Justinus-Felsen
archäologische Stätte in Deutschland
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Der Justinus-Felsen ist ein Block aus blauem Tonschiefer mit antiker Inschrift. Er steht auf dem Gebiet des Ortes Lindschied bei Bad Schwalbach im Aartal, direkt an der Aartalbahn bei Bahnkilometer 25,7. Am besten zu erreichen ist der Felsen über Bad Schwalbach-Adolfseck. Zwar liegt der Felsen geographisch auf Lindschieder Gebiet, aber Lindschied selbst liegt auf der Höhe, der Felsen befindet sich aber im Aartal unweit des Ortes Adolfseck am Osthang des Seifenberges. Es ist die einzige bekannte römische Felsinschrift Hessens.



Beschreibung
In der ebenen Felswand hat sich, vermutlich zur Zeit der römischen Besatzung, ein Mann namens Ianuarius Iustinus mit seinem Namen verewigt. Vermutlich handelte es sich bei Iustinus um einen römischen Auxiliarsoldaten oder Legionär, der entweder am 200 m entfernten Obergermanischen Limes Wachdienst leistete oder Steinbrucharbeiten durchführte und hier seinen Arbeitsplatz markiert hatte.
Die zweizeilige Inschrift IANVA / RIVS IVSTINVS aus 3 bis 6 cm großen Buchstaben befindet sich in einer Höhe von 1,50 m über dem Boden eingemeißelt auf einer Fläche von etwa 47 × 11 cm am Hangfuß eines 3,80 m hohen Einzelfelsens aus blauem Tonschiefer. Dessen ozeanische Entstehung wird in das Unterdevon gelegt. Offenbar bietet die vertikale glatte Struktur der leicht überhängenden Felswand sowie die wettergeschützte Lage an der Ostseite eine geschützte Stelle, so dass die Inschrift bis heute nicht verwitterte.[1]
Erstaunlich ist außerdem, dass der Felsen sich schon nördlich der Grenzlinie, also schon außerhalb des römischen Gebiets, befand.
Im Jahr 2000 wurde die Inschrift anlässlich der Eröffnung des Wanderwegs zum Justinusfelsen farbig gekennzeichnet; einerseits zur Hervorhebung der Inschrift als auch um weitere Verwitterung aufzuhalten. Bei den konservatorischen Arbeiten wurden damals die Spuren von zwei älteren Fassungen angetroffen.[2]
Literatur
- Dietwulf Baatz: Der Römische Limes. Archäologische Ausflüge zwischen Rhein und Donau. 4. Auflage, Gebr. Mann, Berlin 2000, ISBN 3-7861-2347-0, S. 116.
- Margot Klee: Der Limes zwischen Rhein und Main. Theiss, Stuttgart 1989, ISBN 3-8062-0276-1, S. 64.
- Stephan Bender: Der Justinusfelsen. Führungsblatt zu der römischen Felsinschrift und den Limesanlagen im Aartal bei Bad Schwalbach, Rheingau-Taunus-Kreis. (Archäologische Denkmäler in Hessen, Heft 165). Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden, ISBN 3-89822-165-2.
Weblinks
- Das Numeruskastell Kemel und der Justinus-Felsen im Aartal bei Adolfseck auf der privaten Limesprojektseite von Stefan Dornbusch
- Justinusfelsen bei Lindschied auf: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. (Informationssystem über die Historische Kulturlandschaft und das landschaftliche Kulturelle Erbe)
- Justinusfelsen auf www.taunus.info
- Der Justinusfelsen, Abschnitt: Der Justinusfelsen auf https://www.bad-schwalbach.de