Neue Heimat (Bayreuth)

Stadtteil von Bayreuth From Wikipedia, the free encyclopedia

Neue Heimat ist ein Stadtteil von Bayreuth.

Frankenstraße in der Neuen Heimat

Lage

Die Neue Heimat liegt im Osten der Stadt, südöstlich der Dürschnitz. Sie wird im Norden von der Königsallee, im Süden und Osten von der Bahnstrecke Weiden–Bayreuth begrenzt. Die ältere Bebauung um die Graserstraße westlich des Bayernrings wird noch zur Dürschnitz gerechnet, die Grenze bildet der ehemalige Lauf des Tappert.[1] Historisch handelt es sich um ein vernässtes, ebenes Gebiet, das den ehemaligen Eimersweiher und das Flurstück Eimersweiherfeld umfasste.[2]

Geschichte und Beschreibung

Bis 1958 war das Gebiet nicht bebaut. In der Zeit des Nationalsozialismus sah der „Bebauungsplan Eremitager Allee“ 1940 eine dreigeschossige Wohnbebauung vor, was aber nicht realisiert wurde. In modifizierter Version wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg aber wieder aufgegriffen.[2]

1959 errichtete die Neue Heimat Bayern, ein gemeinnütziges Bau- und Wohnungsunternehmen mit Sitz in München,[3] die ersten Gebäude. Damit war das Unternehmen namengebend für das entstehende Viertel. In den 1960er Jahren entstanden, teilweise auch durch die GEWOG Wohnungsbau- und Wohnungsfürsorgegesellschaft der Stadt Bayreuth, überwiegend für Heimatvertriebene Mietwohnungen, die zum größten Teil von Angestellten und Beamten bezogen wurden. Das Viertel galt als gehobenes Mietwohnungsgebiet mit einem Stadtteilzentrum, das u. a. einen Supermarkt und eine Filiale der Sparkasse Bayreuth umfasste. Heute hat dieses Subzentrum keine nennenswerte Versorgungsfunktion mehr.[2]

Im Jahr 1990 war die Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften (BGAG) Eigentümer des Unternehmens Neue Heimat. Sie veräußerte ihre Wohnungen an die Münchener Unternehmensgruppe Alfons Doblinger, die im August 1993 790 Wohnungen in der Neuen Heimat an die GID Immobilien in Deutschland AG mit Sitz in Düsseldorf weiterverkaufte.[3] Durch den Erwerb als Eigentumswohnung konnten nicht wenige Haushalte zunächst bleiben. Indes begann ein grundlegender Wechsel der Bewohnerschaft. Er führte zu einer hohen Konzentration von Russlanddeutschen,[2] an welche nach den Bestimmungen des Wohnraumförderungsgesetzes schwerpunktmäßig freiwerdender Mietwohnraum vergeben wurde.[3]

Struktur

Die Neue Heimat weist mit der Tirolerstraße, der Frankenstraße und dem Bayernring drei Längsachsen in Nordost–Südwest-Richtung auf. Nahezu rechtwinklig dazu verlaufen vier Straßen (darunter der westlichste Abschnitt des Bayernrings), die in die Königsallee münden. Sämtliche Straßen des Straßennamenfelds wurden nach Volksstämmen benannt.[4]

Die ältesten Gebäude sind Zeilenhäuser mit Satteldächern zwischen der Pfälzer Straße und der Schwabenstraße. In den 1970er Jahren wurden sie durch Punkthäuser mit Flachdächern ergänzt, im östlichsten Bereich entstand eine Anlage mit eingeschossigen, flachen Bungalows[2] in Form von Reihenhäusern mit kleinen Gärten.

An der Hessenstraße befindet sich die Evangelisch-Lutherische Nikodemuskirche, unweit davon ist seit 2025 deren Jugendtreff Fluxin im Gebäude der ehemaligen Sparkassenfiliale untergebracht.[5]

Commons: Neue Heimat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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