Jung Typ Hora
Tenderlokomotive
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Die Tenderlokomotiven Typ Hora wurden von der Lokomotivfabrik Jung in der Zeit von 1917 bis 1937 als Baulokomotiven in 17 Exemplaren gebaut. Von den Lokomotiven ist keine mehr vorhanden.
| Jung Typ Hora | |
|---|---|
historische Aufnahme von 1920 | |
| Nummerierung: | Sodafabrik Bernburg Tagebau Neukirchen 512-1-22 |
| Anzahl: | 17 |
| Hersteller: | Jung Fbr.-Nr. 2425…5576 |
| Baujahr(e): | 1917–1937 |
| Ausmusterung: | unbekannt |
| Bauart: | B n2t |
| Spurweite: | 900 mm |
| Länge: | 5630 mm |
| Länge über Kupplung: | 7500 mm |
| Breite: | 2250 mm |
| Höhe: | 3500 mm |
| Gesamtachsstand: | 1800 mm |
| Treibraddurchmesser: | 850 mm |
| Leermasse: | 14 t |
| Dienstmasse: | 17 t |
| Reibungsmasse: | 17 t |
| Radsatzfahrmasse: | 8,5 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 30 km/h |
| Indizierte Leistung: | 120 PS |
| Anfahrzugkraft: | 18 kN |
| Kesselüberdruck: | 12 bar |
| Rostfläche: | 0,72 m² |
| Verdampfungsheizfläche: | 42,1 m² |
| Steuerungsart: | Heusinger |
| Zylinderanzahl: | 2 |
| Zylinderdurchmesser: | 320 mm |
| Kolbenhub: | 400 mm |
| Bremse: | Wurfhebelbremse |
| Kleinster Halbmesser: | 40 m |
| Steuerung: | Heusinger |
| Wasservorrat: | 1,65 m³ |
| Brennstoffvorrat: | 0,9 t |
Geschichte
Vorkriegsgeschichte
Die Lokomotivtype wurde als Vorratslok für die Leistung von 125 PS und die Spurweite von 900 mm gefertigt und war bei Bestellung innerhalb weniger Tage lieferbar. Einige Lokomotiven kamen nicht über gelegentliche Mieteinsätze für Bauarbeiten hinaus, andere wiederum gelangten an Kunden für dauerhaften Einsatz, wie z. B. die Fabriknummern 2426 und 2427 im Besitz der Grube Elise II im Ammendorfer Revier.[1] Die Lokomotive mit der Fabriknummer 3372 wurde 1922 an die Sodafabrik Bernburg geliefert.[1] Die anderen Lokomotiven wurden für Einsätze für Züge auf Sandbahnen oder sonstige Transportaufgaben verwendet. Lokomotiven vom Typ Hora gelangten in die Niederlande,[2] nach Dänemark, die Philippinen und nach China.
Nachkriegsgeschichte
Nach dem Zweiten Weltkrieg ist lediglich ein Exemplar bekannt, das sich im Tagebau Neukirchen mit der Fabriknummer 2425 befand und die Bezeichnung nach dem DDR Bergbaubezeichnungssystem 512-1-22 trug.[3]
Eine Lokomotive ist nicht erhalten geblieben, Ausmusterungsdaten sind ebenfalls nicht bekannt.
Technik
Die Lokomotiven hatten ein laufachsloses Fahrwerk zur Erzielung einer hohen Reibungslast. Sie waren mit einem Nassdampftriebwerk mit Flachschieber ausgerüstet.
Die Lokomotiven besaßen einen genieteten Wasserkastenrahmen und zusätzlich seitliche Kästen für Kohlen und Wasser. Der Kessel war einschüssig. Für die Verfeuerung von Braunkohle waren sie mit einer stählernen Feuerbüchse und Funkenfängerschornstein ausgerüstet. Sie besaßen eine Heusinger-Hängeeisensteuerung, die mit einer Hebelsteuerung bedient wurde.
Für den Bauzugeinsatz für schwere Lorenzüge waren die Loks mit einer mittleren Zug- und Stoßeinrichtung mit großer Prallplatte versehen. Für Sondereinsätze wie dem Braunkohlebergbau waren Kupplungssysteme wie die Mittelpuffer-Kupplung vorgesehen.
Literatur
- Stefan Lauscher/Gerhard Moll: Jung-Lokomotiven, EK-Verlag, Freiburg 2014, ISBN 978-3-88255-798-5, Seite 202–203
- Museum Borna, Datenliste Braunkohlengeräte, versch. Geräteskizzen
