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Kampomele Dysplasie

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Die Kampomele Dysplasie, auch Kampomeles Syndrom, (nach altgriechisch καμπυλος kampylos, „gebogen“, δυσ- (dys) 'miss-, un-' und πλάσσειν (plassein) 'formen, bilden'), ist eine angeborene, meist letal verlaufende Skelettdysplasie mit den Hauptkennzeichen einer Verbiegung der Ober- und Unterschenkel (Kampomelie).[1][2]

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
Q87.1 Angeborene Fehlbildungssyndrome, die vorwiegend mit Kleinwuchs einhergehen
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Die Bezeichnung wurde im Jahre 1971 durch den Mainzer Kinderarzt Jürgen Spranger und den Pariser Kinderarzt und Genetiker Pierre Maroteaux geprägt.[3]

Verbreitung

Die Vererbung erfolgt autosomal-dominant.

Zur Häufigkeit gibt es keine gesicherten Daten. Die Prävalenz bei Geburt wird mit etwa 1 zu 300.000[2] oder 1 zu 40.000–80.000[4] angegeben. Meistens tritt das Syndrom sporadisch auf. Bei etwa 5 % sind Veränderungen an den Chromosomen nachweisbar, die Vererbung erfolgt dann autosomal-dominant.

Ursache

Ursache sind Mutationen im SOX9-Gen im Chromosom 17 am Genort q24.[2]

Einteilung

Derzeit werden folgende Formen unterschieden:

  • Campomelic dysplasia
  • Campomelic dysplasia with autosomal sex reversal
  • Acampomelic campomelic dysplasia[5]
  • Campomelic dysplasia, long-limb form
  • Campomelic dysplasia, short-limb form
  • Campomelic dysplasia, short-limb form mit Kleeblattschädel[6]
  • Campomelic dysplasia, mild, Synonym: Skeletal Dysplasia related to campomelic dysplasia[7]

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:[1][2]

Diagnose

Wegweisend sind die Gesichtsveränderungen.[2]

Im Röntgenbild finden sich charakteristische Zeichen:[1][8]

ferner können Lungenhypoplasie und Ureterstenose hinzukommen.

Eine pränatale Verdachtsdiagnose ist mittels Feinultraschall möglich.[9]

Die Diagnose kann durch genetische Diagnostik z. B. durch Amniozentese, Chorionzottenbiopsie oder neuere Verfahren gesichert werden.[2]

Differentialdiagnostik

Prognose

Betroffene Kinder sterben häufig schon kurz nach der Geburt an der Ateminsuffizienz. Etwa 5–10 % überleben.

Als Komplikationen können Kyphoskoliose, wiederholte Atemwegsinfektionen, Hörverlust, Lernschwierigkeiten, Minderwuchs und Hüftluxation auftreten.[2]

Geschichte

Die Erstbeschreibung erfolgte durch John Caffey (1895–1978).[10]

Literatur

  • F. Csukasi, I. Duran, W. Zhang, J. H. Martin, M. Barad, M. Bamshad, M. A. Weis, D. Eyre, D. Krakow, D. H. Cohn: Dominant-negative SOX9 mutations in campomelic dysplasia. In: Human Mutation. Band 40, Nummer 12, 12 2019, S. 2344–2352, doi:10.1002/humu.23888, PMID 31389106, PMC 7608528 (freier Volltext).
  • L. Basani, R. Aepala, N. Macha: Campomelic dysplasia with 10 pairs of ribs in a preterm neonate: A case report. In: The Indian journal of radiology & imaging. Band 28, Nummer 4, 2018 Oct-Dec, S. 456–459, doi:10.4103/ijri.IJRI_173_18, PMID 30662210, PMC 6319101 (freier Volltext).

Einzelnachweise

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