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Julius Gauhe

deutscher Textilfabrikant und -färber From Wikipedia, the free encyclopedia

Julius Gauhe (* 24. April 1835 in Barmen; † 25. Juni 1912 in Eitorf)[1] war ein deutscher Unternehmer in der Textilindustrie; er besaß unter anderem ein Patent auf die Textilfarbe türkischrot. Er war ein Mäzen der Gemeinde Eitorf und wurde für sein soziales Engagement 1887 mit dem Ehrentitel eines (königlich preußischen) Kommerzienrats ausgezeichnet.

Julius Gauhe
Grab der Familie Gauhe auf dem Alten Friedhof in Eitorf

Familie

Julius Gauhe war ein Sohn von Julius Gauhe sen. (* 1809) und Julie Gauhe geb. von Eynern in Barmen. Er war verheiratet mit Maria geb. Schlieper. Die Familie Gauhe betrieb bereits in Barmen die Türkischrotfärberei Hösterey & Gauhe, die anfangs mit Naturfarbstoffen arbeitete.

Um 1850 wurde mittels Alizarin eine synthetische Herstellung von Türkischrot möglich und von der Familie Gauhe patentiert.

Fabrikant in Eitorf

1870 planten sie den Bau einer Türkischrotfärberei in Eitorf, erbauten dort aber dann zuerst eine Alizarinfabrik. Diese ging am 1. März 1873 in Betrieb unter Leitung der Brüder Julius, Fritz und Adolf Gauhe. Die Alizarinfabrik bestand bis zum 1. August 1900.

1879 wurde die Barmer Türkischrotfärberei Hösterey & Gauhe nach Eitorf verlegt. Der Sohn von Julius Gauhe, Walter (* 1864; † 2. November 1898) leitete die wegen häufiger Brände erforderliche Werkfeuerwehr. Das Unternehmen bestand bis 1909, der Versuch einer Neugründung als Eitorfer Türkischrot-Stückfärberei wurde 1910 eingestellt.

1889 stellte Julius Gauhe auf der Pariser Weltausstellung aus. 1891 wurde er von der Handelskammer zu Bonn zum Präsidenten aller Ausschüsse ernannt, kurz darauf auch zum Vorsitzenden des Kölner Eisenbahnrats.

Soziales Engagement

Gauhe ermöglichte seinen Arbeitern durch günstige Kredite den Bau eigener Häuser. 1891 besaßen 107 von 174 verheirateten Arbeitern bereits Wohneigentum. 1893/1894 spendete Gauhe der Gemeinde Eitorf 50.000 Mark zum Bau eines Krankenhauses. Außerdem kaufte er die Grundstücke am Keltersberg auf und überschrieb sie dem Verschönerungsverein, der den Berg aufforstete und dort Wege und Aussichtspavillons baute. Auch darüber hinaus waren Julius Gauhe und seine Familie prägend für das Eitorfer Gemeindeleben und das Eitorfer Dorfbild.

Villen in Eitorf

  • Haus Gauhe an der Ecke Brückenstraße / Hochstraße (abgerissen für den Bau des Hauses Max Gauhe)
  • Villa Gauhe (für Julius Gauhe) an der Parkstraße, heutiges CBT-Heim
  • Villa für Adolf Gauhe an der Bahnhofstraße gegenüber dem Bahnhof, seit ca. 1930 als Villa Boge bekannt
  • Haus für Isabelle Gauhe, ehemaliges Gärtnerhaus der Villa für Adolf Gauhe, Am Kapellenhof 4
  • Haus für Max Gauhe an der Ecke Brückenstraße / Hochstraße (zuletzt genutzt als Polizeiwache, abgerissen vor Globus-Neubau)

Literatur

  • Hermann-Josef Ersfeld: Eitorfer Bild-Chronik. Eitorf 1980.
  • Karl Schröder: Eitorf unter den Preußen 1815–1918. Verlag Franz Schmitt, Siegburg 2002, ISBN 3-87710-321-9.

Einzelnachweise

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