Kaltenhausen (Kloster Lehnin)
Wohnplatz der Gemeinde Kloster Lehnin in Brandenburg
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Kaltenhausen ist ein Wohnplatz im Ortsteil Lehnin der Gemeinde Kloster Lehnin im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.[1] Verwaltungsmäßig gehörte es stets zum Amt Lehnin.
Kaltenhausen Gemeinde Kloster Lehnin | |
|---|---|
| Koordinaten: | 52° 19′ N, 12° 44′ O |
| Höhe: | ca. 31 m ü. NHN |
| Postleitzahl: | 14797 |
| Vorwahl: | 03382 |
Geografische Lage
Kaltenhausen liegt westlich von Lehnin und wird durch den Emster Kanal von diesem Ortsteil getrennt. Das Gelände liegt auf einer Höhe von rund 31 m ü. NHN.[2]
Geschichte und Etymologie
Etymologie
Die Anlage entstand als Vorwerk, das bereits 1777 in der Karte der Zauche und 1839 in den Urmesstischblättern verzeichnet war, möglicherweise auf einer wüsten Feldmark. Der Name wurde als Hinweis auf verlassene Häuser gedeutet, wie er oft für wüst gefallene Orte oder entsprechende Flurnamen stand; archäologische Funde existierten jedoch nicht. 1541 wurde der Ort als Koldenhusen genannt, 1580 als Kaltenhausen und 1861 als Vorwerk Kaltenhausen.
13. bis 17. Jahrhundert
Im Jahr 1541 wurde ein Schäfer erwähnt, 1580 ein Pachtschäfer mit zwei Knechten. 1602 umfasste das Amtsvorwerk eine Aussaat von 17 Wispeln und 22 Scheffeln Roggen, sieben Scheffeln Gerste, elf Wispeln und sieben Scheffeln Hafer sowie vier Scheffeln Erbsen, dazu 461 Fuder Heu; es hielt vier Stück Hauptvieh und 87 Schweine. 1605 wurde erneut das Vorwerk erwähnt, 1607/1608 mit 73 Rindern und 923 Schafen. 1624 tauchten der Pachtschäfer und seine Knechte auf. 1662 wurden 15 Wispel 20 Scheffel 2 Viertel Roggen, fünf Scheffel Gerste, zwei Wispel 10 Scheffel Hafer, vier Scheffel Erbsen und vier Scheffel Buchweizen ausgesät sowie 245 Fuder Heu, 42 Rinder, 569 Schafe und 60 Schweine verzeichnet. 1687 wurden neun Einwohner genannt, darunter Schmied, Schneider, Zimmermann, Branntweinbrenner, Leineweber und drei Tagelöhner, außerdem ein Amtsschäfer, ein Großknecht, ein Mittelknecht und ein Heideläufer.[3]
18. Jahrhundert
1729 umfasste das Amtsvorwerk 1257 Morgen 108 Quadratruten, davon Wiesenwachs, Acker, Gartenland und Viehkoppeln, mit einer Aussaat von 20 Wispeln 13 Scheffeln 7 Metzen und einem Bestand von 36 Kühen, 18 Stück Güstevieh (= sehr junges Rindvieh) und 1000 Schafen sowie Schweine- und Federviehzucht; die Einwohner wurden unter Lehnin geführt. 1745 bestanden zwölf Kossäten. 1746 verfügte das Vorwerk über 1732 Morgen 103 Quadratruten mit Acker, Wiesenwachs, Koppeln und Gartenland und einer Aussaat von 9 Wispeln 18 Scheffeln Roggen, 1 Wispel 4 Scheffeln Gerste und 7 Wispeln 7 Scheffeln Hafer sowie 40 Kühen, 20 Stück Güstevieh und 1000 Schafen. Zwischen 1779 und 1785 wurden zehn Kolonisten angesetzt.[3]
19. und 20. Jahrhundert
1801 bestand Kaltenhausen aus sechs Kossäten, zwölf Einliegern, einem Rademacher, einer Schmiede und einer Windmühle sowie 13½ Bauernhufen und 21 Feuerstellen. 1803 wurde es erneut als Dorf mit Vorwerk genannt. Kaltenhausen war bis 1836 nach Rädel eingepfarrt und seit 1836 nach Lehnin. 1837 wurde es als Dorf und Vorwerk beschrieben, wiederum unter Lehnin geführt. 1858 bestand das Vorwerk aus zwei Wohn- und drei Wirtschaftsgebäuden.[3] Dorf und Vorwerk wurden 1912 mit der Landgemeinde Lehnin vereinigt und war dort ab 1931 ein Wohnplatz.[4] Im Jahr 1973 bestand im Ort ein Betriebsteil des VEB‑Käserei Lehnin.
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 181 und 182)