Julieta Fierro

mexikanische Astrophysikerin und Hochschullehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Julieta Norma Fierro Gossman (* 24. Februar 1948 in Mexiko-Stadt, Mexiko; † 19. September 2025 ebenda) war eine mexikanische Astrophysikerin und Hochschullehrerin. Sie war leitende Wissenschaftlerin am Institut für Astronomie an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM), wo sie Professorin an der Fakultät für Naturwissenschaften war. Sie war Mitglied des Nationalen Forschersystems (Stufe III) und seit 2004 bekleidete sie den XXV. Vorsitz der Mexikanischen Sprachakademie.[1][2]

Julieta Fierro, 2024

Leben und Werk

Fierro ist die Tochter eines Arztes und einer Mutter, die starb, als ihr jüngster Sohn, der das Down-Syndrom hatte, elf Monate alt war. Sie studierte Physik an der Fakultät für Naturwissenschaften der UNAM, wo sie 1974 ihren Bachelor-Abschluss erhielt. 1982 erwarb sie ihren Master of Science mit einer Arbeit, die sich mit der Untersuchung der physikalischen Bedingungen der Spiralgalaxie M101 befasste und auf Beobachtungen von ionisiertem Wasserstoff basierte, der entlang deren Scheibe verteilt war. Vier Jahre später veröffentlichte sie ihren ersten Artikel in den Publications of the Astronomical Society of the Pacific, diesmal mit einer ähnlichen Analyse, angewendet auf die Galaxie NGC 2403.[3][4]

Sie spezialisierte sich auf Astrophysik und konzentrierte sich in ihren Studien auf das Sonnensystem. Ihre Forschung umfasste die Messung chemischer Häufigkeiten an mehreren Schlüsselstellen innerhalb von Galaxien, um deren Entwicklung zu bestimmen, die von den Bedingungen ihrer Entstehung und der Art und Weise abhängt, wie Sterne Materie verarbeiten.

Von März 2000 bis Januar 2004 war sie Direktorin für Wissenschaftskommunikation an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM). Sie bekleidete außerdem Positionen wie Vizepräsidentin und Präsidentin der Bildungskommission der Internationalen Astronomischen Union sowie Präsidentin der Mexikanischen Akademie der Naturwissenschaftslehrer und des Mexikanischen Verbandes der Wissenschafts- und Technologiemuseen. Darüber hinaus war sie Vorstandsmitglied der Astronomischen Gesellschaft des Pazifiks, die sich vorrangig der Wissenschaftsvermittlung zur Verbesserung der Bildung widmet.[5]

Fierro hält einen Vortrag im Gran Museo del Mundo Maya

Sie kuratierte Museumsausstellungen, verfasste mehr als vierzig Bücher, 23 davon populärwissenschaftliche Bücher, und Artikel, wirkte in Radio- und Fernsehsendungen mit, konzipierte Wissenschaftsworkshops und hielt Vorträge. In Anerkennung ihres Engagements für die Popularisierung der Wissenschaft war sie Generaldirektorin für Wissenschaftsvermittlung der UNAM, Präsidentin der Mexikanischen Gesellschaft der Wissenschafts- und Technologiemuseen, der Mexikanischen Akademie der Naturwissenschaftslehrer, Mitglied der Bildungskommission der Internationalen Astronomischen Union und Vorstandsmitglied der Astronomischen Gesellschaft des Pazifiks. Sie hatte den 25. Sitz in der Mexikanischen Sprachakademie und am 21. April 2005 wurde sie zum korrespondierenden Mitglied der Königlichen Spanischen Akademie gewählt. Sie war außerdem Mitglied internationaler wissenschaftlicher Organisationen wie der American Academy of Arts and Sciences.[6][7]

Sie wirkte an der Gestaltung der Astronomiehalle an der UNAM mit, wo sie auch als Direktorin tätig war, sowie am Descubre-Museum in Aguascalientes. Sie arbeitete mit an der Gründung eines Wissenschaftsmuseums in Puerto Rico, der McDonald-Observatorien in den USA und des Suderland-Observatoriums in Südafrika.[8]

Fierro starb 2025 im Alter von 77 Jahren.[9]

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)

  • Ehrendoktorwürde der UNAM[10]
  • 2009: Ehrendoktor der Michoacán-Universität von San Nicolás de Hidalgo
  • 2017: Ehrendoktor der Autonomen Universität Benito Juárez von Oaxaca
  • 1992: Third World Network of Scientific Organizations outreach award
  • 1995: Kalinga Prize, UNESCO[11]
  • 1996: Primo Rovis Gold Medal, Trieste Center of Astrophysical Theory
  • 1998: Klumpke-Roberts Award, Astronomical Society of the Pacific
  • 1998: National Award for Science Journalism[12]
  • 2002: Latin American Award for the Popularization of Science, Chile,
  • 2003: Citizen's Medal of Merit from the Mexico City Assembly of Representatives
  • 2004: Benito Juárez Medal
  • 2005: Flama Recognition, Autonomous University of Nuevo León
  • 2009: Sor-Juana-Inés-de-la-Cruz-Preis der UNAM[13]
  • 2011: Vasco de Quiroga Medal
  • 2011: Ehrenmitglied der Royal Astronomical Society of Canada[14]
  • 2017: TWAS-ROLAC Regional Prize
  • 2021: Medal for the Scientific Merit Engineer Mario Molina
  • 2023: Mitglied der American Academy of Arts and Sciences
  • Pyropyga julietafierroae ist ein Glühwürmchen, welches nach ihr benannt wurde. Es wurde von Forschern der FES Zaragoza und des Instituts für Ökologie entdeckt.[15]

Einzelnachweise

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