Kamal Kilade
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Kamal Kilade (* 17. Oktober 1991; † 24. Oktober 2010 in Leipzig) war ein Iraker, der 2010 von zwei deutschen Neonazis erstochen wurde. In der Nacht des 24. Oktober 2010 war Kilade gemeinsam mit zwei Freunden auf dem Nachhauseweg, als er in den frühen Morgenstunden in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofs Marcus E. und Daniel K. begegnete.[1] Die beiden Täter setzen Pfefferspray ein und schlugen Kilade. E. stach ihm schließlich ein Messer in den Bauch, sodass Kilade verblutete.
E. wurde vom Leipziger Landgericht wegen Mordes aus niederen Beweggründen zu 13 Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.[2] Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor kein rassistisches Motiv erkannt, obwohl E. u. a. ein Hakenkreuz-Tattoo hatte.[3] Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil 2012.[4]
In der Bürgermeister-Müller-Anlage, gegenüber dem Leipziger Hauptbahnhof, erinnert eine Gedenktafel an die Ermordung Kilades.[5] Im Juni 2016 und im April 2017 wurde die Tafel von Unbekannten schwer beschädigt, danach jedoch mithilfe von Spendengeldern erneuert.[6]