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Kalender in Tolkiens Mythologie

von J. R. R. Tolkien geschaffene Kalendersysteme From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Kalender in Tolkiens Mythologie sind sehr präzise Berechnungen des englischen Philologen und Schriftstellers J. R. R. Tolkien, die sich mit den Kalendern der realen Welt vergleichen lassen. Tokiens Mythologie („Legendarium“) spielt in einer fiktiven Vergangenheit der Erde (siehe Tolkiens Welt), die nach antiker und christlicher Tradition in Zeitalter eingeteilt wird.

Entstehung der Zeiteinteilung

Die Zeit in Tolkiens Mythologie beginnt mit der Erschaffung der Welt, die er in der Ainulindale folgendermaßen beschreibt:

„Eru war da, der Eine, der in Arda Ilúvatar heißt; und er schuf erstens die Ainur, die Heiligen, Sprösslinge seiner Gedanken; […] Als sie aber in die Leere gekommen waren, da sagte Ilúvater zu ihnen: ‚Sehet, dies ist euer Lied!‘ Und er zeigte ihnen ein Gesicht [Vision] und gab ihnen zu sehen, was sie zuvor nur gehört hatten; Sie sahen eine neue Welt, und sie wölbte sich in der Leere und wurde von der Leere getragen, doch war sie nicht gleich ihr […] Und plötzlich sahen die Ainur in der Ferne ein Licht, wie von einer Wolke mit einer Flamme im Herzen; und sie wussten, dass dies nicht nur ein Gesicht war, sondern dass Ilúvatar ein neues geschaffen hatte: Ea, die Welt, die ist.“

– J. R. R. Tolkien: Die Musik der Ainur. In: Das Silmarillion. S. 16.[1]

In der Zeit nach der Erschaffung der Welt gab es zunächst noch keine Zeiteinteilung, erst mit dem „Zeitalter der Zwei Bäume“ ergab sich durch deren Eigenart, abwechselnd in hellem Lichterglanz zu erstrahlen, eine Aufteilung der Tageszeiten und somit den ersten Tagesrhythmus. Die zwei Bäume Telperion (der Silberne) und Laurelin (der Goldene) erstrahlten aus eigener Kraft abwechselnd jeweils für etwa 12 Stunden und erhellten das Gebiet Valinor, in dem die Valar sich niedergelassen hatten. Innerhalb von sieben Stunden erblühte jeder Baum zu vollem Glanze und verblasste wieder, während der andere zu erstrahlen begann. So gab es zweimal am Tag eine Zeitspanne des milden Zwielichts, zu der beide Bäume nur schwach leuchteten, und in der sich ihre goldenen und silbernen Strahlen vermischten.[2] Ein Tag in Valinor teilte sich also bereits in 12 Valische Stunden, fünf getaucht in Goldlicht, fünf in Silberlicht und jeweils zweimal eine Stunde im Zwielicht (minyúcale, minuial „erstes Zwielicht/Morgendämmerung“ und atyúcale, aduial „zweites Zwielicht/Abenddämmerung“).

Melkor zerstörte diese Bäume, so wie er zuvor schon die Leuchten Ormal und Iluin zerstört hatte. Dadurch gab es kein Licht mehr in Mittelerde. Den Valar gelang es jedoch, von jedem der Bäume eine letzte Frucht zu erhalten, aus denen sie die Sonne und den Mond erschufen.[3] Der Mond zog seine Bahnen zunächst von Westen nach Osten und wieder zurück, dies vollführte er siebenmal, ehe auch die Sonne an den Himmel gesetzt wurde.[4]

Eine der Folgen dieser Taten Melkors war die Rückkehr der Noldor nach Mittelerde und die Verhüllung Valinors (siehe Quenta Silmarillion). In der Frühfassung seiner Mythologie (Das Buch der Verschollenen Geschichten), berichtet Tolkien darüber, dass in dieser Zeit in Valinor plötzlich drei Männer bei den Valar erschienen. Sie erschufen in drei Zeiteinheiten lange, unsichtbare Seile, mit deren Hilfe die Bahnen des Mondes und der Sonne gelenkt werden konnten. Diese Seile gaben sie in Manwes Obhut und sie wurden an einem Stein (dem Gonlath, also Seilstein) befestigt. Seit dieser Zeit sind die Welt und all ihre Geschöpfe, selbst die Valar, mit den Banden der Zeit verflochten und unterliegen ihren Gesetzen.

„Da überkam Furcht alle Götter, die weiter voraus sahen und wussten, dass sogar sie von jetzt an in bemessener Zeit dem allmählichen Altern unterworfen sein und ihre strahlenden Tage dahinschwinden würden, bis Ilúvatar sie beim Großen Ende zurückrief. Aber Fanuin sagte: ‚Nein, es ist nur die Musik der Ainur; denn seht, wer wir sind: Danuin, Ranuin und Fanuin, Tag und Monat und Jahr, doch die Kinder von Aluin, der Zeit, welcher der älteste der Ainur ist, der im Jenseits ist und Ilúvatar unterworfen; und von dort kamen wir, und dorthin gehen wir nun.‘ Darauf verschwanden diese drei aus Valinor; von ihnen aber rührt es her, dass die unveränderlichen Bahnen von Sonne und Mond geschaffen und alle Dinge der Welt der Zeit und dem Wandel untertan wurden.“

– J. R. R. Tolkien: Die Musik der Ainur. In: Das Buch der Verschollenen Geschichten. Teil 1.[5]

In der späteren Entwicklung des Legendariums rückte Tolkien von dieser mythologischen Herkunft der Zeiteinheiten ab. Nach der Veröffentlichung von Der Herr der Ringe kam Tolkien zur Überzeugung, dass auch für die Valar (in den frühen Werken Götter genannt) von Anfang an das Sonnenjahr die grundlegende Zeiteinheit war, da es das Wachstum bestimmt (vgl. Die valinorische Zeiteinteilung).[6]

Die Zeitalter

Die Zeit, in der Elben und Menschen leben, wurde von ihnen in mehrere Zeitalter der Kinder Ilúvatars eingeteilt.

  • Die erste Periode nannten sie „Die Zeitalter vor den Tagen“. Diese setzten sich aus 35 Zeitaltern, also 3500 Valischen Jahren zusammen. Sie reichen von der Ankunft der Valar in Mittelerde über den ersten Krieg gegen Melkor und Zerstörung der beiden Leuchten bis hin zur Erschaffung der „Zwei Bäume“. Tolkien vertrat später die Ansicht, dass die hier genannten Ereignisse großteils númenórische Mythen wären, aber auf realen Geschehnissen basierten. So hätte es die Leuchten nie gegeben, stattdessen sei die Sonne das Zentrum Ardas (Arda ist der Name des Sonnensystems) und der Mond sei nach dem Ersten Krieg geschaffen worden (siehe auch Flache Erde). Nach dieser Ansicht entspricht der Erste Krieg der Zeit, in dem die Erde unbewohnbar war (etwa dem Hadaikum).[7]
  • Die folgende Ära wird die „Jahre der Bäume“ genannt, eine Zeitspanne von 1500 Valischen Jahren. Sie wird auch die Zeit des Segens in Valinor genannt. Mit dem Erwachen der Elben im Jahr 1050 beginnt das „Erste Zeitalter der Kinder Ilúvatars“. Die Jahre der Bäume enden an dem Tage, als Fingolfin Beleriand erreichte und das erste Mal der Mond aufging, kurz nach dem Diebstahl der Silmaril durch Melkor, dem Brudermord von Alqualonde und der Verbannung oder dem Auszug der Noldor zurück nach Mittelerde.
  • Damit beginnen die „Jahre der Sonne“ (später Jahre von Beleriand genannt), deren erste 590 Sonnenjahre noch zum Ersten Zeitalter zählen. Dies ist die Zeit, über die besonders im Silmarillion, den Nachrichten aus Mittelerde und in der Geschichte der Kinder Húrins berichtet wird. Es endet mit dem Krieg des Zorns, dem Bündnis zwischen Menschen und Elben, dem Fall von Gondolin, der Verbannung Melkors von Arda und dem Versinken von Beleriand im Meer.
  • Das „Zweite Zeitalter“ zählte 3441 Sonnenjahre, begann mit der Gründung des Königreiches der Menschen in Númenor und den Grauen Anfurten in Lindon. Diese Geschichte wird ausführlich in den Nachrichten aus Mittelerde erzählt. Es umfasst den Untergang Númenors und endet mit der Schlacht des „Letzten Bündnisses aus Elben und Menschen“ in der Isildur in den Besitz des Einen Ringes gelangte.
  • Das „Dritte Zeitalter“ beginnt mit der Rückkehr Isildurs nach Gondor und endet nach 3021 Sonnenjahren mit der Zerstörung des Ringes, der Vernichtung Saurons und dem Weggang der Elben aus Mittelerde.
  • Das „Vierte Zeitalter“ beginnt nach der Krönung Aragorns (1. Mai 3019) zum König des wiedervereinigten Arnor und Gondor. Über diese Zeit gibt es nur noch wenige Aufzeichnungen, beispielsweise im Anhang zum Herrn der Ringe und in der History of Middle-earth.[8] Es wird „Das Zeitalter der Herrschaft der Menschen“, „Das Neue Zeitalter“ oder „Die Tage der Jüngeren“ genannt.[9]
  • Aktuell leben die Menschen im „Siebten Zeitalter“, vermutlich seit dem Jahr 1 nach Christus.[10]

Die valinorische Zeiteinteilung

Für die Zeitrechnung von Valinor gibt es zwei einander widersprechende Angaben.

In den Annalen von Aman entspricht ein Valisches Jahr etwas weniger als 10 Sonnenjahren. So dauerte beispielsweise die Flucht der Noldor nach dieser Rechnung etwa 48 Sonnenjahre. Dies ist die ältere Version, die zu Lebzeiten J. R. R. Tolkiens nicht veröffentlicht wurde.[11] Die exakte Umrechnung Valisches Jahr zu Sonnenjahr lautet wie folgt:[11]

  • 1 Baum-Stunde entspricht 7 Stunden unserer Zeit.
  • 1 Valischer Tag hat 12 Baum-Stunden.
  • 1 Valisches Jahr hat 1.000 Valische Tage.
  • Somit dauert 1 Valisches Jahr 7 × 12 × 1.000, also 84.000 Stunden unserer Zeit, was etwa 9,582 Sonnenjahren entspricht.

Es gab eine Fünftagewoche, die Lemnar genannt wurde, was Fünftage nach der Anzahl der Finger (leper) bedeutet, oder Aldalemmar (Baumwoche). Die Tage hießen Ar Manweo (Tag Manwes), Ar Ulmo (Tag Ulmos), Ar Fanturion (Tag der Geistbrüder, Irmo/Námo), Ar Veruo (Tag der Vermählten, Manwe/Varda und Aule/Yavanna) und Ar Neldion (Tag der Drei, Osse/Orome/Tulkas). Im Valischen Jahr gab es im Sommer eine Extrawoche die Endiën (die Mittleren) genannt wurde, der Saiwesana (Mittsommertag) bildete den mittleren dieser.[12]

Im Anhang von Der Herr der Ringe wird ein elbisches Jahr, dort yen genannt, mit 144 Sonnenjahren umgerechnet.[13] Diese Version wird in Tolkiens jüngeren Manuskripten verwendet. Für diese Version lautet die Umrechnung:[6]

  • 1 Valisches Jahr besteht aus 12 Valischen Monaten und entspricht 144 Sonnenjahren.
  • 1 Valischer Monat besteht aus 12 Valischen Tagen und entspricht 12 Sonnenjahren.
  • 1 Valischer Tag besteht aus 12 Valischen Stunden und entspricht exakt einem Sonnenjahr.

Die Valische Stunde (etwa 30 ½ Tage) kann weiter in 12 Primen à 12 Sekunden à 12 Terzen etc. aufgeteilt werden, bis hinunter zur Minime (= 12−7 Valische Stunden oder etwa 1/14 einer Sekunde unserer Zeit). Da sich die Valischen Tage, Stunden etc. nach der Länge eines Sonnenjahres richten, variiert ihre Länge durch die unterschiedliche Anzahl der Tage eines Sonnenjahres und durch die natürliche Verlängerung des Sonnenjahres. Die genaue Länge während der Zeit der Bäume, als diese Einheiten exakt waren, lässt sich nicht ermitteln.[6]

Tolkien versuchte später, den Widerspruch folgendermaßen aufzulösen:[6]

  • Ein Valisches Jahr entspricht 144 Sonnenjahren.
  • In dieser Zeitspanne altern Elben in Aman etwa wie die Menschen in einem Sonnenjahr.
  • In Mittelerde altern die Elben in 10 Sonnenjahren etwa wie die Menschen in einem Sonnenjahr.

Kalender Mittelerdes

Für die Kalender in Mittelerde gibt es eine einheitliche Einteilung:

Weitere Informationen Zeitraum, Quenya ...
ZeitraumQuenyaSindarin
Tagsana, sanaluin, ré, áredana, danuin, or
Wochelemnar, enquië, ostolalefnar, ochlad
Monatrana, ranaliun, ráneran, ranuin, ranoth
Jahreszeitya, yasseiaur, ior
Jahrfana, fanaluin, loafann, fanuin, ŷr
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Unterschiede bestehen jedoch in der Anzahl der Wochen- und Monatstage, die ein Sonnenjahr (Loa) ergeben, was einem Erdenjahr entspricht.

Der Kalender von Imladris

Die als Kalender von Imladris bekannte Zeitrechnung kann als repräsentativ für alle Elben in Mittelerde (nicht für Valinor) angesehen werden. Er ist wie folgt eingeteilt: Das Jahr beginnt mit dem Yestare, dem Neujahrstag, der in etwa dem 29. März des gregorianischen Kalenders entspricht. Eine elbische Woche (Enquië) in Bruchtal (Imladris) zählte sechs Wochentage. 1. Elenya (Sternentag), 2. Anarya (Sonnentag), 3. Isilya (Mondtag), 4. Aldúya (Tag der Bäume), 5. Menelya (Himmelstag), 6. Tárion (Hochtag), auch Valarya (Tag der Valar).[14] Die Namen sind in Quenya, obwohl in Mittelerde Sindarin gesprochen wurde.

Eine Eigenheit des Kalenders von Imladris ist, dass er sechs Jahreszeiten aufweist. Die erste Jahreszeit ist Tuile (Austreiben, Aufbrechen, Frühling) sie hat 54 Tage, was neun Wochen entspricht. Darauf folgen Laire (Grüne, Gesang, Sommer) mit 72 Tagen und Yávië (Ernte, Fruchtgebung, Frühherbst) mit 54 Tagen. Die drei kalten oder dunklen Jahreszeiten sind Quelle (Schwund, Vergehen) oder Lasse Lanta (Blattfall), 54 Tage, Hríve (Frost, Winter), 72 Tage und Coire (Erwachen), 54 Tage. Zudem gab es bei den Elben ein sogenanntes Yén (Langjahr) was 144 Sonnenjahre (loa „Wachstum“ oder coranar „Sonnenrunde“), 8.766 Wochen (enquier) oder 52.596 Tage (ré oder are) umfasste.[15] Um die Ungenauigkeit des Kalenders an den tatsächlichen Umlauf der Erde um die Sonne anzupassen, wurden die enderi in jedem zwölften Sonnenjahr verdoppelt, was unserem Schaltjahr gleichkommt.[16]

Die Zeitrechnung der Menschen

Die Menschen von Númenor und später in den Westlanden Mittelerdes verwandten die Königszeitrechnung, eine abgewandelte Form des Kalenders von Imladris. Sie wurde bis in das Jahr 2100 des Dritten Zeitalters angewendet. Abweichend zum elbischen System hatten die Númenórer anstelle der Sechstagewoche eine Siebentagewoche eingeführt. Das Jahr hatte 12 Astar (Monate), von denen zehn 30 Tagen und zwei 31 Tage zählte. Das Königsjahr begann mit der Wintersonnenwende (Yestare), auf die der Monat Narvinye folgte, und endete mit dem Mettarë. Zwischen den zwei Monaten mit 31 Tagen (Nárië und Cermië) lag ein Zusatztag, der Loende (Mittsommertag). Diese Zeiteinteilung kommt dem modernen gregorianischen Kalender sehr nahe, denn es wurde in jedem vierten Jahr ein Schaltjahr eingeführt. Ausnahme war jeweils das letzte Jahr eines Jahrhunderts (Haranye). Der zusätzliche Tag wurde an den Loende angehängt, so dass ein Schaltjahr zwei enderi (Mitteltage) hatte.

Ab 2100 wurde dieser Kalender durch die Truchsessenzeitrechnung ersetzt. Diese wies nur kleine Abweichungen von der Königsrechnung auf, so wurden von Nárië und Cermië auf 30 Tage verkürzt und nach den Monaten Súlime und Yavannië je ein Zusatztag eingeführt. Diese Tage hießen Tuilére (Austrieb, Aussaat) und Yáviére (Erntezeit). Lediglich im Auenland und in Bree gab es einen eigenen Kalender und bei den Dúnedain des Nordens wurden Sindarinnamen anstelle der Quenyabezeichnungen benutzt.[17]

Zur Zeit, in der Der Herr der Ringe spielt, galt folgender Kalender:

Weitere Informationen Monat/Zusatztag (Q.), Tage ...
Monat/Zusatztag (Q.)TageBedeutung Name im Auenland-KalenderEntsprechung im gregorianischen KalenderBemerkung
Yestarë01Neujahrstag, Jahresbeginn 2. Jul21./22. Dezember Wintersonnenwende
Narvinye30Sonnenerneuerung, Neufeuer NachjulJanuarZeit nach der Wintersonnenwende (vinya = jung, jugendlich, neu, erneuert)
Nénime30Nasser, Wässernder SolmathFebruarSchmelzen des Schnees und des Eises (nenya = nass, wässrig)
Súlime30Windiger RetheMärzMonat der oft Sturm bringt (súle = Atem, Hauch, Wind)
Tuilérë 1 Frühlingstag - 19., 20. oder 21. März Frühlingstagundnachtgleiche
Víresse30Wuchsanfang, Sprießen AstronAprilErscheinen des ersten Grüns (vírië = Jugend, Frische, Wachstum, Veränderung)
Lótesse30Blütenanfang ThrimidgeMaiErscheinen der ersten Blüten (lóte = Blüte, Blume)
Nárië30Sonniger, Feuriger VorlitheJuniErster warmer Monat (nar, nárië = Feuer, Flamme, Sonnenwärme)
Loëndë/Enderi 1/2 Mittjahrstag/Mitteltage Lithetage 22.–24. Juni Sommersonnenwende. In Schaltjahren wird der Loëndë durch zwei Enderi ersetzt.
Cermië30Schnitternte, Mahd NachlitheJuliErster Erntemonat (Beeren und Getreideernte; cermië = Mahd, Schnitternte)
Úrime30Heißer, Glühender WedmathAugustWärmster Monat (úrië = Hitze, Verbrennung)
Yavannië30Erntezeit, Fruchtreife HalimatSeptemberZeit der Fruchternte (yavanna = Fruchtgebung, Fruchtgeschenk)
Yáviérë 1 Herbsttag - 22., 23. oder 24. September Herbsttagundnachtgleiche
Narquelië30Sonnenverblasser, Feuerschwund WinterfilthOktoberabnehmende Sonneneinstrahlung (quelië, quelle = Vergehen, Verblassen, Abnahme)
Hísime30Nebliger BlotmathNovemberErste kalte Tage mit viel Nebel (híse, hísië = Nebel, Nebligkeit)
Ringare30Kalttage, Frosttage VorjulDezemberWinteranfang mit Frost (ringië = Kälte; -are = Tage)
Mettare 01 letzter Tag 1. Jul 20./21 Dezember Letzter Tag eines Sonnenjahres (Zusatztag; metta = Ende, zuletzt)
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Die Zusatztage Tuilérë und Yáviérë haben im Auenlandkalender keine Entsprechung, stattdessen nutzte man als Zusatztage die Lithetage 1. Lithe, Mittjahrstag, Überlithe (Schalttag) und 2. Lithe. Zu beachten ist, dass die Monatsnamen des gregorianischen Kalenders, wie sie auch in Der Herr der Ringe verwendet werden, nur ungefähre Entsprechungen sind, da die Differenz etwa 8 Tage beträgt. So fällt der 1. Januar des gregorianischen Kalenders etwa auf den 9. Januar/Nachjul des Auenland-Kalenders.

Bemerkenswert ist der Vergleich der Monatsnamen des vom Monarchisten Tolkien entwickelten Kalenders zum Französischen Revolutionskalender, bei dem das Jahr am 22. September begann, der ebenfalls in 12 Monate mit 30 Tagen eingeteilt war, und 5, im Schaltjahr 6, Zusatztage hatte.[18]

Weitere Informationen Tage, Tolkien Kalender ...
Tage Tolkien Kalender Franz. Kalender Bedeutung (Tolkien) Zeitraum (Franz. Kalender)
Herbst
30 Narquelië Vendémiaire Herbstmonat (Sonnenverblasser, Feuerschwund) 22. September bis 21. Oktober
30 Hísime Brumaire Nebelmonat (Nebliger) 22. Oktober bis 20. November
30 Ringare Frimaire Reifmonat, Frostmonat (Kalttage, Frosttage) 21. November bis 20. Dezember
Winter
30 Narvinye Nivôse Schneemonat (Sonnenerneuerung, Neufeuer) 21. Dezember bis 19. Januar
30 Nénime Pluviôse Regenmonat (Nasser, Wässernder) 20. Januar bis 18. Februar
30 Súlime Ventôse Windmonat (Windiger) 19. Februar bis 20. März
Frühling
30 Víresse Germinal Sprossenmonat, Keimmonat (Wuchsanfang, Sprießen) 21. März bis 19. April
30 Lótesse Floréal Blütenmonat (Blütenanfang) 20. April bis 19. Mai
30 Nárië Prairial Wiesenmonat (Sonniger, Feuriger) 20. Mai bis 18. Juni
Sommer
30 Cermië Messidor Erntemonat (Schnitternte, Mahd) 19. Juni bis 18. Juli
30 Úrime Thermidor Hitzemonat (Heißer, Glühender) 19. Juli bis 17. August
30 Yavannië Fructidor Früchtemonat (Erntezeit, Fruchtreife) 18. August bis 16. September
Zusatztage, um das Jahr auf 365/366 Tage zu bringen
5/6 Zusatztage Sansculottiden Feiertage, die zu keinem Monat gehören (3/4 Mitteltage + Jahrbeginn und Letzttag)
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Mit dem Ende des Ringkrieges verlor die Truchsessenzeitrechnung ihre Gültigkeit. Das Dritte Zeitalter der Sonne endete offiziell am 29. September des Jahres 3021. Das war jener Tag, an dem das letzte Schiff der Elben mit Bilbo, Frodo, Gandalf und Galadriel die Mittelerde in Richtung Valinor verließ. Als erster Tag des Vierten, des Zeitalters der Herrschaft der Menschen gilt der 25. März dieses Jahres, der 2. Jahrestag der endgültigen Vernichtung Saurons.[19]

Der 25. März, das Fest der Verkündigung des Herrn, war in Tolkiens Heimat England bis 1752 der Neujahrstag (Annuntiationsstil; siehe Christliche Zeitrechnung). Seit 2003 wird an diesem Tag auch der Tolkien Reading Day begangen.

Der Auenlandkalender

Die Zeitrechnung im Auenland beginnt mit der Besiedlung von Eriador durch die Hobbits. Das erste Auenlandjahr entsprach dabei dem Jahr 1601 des Dritten Zeitalters der Königsrechnung und dem Jahr 1300 in Bree. Die Wochen hatten je sieben Tage: Sterrendei (Sternentag), Sunnendei (Sonnentag), Monendei (Mondtag), Trewesdei (Bäumetag), Hevenesdei (Himmelstag), Meresdei (Meerestag) und der Hohdei (Herrschertag). Später, zur Zeit des Ringkrieges waren aus diesen Stertag, Sonntag, Montag, Trewstag, Hevenstag (auch Henstag), Merstag und Hochtag geworden. Auch hier hatte das Jahr 12 Monate mit je 30 Tagen. Die Zusatztage verteilten sich auf zwei Jultage (zum Jahreswechsel) und drei Sommertage (1. Lithe, Mittjahrstag und 2. Lithe). Schaltjahre gab es ebenfalls, dann wurde im Sommer der Überlithe (ein besonderer Feiertag) an die Mitteltage angehängt.

Das Jahr begann mit den 2. Jul gefolgt von den Monaten Nachjul, Solmath, Rethe, Astron, Thrimidge, Vorlithe, dann kamen die drei Mittsommertage und die Monate Nachlithe, Wedmath, Halimath, Winterilth, Blotmath, Vorjul und der abschließende 1. Jul. Mit der Kalenderreform im Jahr 2700 (D. Z.; Truchsessenrechnung) wurden im Auenland die Mittsommertage aus der Wochenrechnung heraus genommen, so dass ein Jahr genau 52 Wochen mit je sieben Tagen hatte und somit der Kalendertag in jedem Jahr auf einen identischen Wochentag fiel. Das Jahr begann immer mit einem Samstag (Stertag) und endete am Freitag (Hochtag).[20]

Quellenlage

Die Zeitrechnung spielt – neben der Sprachforschung und der Mythologie an sich – in Tolkiens Werk eine besondere Rolle, nicht nur, um die Geschichten zu strukturieren und in Kontext zu setzen, Tolkien war am Kalenderwesen selbst als zentrales historiographisches Werkzeug durchaus interessiert.

Das Zweite und Dritte sowie der Beginn des Vierten Zeitalters sind von Tolkien explizit in der Aufzählung der Jahre (Zeittafel der Westlande) systematisch dargestellt worden, dem Anhang B zum Roman Der Herr der Ringe. Zur Chronologie des Ersten Zeitalters sind mehrere, häufig überarbeitete Entwürfe Tolkiens in The History of Middle-earth publiziert worden, die Annalen von Aman (ursprünglich Annalen von Valinor) und die Grauen Annalen oder Annalen von Beleriand. In Natur und Wesen von Mittelerde sind einige Texte mit geänderten Daten oder sogar völlig neuen, allerdings wenig detailliert ausgearbeiteten Chronologien enthalten.

Den Kalendern ist der Anhang D gewidmet,[21] in dem der Auenlandkalender ausführlich dargestellt und auch andere Kalendersysteme, insbesondere der Zusammenhang mit der Zeitrechnung der Könige, diskutiert werden.

Literatur

Einzelnachweise

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