Justus van der Nypoort
Niederl.Grafiker
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Justus van der Nypoort (* um 1625 in Utrecht; † nach 1692) war ein niederländischer Maler und Radierer.

Leben
Er wurde als Sohn des Dekans von St. Maria in Utrecht, Willem van Nypoort, um 1625 geboren. Seine Ausbildung erhielt er ab 1639 bei Pieter van Portengens. Ab 1672 ist seine Tätigkeit mit Jan van Bunnick und Andries de Wit in Rees bei Kleve dokumentiert. Später, ab 1683, verlagerte sich seine Tätigkeit auf das Herrschaftsgebiet der Habsburger.
Seine Radierungen stellen hauptsächlich Szenen aus dem Leben der Bauern dar. Außerdem radierte er einige religiöse und allegorische Darstellungen, Schlachtenszenen und eine Folge von 33 Ansichten der Schloss- u. Gartenanlagen der fürstbischöflichen Residenz in Kroměříž (Tschechien). In den letzten Jahrzehnten seines Lebens konzentrierte sich seine Haupttätigkeit auf die Buchillustration.
1686 veröffentlichte Anthoni Ernst Burckhard von Birckenstein (1654/55–1721) ein Lehrbuch der Geometrie mit dem Titel Ertz-Hertzogliche Handgriffe Deß Zirckels vnd Linials Oder Außerwehlter Anfang zu denen Mathematischen Wissenschaften im Selbstverlag und ließ es in Wien bei Johann van Ghelen drucken. Birckenstein war kaiserlicher Feld- und Land-Ingenieur des Königreichs Böhmen und Lehrer des österreichischen Kronprinzen und Erzherzogs Josephs (des späteren Kaisers Joseph I.) in Kriegswissenschaften.[1] Zum Erfolg des Buches haben auch van der Nypoorts über 100 Radierungen von Städten, Festungen und Schlössern des damaligen Königreichs Ungarn beigetragen. Nypoorts Signatur befindet sich links unten auf der Ansicht der Burg Ugod nach S. 62.[2] Mit diesen Veduten wurde auch Der ungarische Kriegsroman von Eberhard Werner Happel illustriert.[3]
Justus heiratete am 9. November 1677 in der Kathedrale von Ljubljana Maria Anna Paulin (oder Pavlin). Er hatte ein Kind, das im Alter von 4 Jahren starb. Die Umstände und Zeitpunkt seines Todes sind unbekannt.
Literatur
- György Rózsa (Hrsg.): Das Geometriebuch des Kronprinzen / A Trónörökös Mértankönyve. Als Beilage zu: Ertzherzogliche Handgriffe deß Zirckels und Linials, oder außerwehlter Anfang zu denen mathematischen Wissenschafften. Faksimileausgabe. Balassi Kiadó (Verlag), Budapest 2001.
- Georg Rózsa: Neue Angaben zum Leben und Werke Justus van der Nypoorts. In: Nederlands Kunsthistorisch Jaarboek (NKJ). Band 23. Brill, 1972, S. 213–222, JSTOR:24705660.
- György Rózsa: A Birckenstein-fele metszetes könyv (= Az Országos Széchényi Könyvtár Kiadványai XXXVI). Budapest 1957.
- Moehring–Olivié. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 25: Moehring–Olivié. E. A. Seemann, Leipzig 1931, S. 544 (biblos.pk.edu.pl).
- Ján Tibenský: Slovensko-turecký svet v ilustráciách A. E. Birkensteina a v Uhorskom vojnovom románe W. E. Happelia. In: Vlastivedný časopis 17 (1968), S. 105–117 (Online).
- Alfred von Wurzbach: Niederländisches Künstlerlexikon mit mehr als 3000 Monogrammen. Band 2. Halm und Goldmann, Wien und Leipzig 1906, S. 247 (uni-heidelberg.de).
Weblinks
- Nypoort, Justus van den. In: RKD Research. Abgerufen am 6. Januar 2024 (englisch).