Junge Tagung Öffentliches Recht
jährliche Tagung für wissenschaftliche Mitarbeiter im öffentlichen Recht
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Die Junge Tagung Öffentliches Recht, kurz JTÖR (bis 2020: Assistententagung Öffentliches Recht, kurz AssÖR), ist eine jährliche Veranstaltung für alle wissenschaftlichen Mitarbeiter und Assistenten im öffentlichen Recht im deutschsprachigen Raum, die sich noch nicht habilitiert haben. Sie ist mit durchschnittlich 200 Teilnehmern die größte Veranstaltung dieser Art im deutschsprachigen Raum und wird häufig auch die kleine Staatsrechtslehrer-Tagung genannt.
Die wissenschaftliche Konferenz findet jährlich an einer anderen deutschen, österreichischen oder schweizerischen Universität statt und wird von den dortigen jungen Wissenschaftlern organisiert. Sie bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, Promotions- oder Habilitationsvorhaben der Fachöffentlichkeit vorzustellen. Darüber hinaus dient sie dem Knüpfen wissenschaftlicher Kontakte.
Die erste Assistententagung fand 1961 statt. Seit 1977 steht ihr wissenschaftliches Programm unter einem jährlich wechselnden Generalthema. Die etwa 10 bis 13 Referate werden in einem offenen Verfahren („call for papers“) von den Veranstaltern ausgewählt.
Seit 2021 heißt die Tagung, nach Diskussionen auf vorhergehenden Tagungen,[1] Junge Tagung Öffentliches Recht.[2]
Bisherige Veranstalter und Themen
- 2026: Göttingen: "Recht und Gericht"
- 2025: Potsdam: „Funktion und Funktionalität des Rechts“[3]
- 2024: Leipzig: „Zukunftsverfassungsrecht“[4]
- 2023: Hamburg: „Interaktionen: Internationalität, Intra- und Interdisziplinarität“[5]
- 2022: Zürich: „Verantwortung und Recht“ (zweite digitale Tagung aufgrund der COVID-19-Pandemie)[6]
- 2021: Münster: „Zugang zu Recht“ (erste digitale Tagung aufgrund der COVID-19-Pandemie in Deutschland)[7]
- 2020: Trier: „Der digitalisierte Staat“[8]
- 2019: Frankfurt a.M.: „Verfassungen – ihre Rolle im Wandel der Zeit“[9]
- 2018: Regensburg: „Richterliche Abhängigkeit – Rechtsfindung im Öffentlichen Recht“[10]
- 2017: Hagen: „Rechtskultur und Globalisierung“[11]
- 2016: Mainz: „Pfadabhängigkeit hoheitlicher Ordnungsmodelle“[12]
- 2015: Augsburg: „Rechtsfrieden – Friedensrecht“[13]
- 2014: Graz: „L’État, c’est quoi? – Staatsmacht im Wandel“[14]
- 2013: Bern: „Das letzte Wort – Rechtsetzung und Rechtskontrolle in der Demokratie“[15]
- 2012: Hamburg: „Kollektivität – Öffentliches Recht zwischen Gruppeninteressen und Gemeinwohl“[16]
- 2011: Speyer: „Verwaltungsrechtsraum Europa“[17]
- 2010: Greifswald: „Risiko im Recht – Recht im Risiko“[18]
- 2009: Bonn: „Recht und Markt. Wechselbeziehungen zweier Ordnungen“[19]
- 2008: Heidelberg: „Freiheit – Sicherheit – Öffentlichkeit“[20]
- 2007: Berlin: „Netzwerke“[21]
- 2006: Wien: „Recht und Medizin“[22]
- 2005: Bielefeld: „Die Europäische Verfassung – Verfassungen in Europa“[23]
- 2004: Jena: „Recht und Ökonomik“[24]
- 2003: Luzern: „Integration und Recht“[25]
- 2002: Hamburg: „Pluralität des Rechts – Regulierung im Spannungsfeld der Rechtsebenen“[26]
- 2001: Potsdam: „Religion und Weltanschauung im säkularen Staat“[27]
- 2000: Gießen: „Funktionen und Kontrolle der Gewalten“[28]
- 1999: Zürich: „Demokratie und Freiheit“[29]
- 1998: Münster: „Frieden und Recht“[30]
- 1997: München: „Föderalismus - Auflösung oder Zukunft der Staatlichkeit?“[31]
- 1996: Mainz: „Herausforderungen an das Recht der Informationsgesellschaft“[32]
- 1995: Rostock: „Kommunale Selbstverwaltung im Spiegel von Verfassungsrecht und Verwaltungsrecht“[33]
- 1994: Wien: „Allgemeinheit der Grundrechte und Vielfalt der Gesellschaft“[34]
- 1993: Bonn: „Auf dem Wege zu einer europäischen Staatlichkeit“[35]
- 1992: Regensburg: „Verfassungsreform und Grundgesetz“[36]
- 1991: Bremen: „Wandel der Handlungsformen im öffentlichen Recht“[37]
- 1990: Marburg a.d.L.: "Umwelt und Recht"[38]
- 1989: Osnabrück: "Wirtschaft und Recht"[39]
- 1988: Trier: "Bundesstaatliche Ordnung und europäische Integration – Objektives Recht und subjektive Rechte – Information als Staatsfunktion"[40]
- 1987: Heidelberg: "Die Leistungsfähigkeit des Rechts"[41]
- 1986: Kiel: "Umschuldung in der Krise – Finanzverfassung in der Bewährung – Gewerberecht im Wandel"[41]
- 1985: Würzburg: "Technische Entwicklung und parlamentarische Souveränität: Das Parlament als Souverän – Verfassungs- und verwaltungsrechtliche Aspekte der Großtechnik"[42]
- 1984: Graz: "Demokratie und Wirtschaft im sozialen Rechtsstaat – Herausforderungen durch alternative Lebensformen"[43]
- 1983: Berlin: "Grundrechtsschutz und Verwaltungsverfahren unter besonderer Berücksichtigung des Asylrechts – Internationaler Menschenrechtsschutz"[43]
- 1982: Tübingen: "Tradition und Wandel im Verfassungsstaat: Die Rechtsstellung der Frau – Auswärtige Gewalt"[44]
- 1981: Wien: "Neuere Entwicklungen im öffentlichen Recht"[45]
- 1980: Freiburg i.Ue.: "Rechtliche Stellung und methodologische Probleme der Verfassungsgerichtsbarkeit – Nationales und internationales Wirtschaftsrecht"[45]
- 1979: Hamburg: "Der technologische Fortschritt und seine rechtliche Bewältigung"[46]
- 1978: Konstanz: "Aktuelle Fragen des öffentlichen Wirtschaftsrechts"[46]
- 1977: Linz: "Ausgewählte Probleme des Medienrechts"[47]
- 1976: Bern[47]
- 1975: Berlin[48]
- 1974: Göttingen[48]
- 1973: Zürich: "Demokratie und Föderalismus"[49]
- 1972: Mannheim[49]
- 1971: Köln[49]
- 1970: Wien[50]
- 1969: Speyer[51]
- 1968: Regensburg[51]
- 1967: Bochum[51]
- 1966: Kiel[52]
- 1965: Marburg a.d.L.[52]
- 1964: Freiburg i.Br.[52]
- 1963: Bonn[52]
- 1962: München[53]
- 1961: Hamburg[53]
Literatur
- Helmuth Schulze-Fielitz: 25 Jahre Assistententagung. Über Geschichte und Funktion der Tagungen der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Fachrichtung „Öffentliches Recht“ 1961–1985. In: JöR 34 (1985), S. 35–69.
- Dirk Heckmann: Zwischen Spontaneität und Professionalität. Zehn weitere Jahre Assistententagung Öffentliches Recht (1986–1995). In: JöR 44 (1996), S. 237–254.
- Florian Groeblinghoff und Konrad Lachmayer: Die Assistententagung Öffentliches Recht auf dem Weg ins 21. Jahrhundert. In: JöR 55 (2007), S. 429–454.
- Perspektiven des Öffentlichen Rechts: Festgabe 50 Jahre Assistententagung Öffentliches Recht, Nomos, Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-6619-5.
- Sebastian Bretthauer, Christina Henrich, Berit Völzmann, Leonard Wolckenhaar, Sören Zimmermann (Hrsg.): Wandlungen im Öffentlichen Recht: Festschrift zu 60 Jahren Assistententagung – Junge Tagung Öffentliches Recht, Nomos, Baden-Baden, ISBN 978-3-8487-6383-2.