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Jüdischer Friedhof (Bad Wilsnack)

Begräbnisort im Landkreis Prignitz From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Jüdische Friedhof in Bad Wilsnack ist ein Begräbnisort im Landkreis Prignitz, der bis 1941 belegt wurde.

Beschreibung und Gedenken

Der Friedhof in Bad Wilsnack an der Akazienstraße ist in den städtischen Friedhof an dessen Südseite integriert. Die Begräbnisstätte besteht aus einer auf einem kleinen Hügel gelegenen 1,5 Ar großen umfriedeten Rasenfläche[1][2] mit einem Gedenkstein,[3][4] der in seiner Gestaltung einem jüdischen Grabstein nachempfunden wurde.[5] Zum Areal führt eine kleine Treppe mit Steinstufen, an deren Seite eine zweisprachige Tafel mit Informationen zur Geschichte des Ortes steht. Am Südhang ist der alte Eingangsbereich mit zwei gemauerten Stützpfeilern zu erkennen, deren verrostete Halterungen auf ein ursprünglich vorhandenes großes Tor verweisen.[1][5][6]

Der Sockel des 1965 an Stelle der Grabsteine aufgestellten Gedenksteins besteht aus Resten von jüdischen Grabsteinen,[2] auf denen noch einzelne Schriftzeichen erkennbar sind. Der Gedenkstein trägt auf der Vorderseite die deutsche Inschrift „Friedhof der jüdischen Gemeinde Bad Wilsnack. Blumen kommen - ihre Düfte vergehn. Menschen erscheinen - ihre Spuren verwehn. Verloren kann gehen Gut und Hab . Die Liebe allein reicht über das Grab“. Auf der Rückseite findet sich eine hebräische Inschrift, die bedeutet: „Im Herzen der Welt. Zum Gedächtnis der Juden von Bad Wilsnach“.[1] Im November 2020 wurde auf dem jüdischen Teil des Bad Wilsnacker Friedhofes eine weitere Hinweistafel aufgestellt,[3] die die Anlage und die dort bestatteten Familien beschreibt.[6]

Das Areal des Jüdischen Friedhofs und der Gedenkstein werden durch die Stadt Bad Wilsnack gepflegt. 2018 wurde der Jüdische Friedhof als Bodendenkmal in die Denkmalliste des Landes Brandenburg aufgenommen.[6]

Geschichte

Die Bestattungen von Verstorbenen aus Bad Wilsnack erfolgte erst auf dem jüdischen Friedhof in Havelberg,[6] bis um 1860 am städtischen Friedhof Bad Wilsnack ein jüdischer Begräbnisort mit einem eigenen Zugang angelegt wurde.[2] Er war etwa 240 Quadratmeter groß und hatte Platz für 45 Gräber, von denen 25 belegt wurden.[2][3]

Im Jahr 1941 fand die letzte Beisetzung statt. 1942 sollen noch 23 Grabstätten mit zehn bis zwölf Grabsteinen vorhanden gewesen sein. In der Zeit des Nationalsozialismus oder in den Jahren nach 1945 verwilderte der Friedhof, die Grabsteine waren zerstört, teilweise aus ihrer Verankerung gerissen oder entwendet. Nach 1945 wurde das Gräberfeld abgeräumt.[1][2][3][6]

An Stelle der Grabsteine wurde 1965 ein Gedenkstein aufgestellt, der 1986/87 geschändet wurde, als alle hebräischen Buchstaben mit Fensterkitt zugeschmiert wurden.[1][2]

Einzelnachweise

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