Julie von Arenberg
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Julie Prinzessin von Arenberg (geborene Julia Gräfin Hunyady de Kéthely; * 1831 in Wien; † 1919 ebendort) war eine aus dem ungarisch-habsburgischen Hochadel stammende Persönlichkeit, die als Fürstin von Serbien und später als Angehörige des Hauses Arenberg hervortrat.[1] Ihre Biografie hat Bezüge sowohl zu adeligen Netzwerken der Habsburgermonarchie als auch zur serbischen Dynastiegeschichte und zu den politischen Umbrüchen Ostmitteleuropas im 19. und frühen 20. Jahrhundert.[2]

Leben
Sie entstammte einer ungarischen Magnatenfamilie und war die Tochter des kaiserlichen Kämmerers Ferencz Graf Hunyady de Kéthely und der Gräfin Júlia Zichy de Zich et Vásonykeő.[1] Im Jahr 1853 heiratete sie den seit 1842 im Wiener Exil lebenden Fürsten Mihailo Obrenović von Serbien.[1][3] Das Paar lebte zunächst in Wien und auf dem Gut Ivánka nahe Pressburg und kehrte 1859 im Zusammenhang mit der Rückkehr der Obrenović-Dynastie nach Serbien zurück.[3][4] In Belgrad bemühte sie sich um eine rasche Eingliederung in das öffentliche Leben, lernte Serbisch und trat bei ihrem Eintreffen demonstrativ in serbischer Tracht auf.[3] Die Ehe blieb kinderlos und zerbrach in den 1860er-Jahren; nach orthodoxem Recht war sie geschieden, aus katholischer Sicht jedoch nur von Tisch und Bett getrennt.[1][3] Später heiratete sie Karl Maria Herzog von Arenberg, einen jüngeren Sohn von Prosper Ludwig von Arenberg. Sie behielt den Besitz von Ivánka und verbrachte ihren Lebensabend zwischen Wien, Ivánka sowie den belgischen und luxemburgischen Besitzungen ihres zweiten Mannes.[1][5] Sie starb am 19. Februar 1919 in Wien.[5][6]
Wirken
Als Fürstin von Serbien übernahm sie eine sichtbare repräsentative Rolle und unterstützte ihren Mann politisch im Streben nach größerer Unabhängigkeit Serbiens vom Osmanischen Reich.[1] Innenpolitisch blieb sie umstritten, weil ihre katholische Konfession und ihre Kinderlosigkeit in Serbien auf Ablehnung stießen.[1] Sie richtete in ihrem Belgrader Palast eine katholische Hauskapelle ein und setzte sich karitativ für christliche Flüchtlinge aus Bulgarien ein.[1] Im Jahr 1863 wirkte sie in London an einer serbischen Mission mit, die nach dem türkischen Bombardement Belgrads die britische Öffentlichkeit und Politik für die serbische Sicht des Konflikts gewinnen sollte.[7][8] Auf ihrem Gut Ivánka richtete sie später ein Majorat ein und ließ dort eine Familiengruft für Angehörige der Familie Hunyady errichten.[1] Nach ihr wurde außerdem eine Teerose benannt.[1]