Kamel Riahi

tunesischer Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Kamel Riahi (arabisch كمال الرياحي, DMG Kamāl ar-Riyāḥī; * 16. Mai 1974[1]) ist ein tunesischer Schriftsteller, Kulturjournalist und Moderator, der in Print-, Radio- und TV-Formaten sowie auf Literaturfestivals tätig ist.[2] Im Jahr 2009 wurde er vom Hay Festival auf der Beirut39-Liste der vielversprechendsten arabischen Autorinnen und Autoren unter 39 Jahren genannt.[3] Für den Roman al-Mishrat (‚Das Skalpell‘) erhielt er 2007 den Comar d’Or für die beste tunesische Romanveröffentlichung.[4] Für das Tagebuch Wahid-Sifr lil-Qatil (‚1:0 für den Mörder‘) wurde er 2018 mit dem Ibn-Battuta-Preis ausgezeichnet.[5]

Kamel Riahi (2018)

Leben

Seit den 1990er-Jahren veröffentlicht Riahi regelmäßig in arabischen und internationalen Kulturmedien und arbeitet als Produzent und Moderator von Kulturformaten.[6] 2009/2010 leitete er die Übersetzungsabteilung am Arab Higher Institute for Translation in Algier.[6] Von 2014 bis zu seiner neuen Aufgabe 2018 war er Leiter des Kulturhauses Ibn Khaldoun in Tunis.[7] Am 1. März 2018 berief ihn das Kulturministerium zum Leiter der neu gegründeten Maison du Roman (Beit al-Riwaya) an der Cité de la Culture in Tunis.[7] Im Mai 2018 wurde das Haus eröffnet und als erste Einrichtung dieser Art im arabischen Raum präsentiert, die eine Spezialbibliothek und Werkstätten für literarische Praxis umfasst.[8] 2022/2023 war Riahi als Gastdozent an der University of Toronto tätig.[6] Seit 2022 wird die Maison du Roman von der Journalistin und Romancierin Amel Mokhtar geleitet.[9]

Wirken

Riahis Werk umfasst die Romane al-Mishrat (2006; ‚Das Skalpell‘), al-Ghurila (2011; ‚Der Gorilla‘), Ashiqat al-Nadhl (2015; ‚Die Geliebte des Schurken‘) und al-Beretta yaksibu da'iman (2020; ‚Beretta gewinnt immer‘) sowie das Tagebuch Wahid-Sifr lil-Qatil (2018; 1:0 für den Mörder).[1] Seine Prosa befasst sich mit Themen wie urbane Gewalt, gesellschaftliche Marginalisierung und Rassismus; für al-Ghurila wurde früh die Auseinandersetzung mit antischwarzem Rassismus in der arabischen Welt hervorgehoben.[10] al-Mishrat brachte ihm 2007 den Comar d’Or ein.[4] Für Wahid-Sifr lil-Qatil erhielt er 2018 den Ibn-Battuta-Preis in der Sparte „Tagebuch“.[5] Als Kurator und Moderator prägte er den Salon Beit al-Khayal und präsentierte die Sendungen Beit al-Khayal (El Wataniya 1) und Inhiyaz (Radio Tunisie Culture).[6] Durch die Aufnahme in die Beirut39-Liste wurde er 2009 international sichtbar positioniert.[3] Seine Auftritte und Arbeitskreise führten ihn regelmäßig auf Literaturveranstaltungen.[2]

Commons: Kamel Riahi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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