Jörg Glombowski
deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer
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Jörg Glombowski (* 26. April 1943 in Osterode am Harz; † 6. November 2021) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Jörg Glombowski legte 1962 in Osterode am Harz die Reifeprüfung ab und studierte von 1962 bis 1968 Volkswirtschaftslehre an der Universität Frankfurt/M. (1962 bis 1964) und der Freien Universität Berlin (1964 bis 1968). Nach seiner Prüfung zum Diplom-Volkswirt arbeitete er dann als wissenschaftlicher Assistent an der FU Berlin und zwar am Institut für angewandte Wirtschaftstheorie bzw. dem Institut für quantitative Ökonomik und Ökonometrie. 1974 promovierte er dort zum Dr. rer. pol. bei Kurt Elsner mit einer Dissertation über Ansätze zu einer Theorie der geplanten Obsoleszenz.[2] Von 1980 bis 1993 lehrte er als Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Tilburg in den Niederlanden. 1993 wechselte er auf eine Professur für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. 2007 trat er dort in den Ruhestand. Von 1998 bis 2004 wirkte er mit am DFG-Graduiertenkolleg „Europäische Integration und gesellschaftlicher Strukturwandel“. Er war u. a. Herausgeber der Zeitschrift „Ökonomie und Gesellschaft“. In seinen Veröffentlichungen trat er als Vertreter einer kritischen Wirtschaftstheorie hervor.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- (mit Reinhard Wegener u. Georgios Stamatis): Jürgen Habermas und die „Kritik der politischen Ökonomie“. Verlag Mehrwert, Berlin 1976, ISBN 3-921506-10-7.
- A Marxian model of long run capitalist development. In: Zeitschrift für Nationalökonomie, Bd. 43 (1983), H. 4, S. 363–382.
- Technischer Fortschritt. Reallohn und Beschäftigung in einem Marxschen Modell langfristigen Wachstums. In: Harald Hagemann/Peter Kalmbach (Hrsg.): Technischer Fortschritt und Arbeitslosigkeit. Campus-Verlag, Frankfurt/M. 1983, ISBN 3-593-33246-9, S. 167–185.
- Arbeitslosigkeit trotz Beschäftigungspolitik. In: Bernd Rahmann (Hrsg.): Beschäftigungspolitik zwischen Abgabenwiderstand und Ausgabenwachstum. Transfer-Verlag, Regensburg 1987, ISBN 3-924956-23-5, S. 1–16.
- (mit Joop de Kort): Neglect of workers' preferences. An example of planning failure. In: Jahrbuch der Wirtschaft Osteuropas, Bd. 14 (1990), H. 2, S. 97–113.
- Werner Sombarts Theorie der Mode. In: Jörg Glombowski (Hrsg.): Zur kontinentalen Geschichte des ökonomischen Denkens. Metropolis-Verlag, Marburg 1998, ISBN 3-89518-020-3, S. 67–114.
- Zur Divergenz der Inflationsverläufe in den Transformationsländern. In: Hans-Joachim Stadermann/Otto Steiger (Hrsg.): Herausforderung der Geldwirtschaft. Theorie und Praxis währungspolitischer Ereignisse. Metropolis-Verlag, Marburg 1998, ISBN 3-89518-231-1, S. 149–180.
- Opportunismus und Sicherungsinstrumente im Markt für Briefmarken. In: Dirk Ipsen (Hrsg.): Institutionenökonomie. Theoretische Konzeptionen und empirische Studien (= Frankfurter Abhandlungen zu den gesamten Staatswissenschaften, Bd. 5). Haag u. Herchen, Frankfurt/M. 2002, ISBN 3-89846-157-2, S. 117–154.
- (mit Klaus Gilgenmann): Institutionen der Elementareinheiten soziokultureller Evolution. In: Michael Schmid/Andrea Maurer (Hrsg.): Ökonomischer und soziologischer Institutionalismus. Interdisziplinäre Beiträge und Perspektiven der Institutionentheorie und -analyse. Metropolis-Verlag, Marburg 2003, ISBN 3-89518-415-2.
- (mit Klaus Gilgenmann): Ein einfaches Modell zur Darstellung von Integrationsprozessen. In: Horst Hegmann (Hrsg.): Die Europäische Integration aus politökonomischer Perspektive. Metropolis-Verlag, Marburg 2002, ISBN 978-3-89518-378-2, S. 69–98.
- (Hrsg.): Erweiterung und Integration der EU. Eine Rechnung mit vielen Unbekannten (= Forschungen zur europäischen Integration, Bd. 9). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, ISBN 978-3-531-14288-3.
Festschrift
- Nora Fuhrmann (Hrsg.): Gegen den Strich. Ökonomische Theorie und politische Regulierung. Festschrift für Jörg Glombowski zum sechzigsten Geburtstag. Hampp, München 2003, ISBN 3-87988-724-1.