Julie Fernsemer
deutsche Lehrerin und Gründerin eines Mädcheninstituts
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Julie Fernsemer (* 1830 in Untereichen; † 1896 in Krumbach) war eine deutsche Lehrerin und Gründerin eines Mädcheninstituts.
Leben
Julie Fernsemer wurde als uneheliches Kind im Weiler Untereichen in der Gemeinde Altenstadt geboren. Ihr Vater betrieb eine Mühle. Sie besuchte das Englische Institut der Maria-Ward-Schwestern in Günzburg und ab ca. 1850 das Töchterinstitut in Lautrach, dort schloss sie eine Ausbildung zur Lehrerin ab.[1]
Sie etablierte 1871 ein konfessionsunabhängiges Mädcheninstitut, zu einer Zeit, in der Krumbach lediglich eine gemeinsame Volksschule für Jungen und Mädchen bot.[2] Die Schule wurde mit behördlicher Genehmigung gegründet und startete das Schuljahr jeweils am 1. Oktober.[3] Sie schaltete über einen langen Zeitraum hinweg Anzeigen in verschiedenen überregionalen Zeitungen, um für das Institut zu werben.
Der Fokus lag auf christlicher Erziehung, häuslicher Ausbildung sowie Disziplin in Benehmen und Ordnung. Auf dem Lehrplan standen neben Sprachen (Deutsch, Französisch, Englisch) auch Handarbeiten, Zeichnen, Malen, Musik und Gymnastik unterrichtet.[4] Besonderer Wert wurde auf die Fächer deutsche Sprache, deutsche Literatur und Stylistik gelegt. Es fanden Töchter aller Konfessionen Aufnahme.[5]
1882 gab es erneut eine Jahresabschlussprüfung. Wie alljährlich, so sprach auch in diesem Jahr der Spezialinspektor seine vollkommene Zufriedenheit mit dem Ergebnisse der Prüfung aus.[6] Zu ihren Schülerinnen zählte unter anderem Hedwig Lachmann.[7]
Der Preis für ein Schuljahr betrug im Jahr 1873 270 Gulden.[3] 1888 betrug die Jahrespension bereits 465 Mark, zuzüglich Sondervergütungen für Musik, Gesang und Bedienung.[4]
Neben ihrer Arbeit als Institutsvorsteherin half sie auch Bedürftige. So gibt es Nachweise, dass sie 1894 zu Gunsten des Frauenvereins in Krumbach Neujahrsgratulations-Enthebungskarten gekauft, ebensolche Karten kaufte sie auch Zur Unterstützung hausarmer Personen in Krumbach
Julie Fernsemer starb 1896 in Krumbach.[1] Sie wurde mit einer Aufnahme in die FrauenOrte Bayerns geehrt, die direkt vom Bayerischen Staatsministerium getragen werden.
Weblinks
- Julie Fernemer auf bayern-frauen.de