Jörg Seibold

deutscher Journalist, Dokumentarfilmer und Redakteur From Wikipedia, the free encyclopedia

Georg Richard „Jörg“ Seibold (* 2. Januar 1957 in Augsburg; † 13. März 2026 in Berlin) war ein deutscher Journalist, Dokumentarfilmer, Musiker und Komponist.

Jörg Seibold
Jörg Seibold

Leben und Wirken

Jörg Seibold legte 1976 am Holbein-Gymnasium in Augsburg das Abitur ab.

Anschließend studierte er Biologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und schloss 1984 mit dem Diplom ab.

Von 1984 bis 1986 arbeitete er als freier Wissenschaftsjournalist, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Augsburger Allgemeine und für den Hörfunk. 1985 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Frederic Vester in München. Von 1986 bis 1988 war er fester freier Mitarbeiter beim ZDF in der Redaktion Wissenschaft und Technik in München. 1987 erhielt er ein Robert-Bosch-Stipendium für Hospitationen bei GEO-Film in Hamburg und beim ZDF in Mainz.

1988 wechselte Seibold nach Berlin zu RIAS-TV, wo er bis 1992 als Redakteur für Wissenschaft, Medizin und Technik tätig war. Von 1992 bis 1994 war er Teamchef der Umweltredaktion von DW-TV. Nach einem Gaststudium an der DFFB in Berlin und an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam 1994/95 arbeitete er von 1995 bis 2022 als Redakteur bei der Deutschen Welle in der Redaktion Dokumentationen und Koproduktionen.

Neben seiner journalistischen und redaktionellen Arbeit war Seibold auch als Musikproduzent und Komponist für Film-, Fernseh-, Theater-, Tanz- und Werbeproduktionen tätig.

Werk

Bereits Anfang der 1990er Jahre realisierte Seibold mehrere Wissenschafts- und Dokumentarfilme, darunter Welt im Glashaus – Projekt Erde 2 und Cowboys, Forscher, Philosophen – Abenteuer Arizona (beide 1991), Regenbogenkrieger – Die Organisation Greenpeace (1993) sowie Die Rückkehr der Bionauten – Zwei Jahre im Glashaus (1993).

Weitere Arbeiten folgten mit Kolonialmacht Deutschland – Deutsch-Neuguinea (1996), Der fliegende Samariter – Edmund Kalau und seine Mission (1998), Kurs Lamotrek – Medizinische Nothilfe im Pazifik (1998), Programm Utopia – Zukunft der Freizeit (1999), Europa wächst! – Eine Reise durch Rumänien (2000), Geschichten aus Transsilvanien – Der Schriftsteller Eginald Schlattner (2001) und Kampf gegen den Terror – Eine Chronik (2001).

Als Konzeptioner, Redakteur und teilweise Realisator prägte Seibold zudem mehrere Reihen der Deutschen Welle, darunter Das Prometheus-Prinzip (1999), Abenteuer Medizin (2000) und Der durstige Planet (2003). Es folgten unter anderem Expedition M 66 – Auf Forschungsreise im Pazifik (2006), Von Goldgräbern und Tempelrettern – Auf Expedition in Kambodscha (2009), Expedition Heimat – Tunesien (2010), Expedition Heimat – Argentinien (2011), Das Prinzip der Erneuerung – Biomasse (2011) und Joachim Gauck – Der neue Präsident (2012).

2016 verantwortete Seibold bei der Dokumentation Gier – Ein verhängnisvolles Verlangen Buch und Regie. Der Film entstand als Koproduktion von Deutscher Welle und rbb. In einem begleitenden Director’s Statement beschrieb er das Projekt als persönliche und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Konsum, Statusdenken und menschlicher Unzufriedenheit.[1] Die englischsprachige DW-Beschreibung kündigte den Film als Dokumentation über Materialismus, Glückssuche und die Psychologie der Gier an.[2] 2017 wurde Greed – A Fatal Desire beim International Environmental Film Festival (FICMA) in Barcelona mit dem Sol de Oro als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.[3] Die Director’s-Cut-Fassung erzielte auf dem YouTube-Kanal DW Documentary Millionenabrufe.[4]

Auch als Filmkomponist war Seibold tätig. Für den Film Die verlorene Straße komponierte er die Musik. Zudem schuf er Musik für Tanzproduktionen von Jenny Coogan.

Filmografie (Auswahl)

  • 1991: Welt im Glashaus – Projekt Erde 2
  • 1991: Cowboys, Forscher, Philosophen – Abenteuer Arizona
  • 1993: Regenbogenkrieger – Die Organisation Greenpeace
  • 1993: Die Rückkehr der Bionauten – Zwei Jahre im Glashaus
  • 1995: A Schluck and a Schnitte – Krüger, Meyer, Schulz & Co. in Australien
  • 1996: Kolonialmacht Deutschland – Deutsch-Neuguinea
  • 1998: Der fliegende Samariter – Edmund Kalau und seine Mission
  • 1998: Kurs Lamotrek – Medizinische Nothilfe im Pazifik
  • 1999: Programm Utopia – Zukunft der Freizeit
  • 1999: Das Prometheus-Prinzip (7 × 28 Min.; Konzeption und Redaktion)
  • 2000: Europa wächst! – Eine Reise durch Rumänien
  • 2000: Abenteuer Medizin (6 × 26 Min.; Konzeption und Redaktion)
  • 2001: Geschichten aus Transsilvanien – Der Schriftsteller Eginald Schlattner
  • 2001: Kampf gegen den Terror – Eine Chronik
  • 2003: Der durstige Planet (6 × 26 Min.; Konzeption und teilweise Realisation)
  • 2006: Expedition M 66 – Auf Forschungsreise im Pazifik (3 × 26 Min.)
  • 2009: Von Goldgräbern und Tempelrettern – Auf Expedition in Kambodscha
  • 2010: Expedition Heimat – Tunesien
  • 2011: Expedition Heimat – Argentinien
  • 2011: Das Prinzip der Erneuerung – Biomasse
  • 2012: Joachim Gauck – Der neue Präsident
  • 2016: Gier – Ein verhängnisvolles Verlangen

Auszeichnungen und Nominierungen

Die zweiteilige Musikdokumentation Maschinenmusik – 40 Jahre Electronic & Dance aus Deutschland, an der Seibold beteiligt war, erhielt eine Gold Plaque bei den Hugo Television Awards in Chicago, einen Special Jury Remi Award beim WorldFest Houston sowie einen Intermedia Globe Silber beim World Media Festival in Hamburg.[5]

Für Das Prinzip der Erneuerung – Biomasse aus der Reihe Global Ideas war Seibold beim International Environmental Film Festival Green Vision in Sankt Petersburg nominiert.[6]

Die Reihe Der durstige Planet war 2004 für den Grimme-Preis nominiert.

2017 gewann Gier – Ein verhängnisvolles Verlangen beim FICMA in Barcelona den Sol de Oro als bester Dokumentarfilm.

2017 war die Deutsche-Welle-Produktion Whistleblower – Allein gegen das System mit der Redaktion Jörg Seibold für den Ernst-Schneider-Preis nominiert.[7]

Einzelnachweise

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