Königsallee (Bayreuth)

Straße in Bayreuth, Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Königsallee ist eine Straße in Bayreuth. Sie verbindet die Innenstadt mit der historischen Parkanlage Eremitage.

Die Königsallee in der Dürschnitz

Lage

Knick nach links an der Rollwenzelei – geradeaus die Kemnather Straße nach Aichig

Die Königsallee liegt im Osten der Stadt. Sie beginnt in der Dürschnitz an der zweigleisigen, gemeinsamen Trasse der Bahnstrecken Weiden–Bayreuth und Schnabelwaid–Bayreuth. Weitgehend geradlinig verläuft sie in östlicher Richtung, zunächst auf horizontalem Terrain, ehe nach rund 800 m der Anstieg auf den Nordhang des Eichelbergs beginnt. Dort kreuzt sie zunächst das Gleis der Bahnstrecke von Weiden und unterquert anschließend die Bundesautobahn 9. Auf dem Bergrücken angekommen, wendet sie sich an der Rollwenzelei abrupt rechtwinklig nach Norden. Sie folgt dem Bergrücken und verliert nach einer Kurve in Richtung Nordosten an Höhe. An der tiefsten Stelle in diesem Bereich kreuzt sie die Achse Eremitenhofstraße–Ochsenhut und wendet sich gleich darauf wieder nach Norden. Nach einem erneuten Anstieg erreicht sie ihren Endpunkt an der Eremitagestraße.

Geschichte

Bahnübergang Dürschnitz, Blick in die Richard-Wagner-Straße (um 1910)

Außerhalb des Stadtgebiets ließ der Bayreuther Markgraf Georg Wilhelm in den Jahren 1715 bis 1719 einen Park mit einem Schloss – genannt Eremitage – anlegen. Der Fuhrweg dorthin verlief über die schlecht ausgebaute Ziegelgasse, die heutige Badstraße.[1]

Anlässlich des bevorstehenden Besuchs des preußischen Königs Friedrich II. wurde 1739 die damals als Königsweg bezeichnete Straße gebaut.[2] Der Bruder der damaligen Markgräfin Wilhelmine besuchte erstmals 1740 Bayreuth.[3] In Verlängerung des Rennwegs (heute: Richard-Wagner-Straße) und der Straße Dürschnitz führte der Königsweg als breite, ebene Fahrstraße über Colmdorf zur Eremitage. Jedoch zog der König, der im dortigen Schloss logierte, den Weg über Sankt Georgen vor.[1]

1937 wurde der Abschnitt der Straße von der Dürschnitz bis zur Rollwenzelei als Reichsstraße 22 in das Netz der Reichsstraßen einbezogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese zur Bundesstraße 22, die in diesem Bereich seit den 2000er Jahren stattdessen über die Meyernreuther Spange geführt wird.

Nach 1913 waren auch die Namen Eremitager Straße und Eremitager Allee gebräuchlich.[1] Die Benennung der Straße als Königsallee erfolgte erst nach der Eingemeindung von Colmdorf und Sankt Johannis im Jahr 1939. Der Abschnitt zwischen dem Bahnübergang und der Einmündung der Friedrich-Ebert-Straße wurde schließlich 1967, im Zuge der Fertigstellung der Wieland-Wagner-Straße, der Königsallee zugeordnet.[2]

Beschreibung

Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium
Jean-Paul-Grundschule

Der Bahnübergang an der Dürschnitz wurde mit der Eröffnung der Wieland-Wagner-Straße 1967 geschlossen,[2] seitdem verbindet dort nur ein Fußgängertunnel die Richard-Wagner-Straße mit der Königsallee. Das Haus Königsallee 1 beherbergte das Wirtshaus Zum grünen Baum, im Volksmund (Zum) „Backsta“[Anm. 1] genannt. Im Oktober 1806 hatte ein Unbekannter dort aus dem Schutz einer Hecke heraus Backsteine auf die einrückenden französischen Truppen geworfen. Er richtete zwar keinen Schaden an, hatte die Stadt aber in eine heikle Lage gebracht.[4]

Am Haus Königsallee 11 befindet sich der Zugang zum Miedel’schen Garten, wo Jean Paul ein häufiger Gast war. Das heutige Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (Königsallee 17) an der Einmündung der Wieland-Wagner-Straße wurde 1894 bis 1896 für die ehemalige Königliche Lehrerbildungsanstalt zur Ausbildung evangelischer Volksschullehrer errichtet. Aus diesem Grund trug die daneben liegende, 1936 eröffnete Jean-Paul-Grundschule, bis 1962 den Namen Übungsschule.[5]

Dem Schulgelände gegenüber wurde ab 1959 der Stadtteil Neue Heimat auf bis dahin unbebautem Gelände hochgezogen. Linksseitig an der Kerschensteiner Straße befinden sich, hinter einer Wohnbebauung, in einem Schulkomplex u. a. die Staatliche Berufsschule I und die Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule Bayreuth.

Jenseits der Autobahnbrücke passiert die Königsallee das ehemals selbstständige Colmdorf mit dem gleichnamigen Schloss. Das folgende Gebäude mit dem Namen Rollwenzelei beherbergt die „Dichterstube“ Jean Pauls, in der der Schriftsteller seine bedeutendsten Werke verfasste.[6]

Nach Norden abgebogen, quert die Königsallee die Bahnstrecke aus Weiden auf einer aus Sandsteinquadern gemauerten Brücke. Im Stadtteil Sankt Johannis endet die Straße an der Eremitagestraße, die als Hauptzugang in den Eremitagepark führt.

Anmerkungen

  1. Backsta = Backstein
Commons: Königsallee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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