Jüdischer Friedhof (Nauen)

Friedhof in Nauen im heutigen Ortsteil Waldsiedlung im Landkreis Havelland in Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Jüdische Friedhof Nauen wurde im heutigen Ortsteil Waldsiedlung im Landkreis Havelland in Brandenburg angelegt. Die Belegung endete in der Zeit des Nationalsozialismus.

Jüdischer Friedhof Nauen

Geschichte

Die jüdischen Einwohner von Nauen nutzten einen kleinen Betraum für die Gottesdienste, bis sie um 1800 eine Synagoge in der Potsdamer Straße (heute: Goethestraße) einrichteten. Im Frühjahr 1855 wurde die Kreis-Synagogengemeinde Nauen gegründet, die bis 1894 aus den drei Ortsverbänden Kremmen, Nauen und Spandau bestand.[1]

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Toten der jüdischen Gemeinde Nauen in Berlin beigesetzt. 1819 wurde auf einer kleinen Anhöhe am westlichen Waldrand des heutigen Nauener Stadtforstes ein eigener Friedhof angelegt, mit einer Mauer umgeben und eine kleine Leichenhalle errichtet.[2]

Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Inneneinrichtung der Nauener Synagoge zertrümmert und der jüdische Friedhof verwüstet. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Friedhof letztendlich vollständig zerstört. Es sind keine Grabmale erhalten. Das Synagogengrundstück und Friedhofsgelände gingen 1939 bzw. 1941 in kommunale Hand über. Anfang November 2000 wurde ein dort errichtetes Denkmal mit aufgesprühten Hakenkreuzen beschmiert.[1][2]

Gedenken

: Denkmal für den Jüdischen Friedhof außerhalb von Nauen. Skulptur von Ingo Wellmann

1950 wurde am Ort des jüdischen Friedhofes ein Denkmal mit einer Plastik errichtet, die 1988 durch die Sandsteinfigur „Der Mahner“ des Bildhauers Ingo Wellmann[3] ersetzt wurde. Unterhalb der Figur befindet sich in den Sockel-Stein graviert der Text: „Im Gedenken an unsere verfemten und gemordeten jüdischen Mitbürger. Zu bleibender Mahnung für die Lebenden. Stätte des einstigen Jüdischen Friedhofs. Neugestaltet im Jahre 1988.“[1]

Das Mahnmal steht unter Denkmalschutz.[4] Die mit einem Metallzaun eingefriedete Gedenkanlage mit einem Durchmesser von etwa 10 Metern erinnert an den wesentlich größeren Friedhof an diesem Platz.[2]

Einzelnachweise

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