Julia Ruhs
deutsche Journalistin
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Julia Ruhs (* 28. März[1] 1994 in Ludwigsburg[2]) ist eine deutsche Journalistin.

Leben und Werdegang
Julia Ruhs wuchs als Tochter einer Krankenschwester und eines Bankkaufmanns bei Ludwigsburg auf. Sie hat eine Schwester. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr in einem Krankenhaus ging sie ein halbes Jahr nach Costa Rica.[3] Anschließend studierte sie in Passau, Rom und Regensburg Demokratiewissenschaft und Kommunikationswissenschaft und war Stipendiatin der journalistischen Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung.[4] Ihre Masterarbeit schrieb sie über Russlands Desinformationspolitik gegen den Westen. Sie erhielt dafür den Sonderpreis der Bayerischen Staatsregierung und den ersten Nachwuchspreis des Dialogforums Sicherheitspolitik.[3]
Ab 2020[3] absolvierte Ruhs ein Volontariat beim Bayerischen Rundfunk[5] und betrieb den neunteiligen Podcast Kriegskind, in dem sie eine Zeitzeugin des Zweiten Weltkriegs ihre Geschichte erzählen lässt.[6] Seither ist Ruhs freiberufliche Journalistin und arbeitet vor allem für den Bayerischen Rundfunk.[7] Von November 2023 bis Dezember 2025 schrieb sie eine zweiwöchentliche Kolumne zu gesellschaftspolitischen Themen für Focus Online.[8] Im August 2025 veröffentlichte sie ihr erstes Buch mit dem Titel Links-grüne Meinungsmacht – die Spaltung unseres Landes im Langen Müller Verlag.[9][10]
Seit dem 20. Januar 2026 erscheint Ruhs’ zweiwöchentliche Kolumne unter dem Titel „Meine Meinung“ in der Bild-Zeitung.[11][12]
Kontroverse um ARD-Reportage (2025)
Bekanntheit erreichte Ruhs durch die erste von drei Pilotfolgen des ARD-Reportageformats Klar – Was Deutschland bewegt, das vom Bayerischen Rundfunk und vom Norddeutschen Rundfunk produziert wird.[13] Die Sendung Migration: Was falsch läuft vom 9. April 2025 warf einen kritischen Blick auf Folgen der Asylpolitik. Behörden seien überfordert, immer mehr Gemeinden und Städte am Limit. Die Autoren begleiteten Michael Kyrath, dessen Tochter bei der Messerattacke in Brokstedt 2023 von einem Asylbewerber erstochen wurde.[14] Politiker und Experten zum Thema Migration und Asylrecht und zur Frage eines Zusammenhangs von Migration und Kriminalität kamen zu Wort. Die Sendung wurde kontrovers diskutiert.[15][16][17]
Die Ausgabe fand ein kritisches Echo in Jan Böhmermanns Late-Night-Show ZDF Magazin Royale. Die Nichtregierungsorganisation (NGO) Neue deutsche Medienmacher*innen erhob den Vorwurf, dass Klar keine faktenbasierte, differenzierte und lösungsorientierte Berichterstattung biete.[18][19] Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hingegen nannte die Kritik an der Sendung „maßlos überzogen“.[20] Etwa 250 NDR-Mitarbeiter distanzierten sich in einem internen Brief vom Inhalt der Sendung, die „zu einem Generalverdacht gegenüber migrantisch gelesenen Menschen beitrage“.[21] Weiter hieß es: „[I]n unseren Augen [verletzte die Sendung] eine Reihe von Grundsätzen unserer journalistischen Arbeit und kommt unserem öffentlich-rechtlichen Auftrag gemäß NDR-Staatsvertrag nicht nach.“[22] Das Magazin Cicero schrieb von einer Mobbingkampagne von NDR-Mitarbeitern gegen eine „konservative Journalistin“ und nannte Ruhs die „bürgerliche Nachwuchshoffnung des BR“.[23]
Am 17. September 2025 gab der Norddeutsche Rundfunk bekannt, Klar ab 2026 eigenständig moderieren zu lassen. Zwei Tage darauf benannte er dafür die Journalistin Tanit Koch, die auch redaktionell mitarbeiten werde.[24] Ruhs werde nur für vom Bayerischen Rundfunk produzierte Folgen antreten.[25]
Publikationen
- Links-grüne Meinungsmacht. Die Spaltung unseres Landes. LMV, München 2025, ISBN 978-3-7844-3749-1.
Weblinks
- Julia Ruhs bei IMDb
- Julia Ruhs bei BR.de
- Julia Ruhs bei Focus.de
- Julia Ruhs bei Bild.de