Kambodschanisch-Niederländischer Krieg

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Der Kambodschanisch-Niederländische Krieg (niederländisch: Cambodjaans-Nederlandse Oorlog; Khmer: សង្គ្រាមកម្ពុជា-ហូឡង់) von 1643 bis 1644 war ein Konflikt zwischen Kambodscha und der Niederländischen Ostindien-Kompanie. Auslöser war ein Staatsstreich, durch den ein neuer kambodschanischer König an die Macht kam. Dieser konvertierte unter dem Einfluss im Land ansässiger malaiischer Händler zum Islam. Der neue König ließ Angestellte der Niederländischen Ostindien-Kompanie töten und besiegte anschließend eine niederländische Strafexpedition.

Datum1643 bis 1644
AusgangKambodschanischer Sieg
Schnelle Fakten Datum, Ort ...
Kambodschanisch-Niederländischer Krieg

Drei VOC-Schiffe im Kampf gegen kambodschanische Truppen am 12. Juni 1644 in der Schlacht von Phnom Penh
Datum 1643 bis 1644
Ort Kambodscha
Ausgang Kambodschanischer Sieg
Konfliktparteien

Königreich Kambodscha

Niederländische Ostindien-Kompanie

Befehlshaber

Sultan Ibrahim

Pierre de Rogemortes

Truppenstärke

3000 Soldaten

432 Soldaten
6 Kriegsschiffe

Verluste

etwa 100 getötete kambodschanische Soldaten

36 Angestellte massakriert, 156 Soldaten getötet, mehrere Kriegsschiffe von den Kambodschanern erbeutet

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Krieg

Im Jahr 1637 gründete die Niederländische Ostindien-Kompanie mit Sitz in Batavia (dem heutigen Jakarta) einen Umschlagplatz in Kambodscha am Mekong für den Fernhandel mit Japan.[1]

1642 wurde der kambodschanische Prinz Ponhea Chan nach dem Sturz und der Ermordung des vorherigen Königs als Reameathiptei I. König von Kambodscha. Muslimische malaiische Händler in Kambodscha unterstützten ihn bei seiner Machtübernahme. Anschließend konvertierte er vom Buddhismus zum Islam, nahm den Namen Ibrahim an und heiratete eine malaiische Frau. Danach begann er einen Krieg gegen die Niederländische Ostindien-Kompanie, da er sich mit Portugal, dem Rivalen der Niederländer, verbündet hatte. Zunächst ließ er in der Hauptstadt einen Angriff auf die Niederländer durchführen, zwei ihrer Schiffe beschlagnahmen und 35 niederländische Angestellte der Kompanie sowie deren Gesandten Pieter van Regemortes töten. Zuvor war es zu Streitigkeiten zwischen dem König und den Niederländern gekommen.[2][3][4]

Auf dem Mekong besiegten kambodschanische Truppen die Niederländische Ostindien-Kompanie in einem überwiegend zur See geführten Krieg. Die kambodschanische Seite verlor etwa 100 Mann; auf niederländischer Seite wurden 156 von 432 Soldaten getötet, zudem fielen mehrere Kriegsschiffe in kambodschanische Hände.[2][3][4][5][6] Der getötete niederländische Gesandte war Pierre de Rogemortes. Der europäische Einfluss in Kambodscha konnte sich erst zwei Jahrhunderte später von dieser Niederlage erholen.[7]

Der muslimische kambodschanische König wurde später von den vietnamesischen Nguyễn-Fürsten gestürzt und gefangen genommen, nachdem seine buddhistisch gebliebenen Brüder vietnamesische Hilfe erbeten hatten, um den Buddhismus in Kambodscha wiederherzustellen und ihn vom Thron zu entfernen.[8][9] In den 1670er Jahren gaben die Niederländer alle Handelsposten auf, die sie nach dem Massaker von 1643 noch in Kambodscha unterhalten hatten.[10]

Literatur

  • H. R. Chakrabartty: Vietnam, Kampuchea, Laos, Bound in Comradeship: A Panoramic Study of Indochina from Ancient to Modern Times. Band 2. Patriot Publishers, 1988, ISBN 81-7050-048-6 (google.com [abgerufen am 16. Februar 2014]).
  • Don Cormack: Killing Fields, Living Fields: An Unfinished Portrait of the Cambodian Church – The Church That Would Not Die. Kregel Publications, 2001, ISBN 0-8254-6002-6 (google.com [abgerufen am 16. Februar 2014]).
  • Leslie Fielding: Before the Killing Fields: Witness to Cambodia and the Vietnam War. illustrierte Ausgabe Auflage. I.B. Tauris, 2008, ISBN 978-1-84511-493-0 (google.com [abgerufen am 16. Februar 2014]).
  • Ben Kiernan: Blood and Soil: A World History of Genocide and Extermination from Sparta to Darfur. Melbourne University Publishing, 2008, ISBN 978-0-522-85477-0 (google.com [abgerufen am 16. Februar 2014]).
  • Ben Kiernan: The Pol Pot Regime: Race, Power, and Genocide in Cambodia Under the Khmer Rouge, 1975–79. illustrierte Ausgabe Auflage. Yale University Press, 2002, ISBN 0-300-09649-6 (google.com [abgerufen am 16. Februar 2014]).
  • Milton Osborne: Phnom Penh: A Cultural History. Oxford University Press, 2008, ISBN 978-0-19-971173-4 (google.com [abgerufen am 16. Februar 2014]).
  • Anthony Reid: Charting the Shape of Early Modern Southeast Asia. Silkworm Books, 1999, ISBN 974-7551-06-3 (google.com [abgerufen am 16. Februar 2014]).

Einzelnachweise

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