Kalter Gang (Fluss)

Nebenfluss der Schwechat im Industrieviertel, Bundesland Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Kalte Gang ist ein Grundwasserfluss im südlich von Wien gelegenen Industrieviertel in Niederösterreich.

Schnelle Fakten
Kalter Gang
Der Kalte Gang bei der Mündung in die Schwechat.

Der Kalte Gang bei der Mündung in die Schwechat.

Daten
Lage Niederösterreich
Flusssystem Donau
Abfluss über Schwechat Donau Schwarzes Meer
Quelle Bei Ebreichsdorf
47° 56′ 41″ N, 16° 22′ 24″ O
Quellhöhe 209 m ü. A.
Mündung Bei der Stadt Schwechat in den Fluss Schwechat.
48° 8′ 44″ N, 16° 28′ 36″ O
Mündungshöhe 162 m ü. A.
Höhenunterschied 47 m
Sohlgefälle 1,7 
Länge 27 km
Einzugsgebiet 91,2 km²[1]
Kleinstädte Ebreichsdorf, Schwechat
Gemeinden Himberg, Zwölfaxing
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Kalter Gang vor Zwölfaxing, Blickrichtung Süden entgegen der Fließrichtung vor der Sanierung 2019
Freilebende Nutria am Kalten Gang im Gemeindegebiet von Himberg im Jänner 2021

Name

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Name im Jahr 1120 als Chaltingange, ein an diesem Fluss gelegener Ort. Gang oder Ahagang (aha = Wasser, Gewässer) bezeichnete im Althochdeutschen einen Flussarm oder Wasserlauf.[2]

Verlauf

Er nährt sich aus vielen Grundwasserquellen im Gebiet der Mitterndorfer Senke, die im Gemeindegebiet von Ebreichsdorf unmittelbar neben der Piesting liegen. Aus diesem Grund wird der Mittel- und Oberlauf der Piesting seit Jahrhunderten[3][4] bis heute[5] fälschlicherweise auch als Kalter Gang bezeichnet. Messergebnisse zeigen jedoch, dass der Kalte Gang ein eigenständiges Gewässer ist, das durch gleichmäßigere Wassertemperaturen (daher wohl auch der Name) und einen höheren Magnesiumsulfat-Gehalt als die Piesting gekennzeichnet ist.[6]

Der Kalte Gang durchfließt Velm (hier wurde 1919 die weltweit erste Kaplanturbine in Betrieb genommen), Himberg, Pellendorf und Zwölfaxing und mündet schließlich in Schwechat in den Fluss Schwechat.

Ein etwa 1 km langer Abschnitt bei Pellendorf wurde Anfang 2019 saniert[7] um die häufiger werdenden Wasseraustritte in die angrenzenden Felder zu unterbinden. Im Zuge dieser Sanierung wurde beidseitig der gesamte Uferbewuchs und sämtliche Verklausungen entfernt sowie das Bachbett etwas vertieft. Trotzdem siedeln auch in diesem Bereich weiterhin Biber, Bisamratten, Nutria und Enten.

Literatur

  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Wienerwald. 7 von 34 Bänden. 2. Band: Gaaden bis Klosterneuburg. Schmidl, Wien 1831, S. 324 (Der Kaltegang in der Google-Buchsuche).
Commons: Kalter Gang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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