den SC Reinach.[5] Parallel studierte sie weiter an der ETH Zürich.[6]

Nach zehn Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen, je einer WM- und Olympia-Bronzemedaille sowie Meistertiteln in der Schweiz gaben die Marty-Zwillinge im August 2015 ihren Rücktritt von ihrer internationalen Eishockeykarriere bekannt. Während Julia Marty ihre Karriere zunächst beendete, spielte Stefanie zwei weitere Saison in der SWHL A für den HC Université Neuchâtel.[7][8] 2016 kehrte auch Julia Marty aufs Eis zurück und spielte bis 2017 ebenfalls für Neuchâtel.[9]

Anschließend wechselte sie zurück zum SC Reinach, bei dem ihre Schwester Stefanie 2019 Co-Trainerin wurde. Ab 2020 standen die Schwestern wieder gemeinsam bei SCR auf dem Eis, ehe sie 2021 innerhalb der SWHL A zum EV Bomo Thun wechselten.[10] Im Mai 2023 riss sich Marty beim Lacrosse-Spielen ihr Kreuzband im linken Knie und fiel nach zwei Operationen bis November 2024 aus. Zwischenzeitlich war der EV BOMO in den SC Bern integriert worden und Julia lief für die SC Bern Frauen auf, mit denen sie am Saisonende die Schweizer Meisterschaft gewann. Parallel zum Eishockeysport ist Marty seit Sommer 2022 als Sportlehrerin an der Universität St. Gallen tätig.[11]

Seit Juni 2025 steht Julia Marty bei den ZSC Lions Frauen unter Vertrag, bei denen sie als Spielerin und Konditionstrainerin angestellt ist.[12]

Erfolge und Auszeichnungen

Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen 2014

Karrierestatistik

Klub-Wettbewerbe

Weitere Informationen Reguläre Saison, Play-offs ...
Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM +/– Sp T V Pkt SM +/–
2002/03DHC LangenthalLeistungsklasse A8412
2003/04EV Zug/SeewenLeistungsklasse A81018
2004/05EV ZugLeistungsklasse A
2005/06EV ZugEWCC32130+1
2005/06EV ZugLeistungsklasse A10515
2006/07EV ZugLeistungsklasse A64610
2007/08New HampshireNCAA3137106
2008/09NortheasternNCAA254131718
2009/10NortheasternNCAA2016714
2010/11NortheasternNCAA37591420
2011/12SC ReinachLeistungsklasse A15810182253580
2012/13SC ReinachLeistungsklasse A131211231852244
2013/14Linköping HCRiksserien233141710+2930110+5
2014/15SC ReinachSWHL A95813040224
2015/16inaktiv
2016/17Neuchâtel Hockey AcademySWHL A107714451230
2017/18SC ReinachSWHL A144812842242
2018/19SC ReinachSWHL A1294136
2019/20SC ReinachSWHL A1666121055272
2020/21SC ReinachSWHL A15461010
2021/22EV Bomo ThunSWHL A1741115830112
2022/23EV Bomo ThunSWHL A1967132094156
2023/24SC Bern FrauenSWHL Aohne Einsatz
2024/25SC Bern FrauenSWHL A18459261120
2025/26ZSC Lions FrauenSWHL A
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International

Weitere Informationen Jahr, Team ...
Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM +/–
2004SchweizWM42020−1
2005SchweizWM Div. I52244+8
2006SchweizOlympia52134−2
2007SchweizWM40116−1
2008SchweizWM5022120
2009SchweizWM40000−2
2010SchweizOlympia50112−4
2011SchweizWM51236+5
2012SchweizWM65276+5
2013SchweizWM51126−6
2014SchweizOlympia60000−6
2015SchweizWM412340
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(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation; Kursiv: Statistik nicht vollständig)

Commons: Julia Marty – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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