KZ-Außenlager Passau II
Außenlager des KZ Mauthausen (1944-1945)
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Das KZ-Außenlager Passau II, auch KZ Passau Waldwerke, war ein Außenlager des KZ Mauthausen und bestand vom 9. März 1944 bis zum 7. November 1944. Zwischen 300 und 400 Inhaftierte mussten als Zwangsarbeiter Panzergetriebe und Bunkertüren herstellen.
Geschichte
1943 gründete die Zahnradfabrik Friedrichshafen (ZF) zusammen mit der Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie in Passau die Zweigstelle ZF Passau unter dem Tarnnamen „Waldwerke GmbH Passau“, die Panzergetriebe, Bunkertüren und technische Kleinteile herstellte.[1] Wegen zunehmenden Arbeitskräftemangels wurde Anfang März 1944 das KZ Passau II - Waldwerke gegründet. Inklusive der Zwangsarbeiter beschäftigte der Betrieb rund 1.200 Personen.[2]
Mit einem ersten Transport kamen etwa 100 KZ-Häftlinge in Passau II an, die zunächst im Ortsteil Lindau untergebracht wurden. Ende April/Anfang Mai 1944 wurden sie in einen Lagerkomplex nahe der Produktionshalle am nördlichen Donauufer in Passau-Grubweg umgesiedelt, die Arbeitsstätte befand sich in der Zahnradfabrik in der Donaustraße. Der Höchststand an Gefangenen betrug zwischen 300 und 450. Die meisten Gefangenen stammten aus Polen, der Sowjetunion und Frankreich. Die Fluktuation war relativ hoch, mehrmals wurden jeweils 100 bis 150 Häftlinge in die KZs Mauthausen oder Flossenbürg verbracht. Vermutlich waren diese Häftlinge für den weiteren Arbeitseinsatz zu entkräftet und mussten durch frische Arbeitskräfte ersetzt wurden.[3] Die Gefangenen mussten in zwei Schichten zu je 12 Stunden Panzergetriebe, Bunkertüren und technischen Kleinteile herstellen.[4]
Lagerführer war SS-Oberscharführer Vogelsang, über die Wachmannschaften gibt es keine Informationen.
Die Räumung des Lagers begann am 29. Oktober 1944, dabei wurden 150 Häftlinge ins KZ Flossenbürg gebracht. Am 6. November folgte die Verlegung von zwei Personen ins Außenlager Passau I, die verbliebenen Gefangenen mussten am 7. November 1944 einen Todesmarsch ins Außenlager Zschachwitz antreten, der zahlreiche Opfer forderte.
Ab Mai 1945 brachte die US-Armee auf dem ehemaligen Lagergelände Displaced Persons unter. 1946 wurde die Produktion wieder aufgenommen, 1953 übernahm die Zahnradfabrik Friedrichshafen das Werk erneut.
Erinnerungsobjekte an das Außenlager sind nicht vorhanden.[4]
Literatur
- Winfried Becker: Passau in der Zeit des Nationalsozialismus : ausgewählte Fallstudien. Universitätsverlag Passau, Passau 1999, ISBN 3-86036-031-0.