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Kalkwerk Bredenbeck

nicht erhaltenes Gebäudeensemble und ehemalige Fabrik in der Gemeinde Wennigsen (Deister) From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Kalkwerk in Bredenbeck war ein denkmalgeschütztes Bauensemble in der Gemeinde Wennigsen (Deister). Die stillgelegte Fabrik lag im Deister an der Deisterstraße. Die letzten verbliebenen Gebäude wurden im Januar 2021 abgerissen.

Rechts im Bild das Kalkwerk, um 1910

Kalkstein

Im Bereich Bredenbecks finden sich natürliche Vorkommen von Serpelkalkstein mit 98 % Kalk und nur 2 % Sand. Es ist ein Naturstein, der eine einzigartige lokale Sonderentwicklung des Oberen Jura im Münder Mergel darstellt. Bei dem fossilen Gestein handelt es sich um versteinerte Röhren von Röhrenwürmern. Die Bänke liegen in den Abschnitten Lehmbrink und Speckenbrink bis hinauf zum Deisterkamm an der Grenze zu Springe.

Geschichte

Kalkwerk

Das Kalkwerk wurde 1885 durch die Freiherrn Knigge gegründet. Es nutzte für das Kalkbrennen zunächst vier Ein-Kammer-Öfen.[1] Später wurde eine kleeblattförmige Anlage aus drei Hoffmannschen Ringöfen mit einem gemeinsamen Schornstein errichtet. Die Fabrik beschäftigte um das Jahr 1900 bis zu 250 Arbeiter. Um 1907 wurden die vier Ein-Kammer-Öfen abgerissen und durch einen weiteren Ringofen ersetzt.[1] Die Schornsteine der alten Öfen waren noch vergleichsweise niedrig und viereckig gewesen. Die runden Schornsteine der Ringöfen waren 110 und 90 Meter hoch. An den Brennöfen wurde im Akkord gearbeitet. An den Ringöfen konnten alle drei Einzelvorgänge des Kalkbrennens – Einfahren (Setzen), Brennen und Ausräumen – parallel laufen. Die Schicht begann um 6 Uhr morgens und endete um 18 Uhr. Zum Vermeiden von Verbrennungen legten die Arbeiter nasse Säcke über Kopf und Oberkörper. Den Verdienst gibt Gewecke mit 6 Reichsmark pro Stunde an. Der Brennofen konnte nicht allein mit Kohle aus dem Deister gespeist werden, da der Brennwert zu niedrig war. Deshalb wurde angelieferte Kohle aus Westfalen als zusätzlicher Energieträger genutzt.

Es gab drei eigens errichtete Bahnanschlüsse. Eine Schmalspurbahn von den Kalksteinbrüchen im Deister, eine Pferdebahn von der nahen Kohlegrube „Gute Hoffnung“ und die 1890 in Betrieb genommene normalspurige Bahnstrecke Weetzen–Bredenbecker Kalkwerke. 1924 wurde die Produktion aufgegeben, die Bahnstrecke außer Betrieb genommen und die Schornsteine im Jahr 1925 gesprengt.

Ortslage

Ein Verwaltungsgebäude und das umgebaute Werksgebäude dienten bis in die 1980er Jahre als Wohnhäuser. Danach standen sie leer und verfielen. Die Ruinen wurden 2021 abgerissen.

Kohlebergwerk Grube Hertha mit Karl-Schacht

Zeche Hertha, 1909
Eingestürzter Karl-Schacht, 2018

Unmittelbar neben dem Kalkwerk befand sich der Schacht Karl (Lage). Dieser wurde 1885 von der Firma Menge zu einer Tiefe von 110 m angelegt und schon 1891 wieder stillgelegt, allerdings 1904 als Grube Hertha erneut eröffnet und schon 1909 endgültig eingestellt.[2] Als Wasserlösungsstollen wurde zeitgleich der Ernststollen gebaut, der mit dem Karlschacht in 22,5 Meter Tiefe eine Verbindung hatte.[3] Am 2. Januar 1988 stürzte der Karlschacht ca. 18 m tief[2] ein und ist seitdem eingezäunt.

Der Einsturz lag nah an der damaligen Zufahrtstraße von Bredenbeck zum Kalkwerk.[4] Während Versorgungsleitungen noch bis 2020 der asphaltierten Strecke im Osten des Kalkwerks folgten, fuhren Anlieger von Westen über den Waldweg Frauenweg und die frühere Kalkbahntrasse.

Literatur

  • Gustav Gewecke: Reisen in Kniggen Land. Bredenbecker Chronik 1255 - 1970. Selbstverlag, Bredenbeck 1970, S. 215 f.
  • Eberhard Landes, Horst Moch u. a.: Eisenbahnen in Hannover. Eine Chronik. Autorenverlag, Hannover 1991, ISBN 3-9802794-0-5, S. 177.
  • Naturhistorische Gesellschaft zu Hannover (Hrsg.): Der Deister. Natur. Mensch. Geschichte. Zu Klampen, Springe 2017, ISBN 978-3-86674-545-2, Bredenbeck, Kalkwerk und Karl-Schacht, S. 487–490.

Einzelnachweise

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