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Jürgen Neubacher

deutscher Musikwissenschaftler und Bibliothekar From Wikipedia, the free encyclopedia

Jürgen Neubacher (* 6. April 1958 in Haiger) ist ein deutscher Musikwissenschaftler und Bibliothekar.[1]

Leben und Wirken

Jürgen Neubacher studierte Musikwissenschaft, Buchwesen und Publizistik an der Universität Mainz und promovierte dort 1985 mit einer Arbeit über Joseph Haydn. Von 1987 bis 1991 war er als wissenschaftlicher Angestellter an der Universität Mainz tätig. Als Bibliotheksreferendar an der Universitätsbibliothek Siegen begann er 1991 die Ausbildung für den höheren Bibliotheksdienst und legte die Fachprüfung hierfür 1993 an der Fachhochschule für Bibliotheks- und Dokumentationswesen in Köln ab. Seit 1993 war er an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg als wissenschaftlicher Bibliothekar tätig; dort leitete er die Musiksammlung (einschl. Mediothek) und die Handschriftenabteilung. Neben der Herausgabe mehrerer Musikwerke legt Jürgen Neubacher zahlreiche Veröffentlichungen vor allem über die Geschichte des Musiklebens in Hamburg bzw. Altona vor, außerdem über Georg Philipp Telemann, Thomas Selle und Joseph Haydn.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Monographien

  • Finis coronat opus. Untersuchungen zur Technik der Schlußgestaltung in der Instrumentalmusik Joseph Haydns, dargestellt am Beispiel der Streichquartette. Mit einem Exkurs: Haydn und die rhetorische Tradition (= Mainzer Studien zur Musikwissenschaft, Bd. 22). Schneider, Tutzing 1986, ISBN 3-7952-0487-9 (= Dissertation Universität Mainz).
  • Die Musikbibliothek des Hamburger Kantors und Musikdirektors Thomas Selle (1599–1663). Rekonstruktion des ursprünglichen und Beschreibung des erhaltenen, überwiegend in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky aufbewahrten Bestandes. Hänssler, Neuhausen 1997, ISBN 3-7751-3007-1.
  • Georg Philipp Telemanns Hamburger Kirchenmusik und ihre Aufführungsbedingungen (1721–1767). Organisationsstrukturen, Musiker, Besetzungspraktiken. Mit einer umfangreichen Quellendokumentation (= Magdeburger Telemann-Studien, Bd. 20). Olms, Hildesheim 2009, ISBN 978-3-487-13965-4.

Aufsätze

  • "Idee" und "Ausführung". Zum Kompositionsprozeß bei Joseph Haydn. In: Archiv für Musikwissenschaft, Bd. 41 (1984), H. 3, S. 187–207.
  • Übersicht der handschriftlich und gedruckt überlieferten Werke von Thomas Selle. In: Thomas Selle (1599–1663). Beiträge zu Leben und Werk des Hamburger Kantors und Komponisten anlässlich seines 400. Geburtstages. Bautz, Herzberg 1999, S. 384ff., ISBN 3-88309-078-6.
  • (mit Otto-Ernst Krawehl): Rückgabe kriegsbedingter Handschriften und Drucke der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky aus Tiflis (1996) und Eriwan (1998). In: Auskunft. Zeitschrift für Bibliothek, Archiv und Information in Norddeutschland, Bd. 19 (1999), H. 1, S. 133–145.
  • Thomas Selle als Organisator der Kirchenmusik in Hamburg. In: Ebd., H. 3, S. 279–322.
  • Thomas Selle. "Ein verpflichtendes Erbe". In: Ebd., Bd. 20 (2000), H. 1, S. 65–75.
  • Göttinger Botanik und Hamburgs "Garthenlust". Ein unbekannter Telemann-Brief der Bayerischen Staatsbibliothek aus dem Füllhorn der Kalliope. In Ebd., Bd. 23 (2003), H. 2/3, S. 172–180.
  • Zur Musikgeschichte Altonas während der Zeit von Telemanns Wirken in Hamburg. In: Hans Joachim Marx (Hrsg.): Beiträge zur Musikgeschichte Hamburgs vom Mittelalter bis in die Neuzeit (= Hamburger Jahrbuch für Musikwissenschaft, Bd. 18). Lang, Frankfurt/M. 2001, S. 267–311, ISBN 3-631-38433-5.
  • Der Bach-Kopist Heinrich Georg Michael Damköhler und seine Rolle im Hamburger Musikleben der 1770er und 1780er Jahre. Mit neuen Quellen zur Händel-Rezeption in Hamburg. In: Bach-Jahrbuch, Bd. 100 (2014), S. 97–130.
  • Telemanns Hamburger Trauermusiken für römisch-deutsche Kaiser aus den Jahren 1740, 1745 und 1765. In: Adolf Nowak (Hrsg.): Trauermusik von Telemann (= Ortus-Studien, Bd. 18). ortus musikverlag, Beeskov 2015, S. 111–142, ISBN 3-937788-36-0.
  • Die Musiksammlung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Ihre Geschichte und Bestände. In: Ludger Syré (Hrsg.): Musiksammlungen in den Regionalbibliotheken Deutschlands, Österreichs und der Schweiz (= Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, Sonderbände, Bd. 116). Klostermann, Frankfurt/M. 2015, S. 155–167, ISBN 978-3-465-04235-8.
  • Eine Altonaer Trauermusik Telemannscher Herkunft für den dänischen König Friedrich V. von 1766. In: Bernhard Jahn/Ivana Rentsch (Hrsg.): Extravaganz und Geschäftssinn – Telemanns Hamburger Innovationen (= Hamburg yearbook of musicology, Bd. 1). Waxmann, Münster 2019, S. 195–208, ISBN 978-3-8309-3997-9.
  • Der Altonaer Organist Christian Friedrich Endter und seine Bedeutung als Telemann-Kopist. In: Ebd., S. 209–231.
  • Parodia – Imitatio – Zitat. Zu Selles Praxis des Komponierens über fremde und eigene Vorlagen. In: Ivana Rentsch (Hrsg.): Hamburger Gottseligkeit. Thomas Selle und die geistliche Musik im 17. Jahrhundert (= Musica poetica, Bd. 3). ortus musikverlag, Beeskov 2020, S. 119–140, ISBN 978-3-937788-64-7.
  • Der Kanon in den Kompositionen Georg Philipp Telemanns. Mit einigen Seitenblicken auf seine Verwendung bei Bach. In: Bach-Jahrbuch, Bd. 107 (2021), S. 165–184.
  • Telemanns Welfen-Musiken aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges. Beobachtungen und Überlegungen zu ihrer Entstehung und Überlieferung. In: Ralph-Jürgen Reipsch u. a. (Hrsg.): Die Überlieferung der Werke Telemanns. Perspektiven der Forschung (= Telemann-Konferenzberichte, Bd. 23). Olms, Baden-Baden 2024, S. 209–236, ISBN 978-3-487-17096-1.

Einzelnachweise

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