KNM-ER 1813

wissenschaftliche Bezeichnung für den fossilen Schädel eines Homo habilis From Wikipedia, the free encyclopedia

KNM-ER 1813 ist die wissenschaftliche Bezeichnung für den fossilen Schädel eines erwachsenen, vermutlich kleinwüchsigen Homo habilis, der 1973 von Kamoya Kimeu in Koobi Fora, Kenia, entdeckt wurde.[1] Der Fund gilt als der bislang am vollständigsten erhalten gebliebene Schädel von Homo habilis.[2] Seine Bezeichnung verweist auf den Verwahrort, das Kenya National Museum (KNM), und den Fundort (ER = East Rudolf) östlich des Turkana-Sees (ehemals Rudolfsee).

KNM-ER 1813 (Nachbildung)
Größenvergleich: KNM-ER 1470, Holotypus von Homo rudolfensis (links) und KNM-ER 1813 (Nachbildungen)

Von diesem Schädel wurden nahezu sämtliche Knochen geborgen und – abgesehen von den fehlenden Schneidezähnen – blieb von jedem Oberkieferzahn mindestens auch eine Zahnkrone erhalten.[3] Die Rekonstruktion des Schädelinnenvolumens ergab eine maximale Gehirngröße von allenfalls 510 cm³,[4] weswegen der Fund zunächst der Gattung Australopithecus zugeschrieben wurde.[5] 1978 wurde hingegen vorgeschlagen, den Schädel einer neu einzuführenden Art namens „Homo africanus“ zuzuordnen,[6] und 1995 wurde er als Typusexemplar von „Homo microcranous“ ausgewiesen.[7] Letztlich führten jedoch die mit dem Fossil OH 24 geteilten Merkmale zu einer Revidierung ihrer anfänglichen Interpretationen und zu einem Konsens der Forscher hinsichtlich einer Zuordnung zu Homo habilis.

Für das Alter des Fossils wurden eine Untergrenze von 1,78 Millionen Jahren und ein wahrscheinliches Alter von 1,9 Millionen Jahren berechnet.[8][9]

Belege

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