Julia Zernack

deutsche Mediävistin From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Julia Zernack wurde 1962 in Gießen geboren.[1] Dort begann sie 1981 ein Studium der Chemie und Mathematik, das sie jedoch abbrach. Ab dem Folgejahr studierte sie Skandinavistik, Slawistik und Geschichte im Magisterstudiengang an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Später wechselte sie an die FU Berlin, wo sie ihren Magisterabschluss ablegte und 1992 zum Dr. phil. promoviert wurde.[2] Ihre Dissertation behandelte „Íslendingasögur in Übersetzungen deutscher Germanisten“. Vor und nach der Promotion war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FU Berlin und anschließend von 1994 bis 1998 an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig.[1]

Von 1999 bis 2001 lehrte Zernack als Professorin für Nordische Philologie mit altnordistischem Schwerpunkt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2001 wurde sie Professorin für Skandinavistik an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie war Geschäftsführende Direktorin des dortigen Instituts für Skandinavistik und langjährige Prodekanin des Fachbereichs 10 „Neuere Philologien“. 2013 wurde sie Mitglied der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität zu Frankfurt am Main.[2]

Zernacks Arbeitsgebiete in Forschung und Lehre waren skandinavistische Mediävistik, Rezeption der altnordischen Literatur in der Neuzeit, Wissenschaftsgeschichte und skandinavische Literatur der Neuzeit. Als Professorin in Frankfurt lag der Schwerpunkt ihrer Arbeit auf der Rezeption der „Edda“. Insbesondere erforschte sie, wie die darin aus dem isländischen Mittelalter überlieferten mythischen Stoffe im Laufe der Jahrhunderte in unterschiedlichen Literaturen und Kulturen weiterverarbeitet wurden. Sie leitete von 2007 bis 2014 das DFG-Projekt „Edda-Rezeption“ sowie ab 2013 das DFG-Projekt zum „Edda Kommentar“ (als Nachfolgerin des verstorbenen Initiators Klaus von See). Beide Projekte wurden 2019 mit Publikationen abgeschlossen – dem sechsten Band der Reihe „Edda-Rezeption“ (rezeptionsgeschichtliches Lexikon Gylfis Täuschung) und dem letzten Band des Edda-Kommentars. Zernack war unter anderem auch Mitherausgeberin einer Neuübersetzung von 64 Isländersagas, die 2011 in vier Bänden mit einem Begleitband im S. Fischer Verlag erschienen.[2]

2021 verstarb Julia Zernack im Alter von 58 Jahren nach langer schwerer Krankheit in Frankfurt.[3][4]

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

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