Juliane Marie Schreiber
deutsche Politologin, Publizistin und Autorin
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Juliane Marie Schreiber (* 3. Mai 1990 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Politologin, Publizistin und Autorin.[1]
Leben
Juliane Marie Schreiber studierte Politikwissenschaften und Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie an der Sciences Po Paris (Paris School of International Affairs).[2]
Während ihres Studienaufenthalts 2015 wurde sie Zeugin der Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris.[3][4]
Sie schloss das Studium mit einer Masterarbeit bei Herfried Münkler über asymmetrische Kriegsführung und die Terrormiliz Islamischer Staat ab. Bilder als Waffen. Die ikonische Ästhetisierung der neuen Kriege wurde mit dem Aquila-Ascendens-Nachwuchspreis für Sicherheitspolitik ausgezeichnet.[5] 2018 veröffentlichte sie Bilder als Waffen im Tectum Verlag (Nomos) mit einem Geleitwort von Herfried Münkler.[6]
Im März 2022 erschien ihre Gesellschaftskritik Ich möchte lieber nicht. Eine Rebellion gegen den Terror des Positiven im Piper Verlag.[7] Das Sachbuch stand auf Platz 4 der Spiegel-Bestsellerliste sowie drei Monate auf der Sachbuchbestenliste von Zeit, ZDF und Deutschlandfunk.[8][9][10][11] Es stand auf der Spiegel-Jahresbestsellerliste 2022 in der Rubrik Sachbuch Paperback auf Platz 16.[12] Der slowenische Philosoph Slavoj Žižek unterstützte ihr Buch mit dem Zitat „Die Wahrheit tut weh, darum wird Schreibers Buch Sie nicht glücklich machen. Aber es wird Sie zum Denken bringen, und das ist das Einzige, was heute zählt.“[13]
Im Mai 2026 erschien Wir sind Dynamit. Ein Manifest für Introvertierte in einer Welt der Selbstdarstellung im Piper Verlag und stieg nach wenigen Tagen auf Bestsellerlistenplatz 24 für Sachbuch Paperback ein.[14][15]
Ab 2015 gehörte sie zur Redaktion von Jung & Naiv, von 2017 bis 2019 hatte sie ein eigenes Interview-Format „Jung & Naiv – Schreiber Edition“.[16] Sie begleitete Gemeinsam mit Afrika auf eine Reise nach Sambia, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu stärken.[17] Sie arbeitet als freie Redenschreiberin, u. a. für Stiftungen und NGOs.
Positionen
Schreiber kritisiert, dass der Terminus Eigenverantwortung häufig als „Kampfbegriff verwendet wird, um wachsende soziale Ungleichheit dem Einzelnen in die Schuhe zu schieben.“ Das oft mit dem Konzept der Eigenverantwortung verbundene positive Denken sei „somit auch politisch“, da es den Status quo stabilisiere.
In „Wir sind Dynamit“ legt Schreiber dar, weshalb das Persönlichkeitsmerkmal Introversion eine Dimension sozialer Ungleichheit darstellt, da die „Fähigkeit zur Selbstdarstellung längst zum verinnerlichten Habitus der privilegierten Klassen“ geworden sei.[18]
Privates
Sie ist mit dem Philosophen Philipp Hübl verheiratet und lebt in Berlin. Das Paar hat eine gemeinsame Tochter.
Der Rudertrainer Theodor Körner war ihr Großvater.
Engagement
Schreiber unterstützt die Kabul-Luftbrücke.[19]
Auszeichnungen
- Aquila-Ascendens-Nachwuchspreis für Sicherheitspolitik 2019[20]
- Sachbuch-Bestenliste von Zeit, ZDF, Deutschlandfunk von April bis Juni 2022[8][9][10]
Publikationen
- Bilder als Waffen. Die ikonische Ästhetisierung der neuen Kriege. Tectum Verlag, Baden-Baden 2018, ISBN 978-3-8288-4195-6.
- Ich möchte lieber nicht. Eine Rebellion gegen den Terror des Positiven. Piper, München 2022, ISBN 978-3-492-06284-8.