Kanadische Frauen-Rugby-Union-Nationalmannschaft

Nationalmannschaft Kanadas in der Sportart Rugby Union From Wikipedia, the free encyclopedia

Die kanadische Frauen-Rugby-Union-Nationalmannschaft (englisch Canada women’s national rugby union team; französisch Équipe du Canada féminine de rugby à XV) ist die Nationalmannschaft Kanadas in der Sportart Rugby Union und repräsentiert das Land bei allen Länderspielen (Test Matches) der Frauen. Die Mannschaft trägt die Spitznamen Canucks und Maple Leafs. Die organisatorische Verantwortung trägt Rugby Canada (RC). Das Team gilt als die zweitbeste Nationalmannschaft auf dem amerikanischen Doppelkontinent (nach den Vereinigten Staaten). Traditionell spielt Kanada in roten Trikots mit weißen Farbakzenten, roten Hosen mit weißen Streifen und roten Socken mit weißen Streifen – also in den Farben der Flagge Kanadas.

Schnelle Fakten
Kanada
Logo
Spitzname(n) Canucks, Maple Leafs
VerbandRugby Canada (RC)
TrainerFrankreich Kévin Rouet (seit 2022)
KapitänAlex Tessier
WR-KürzelCAN
WR-Rang2. (91.53)
(Stand: 16. März 2026)
[1]
Heim
Auswärts
Erstes Länderspiel
Kanada Kanada 3:22 USA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
(Victoria, Kanada; 14. November 1987)
Höchster Sieg
Kanada Kanada 98:0 Hongkong HongkongHongkong
(Dublin, Irland; 9. August 2017)
Höchste Niederlage
Kanada Kanada 3:88 Neuseeland Neuseeland
(Edmonton, Kanada; 8. September 1996)
Weltmeisterschaften
Teilnahmen: 10/10
Bestes Ergebnis: Vizeweltmeisterinnen 2014 und 2025
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Seine wichtigsten internationalen Auftritte hat das Team bei den alle vier Jahre stattfindenden Weltmeisterschaften. Kanada erreichte 2014 und 2025 mit dem zweiten Platz das bisher bestes Ergebnis. Jedes Jahr nimmt die Mannschaft am Turnier Pacific Four Series teil, zusammen mit Australien, Neuseeland und den Vereinigten Staaten. Eine ehemalige Spielerin wurde in die World Rugby Hall of Fame aufgenommen.

Organisation

Verantwortlich für die Organisation von Rugby Union in Kanada ist Rugby Canada (RC). Der Verband wurde 1974 gegründet und 1987, kurz vor der ersten Weltmeisterschaft, Vollmitglied des International Rugby Football Board (IRFB; heute World Rugby).[2] Rugby Canada ist außerdem Gründungsmitglied der North America and West Indies Rugby Association (NAWIRA, heute Rugby Americas North), die 2001 entstand, als Kanada und die USA der West Indies Rugby Association beitraten.[3]

Geschichte

Das kanadische Frauenrugby begann seine Entwicklung in den 1980er Jahren mit dem ersten Test Match 1987 in Victoria gegen eine andere debütierende Nationalmannschaft, den Vereinigten Staaten.[4] Dies war gleichzeitig das erste Frauenländerspiel außerhalb Europas.[5]

1991 nahm Kanada an der ersten Weltmeisterschaft in Wales teil. Das Team erreichte den fünften Platz nach dem Sieg über Spanien mit 19:4 im Play-off. Seitdem nahmen die Kanadierinnen an jeder Weltmeisterschaft teil.[4]

Bei der Weltmeisterschaft 2014 erreichten die Kanadierinnen das Finale. Sie begannen das Turnier in derselben Gruppe wie die späteren Weltmeisterinnen England. Das Gruppenspiel endete mit 13:13 unentschieden, während sie die erneute Begegnung im Finale mit 9:21 verloren.[6][7][8][9]

2022 erreichte Kanada den vierten Platz nach der Niederlage gegen Frankreich im Play-off bei der aufgrund der weltweiten COVID-19-Pandemie verspätet ausgetragenen Weltmeisterschaft 2021 in Neuseeland.[10][11][12]

Bei der Weltmeisterschaft 2014 in England bezwangen die Kanadierinnen den Titelverteidiger Neuseeland und trafen im Finale auf die Gastgeberinnen aus England, unterlagen jedoch mit 13:33.[13][14]

Trikot, Logo und Spitzname

Kanada spielt traditionell in roten Trikots mit weißen Farbakzenten, roten Hosen mit weißen Streifen und roten Socken mit weißen Streifen. Das Auswärtstrikot ist weiß mit roten Farbakzenten, weißen Hosen mit roten Streifen und roten Socken mit weißen Streifen.

Das Logo des Verbandes Rugby Canada zeigt ein elfzackiges Zuckerahornblatt (Acer saccharum) in den Nationalfarben weiß und rot, entlehnt von der Flagge Kanadas, mit dem Schriftzug Rugby darauf. Die Spitznamen der Nationalmannschaft lauten Canucks, entlehnt von der umgangssprachlichen Bezeichnung für Kanadier, und Les Rouges (französisch „die Roten“), abgeleitet von der Trikotfarbe.

Stadien

Wie in den Rugbynationen Frankreich, Irland, Italien, Neuseeland, Schottland, Südafrika, den Vereinigten Staaten und Wales gibt es in Kanada kein offizielles „Nationalstadion“, vielmehr absolvieren die Canucks in zahlreichen verschiedenen Orten Kanadas ihre Heimspiele.

Test Matches

Kanada hat 90 seiner bisher 176 Test Matches gewonnen, was einer Gewinnquote von 51,14 % entspricht. Die Statistik der Test Matches Kanadas gegen alle Nationen, alphabetisch geordnet, ist wie folgt (Stand: 28. September 2025):

Weitere Informationen Land, Spiele ...
Land Spiele Gewonnen Unent-
schieden
Verloren % Siege
Australien Australien7700100,00
England England3831347,89
Fidschi Fidschi2200100,00
Frankreich Frankreich1890950,00
Hongkong Hongkong1100100,00
IrlandIrland Irland430175,00
Italien Italien3300100,00
Japan Japan2200100,00
Kasachstan Kasachstan2200100,00
Neuseeland Neuseeland19201710,53
Niederlande Niederlande1100100,00
Samoa Samoa1100100,00
Schottland Schottland870187,50
Schweden Schweden1100100,00
Sowjetunion Sowjetunion1100100,00
Spanien Spanien3300100,00
Sudafrika Südafrika4400100,00
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten462701956,52
Wales Wales15112273,33
Gesamt1769038351,14
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Rivalitäten mit anderen Nationalmannschaften

Der größte Rivale Kanadas im Rugby Union sind die Vereinigten Staaten. Kanada bestritt mehr Test Matches gegen den südlichen Nachbarn als gegen jedes andere Land. Beide Mannschaften trafen 1987 erstmals aufeinander und von den 46 bisherigen Begegnungen gewann Kanada 27, während die Vereinigten Staaten 19 für sich entschieden. Kanada und die Vereinigten Staaten gehören im Frauenrugby zu den erfolgreichsten Teams bei Weltmeisterschaften, so erreichten die Kanadierinnen 2014 und 2025 das Finale, während die US-Amerikanerinnen die erste Weltmeisterschaft 1991 gewannen und die beiden darauffolgenden Male das Finale erreichten. Bisher trafen beide Teams bei drei Weltmeisterschaften viermal aufeinander: 1998, 2010 und gleich zweimal bei der WM 2021, die verzögert 2022 ausgetragen wurde. Seit 2021 treffen beide Mannschaften im Rahmen der jährlichen Pacific Four Series aufeinander, an der auch Australien und Neuseeland teilnehmen. Von 1987 bis 1999 blieben die Vereinigten Staaten bei neun Test Matches in Folge unbesiegt, seit 2019 konnte Kanada diese Serie einstellen und ebenfalls neun Spiele für sich entscheiden.[15]

Kanada pflegt auch eine gewisse Rivalität mit England. Von den 38 bisherigen Begegnungen gewann England 34 und Kanada drei, zuzüglich ein Unentschieden. So traf Kanada bei seinen beiden Endspielteilnahmen auf England, ebenso bestritten beide Teams ein Spiel um Platz drei gegeneinander (unterlag jedoch jeweils).

Erfolge

Weltmeisterschaften

Kanada hat bisher an jeder Weltmeisterschaft teilgenommen. Das beste Resultat war der zweite Platz bei den Turnieren 2014 und 2025.

Weitere Informationen Jahr, Resultat ...
JahrResultatSpieleSiegeUnent.Ndlg.+/-Punkte
19915. Platz531180:37
19946. Platz5203105:46
19984. Platz520352:163
20024. Platz420284:946
20064. Platz5203145:2810
20106. Platz5203146:6610
20142. Platz5311113:6212
20175. Platz5401213:609
20214. Platz6402143:10415
20252. Platz6501240:8315
2029qualifiziert
2033noch ausstehend
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Pacific Four Series

Kanadas einziges jährliches Turnier ist die Pacific Four Series, bei der das Team gegen drei andere pazifische Mannschaften antritt: Australien, Neuseeland und die Vereinigten Staaten. Die Pacific Four Series wurde 2021 zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten erstmals ausgetragen, 2022 kamen Australien und Neuseeland hinzu.[16] Den Kanadierinnen gelangen zwei Turniersiege.

  • Turniersiege (2): 2021, 2024

Spielerinnen

Aktueller Kader

Die folgenden Spielerinnen bildeten den Kader während der Weltmeisterschaft 2025:[17]

Weitere Informationen Spielerin, Position ...
Hintermannschaft (backs, arrières)
SpielerinPositionMannschaftLänderspiele
Olivia AppsGedrängehalbLindsay18
Justine PelletierGedrängehalbBordeaux37
Claire GallagherVerbinderinTrailfinders18
Taylor PerryVerbinderinExeter Chiefs / Oakville Crusaders15
Alex Tessier (C)ein weißes C in blauem KreisVerbinderinExeter Chiefs / Saint-Anne-de-Bellevue59
Alysha CorriganInnendreiviertelSaracens21
Shoshanah SeumanutafaInnendreiviertelChiefs Manawa18
Fancy BermudezAußendreiviertelSaracens / Westshore18
Paige FarriesAußendreiviertelSaracens40
Asia Hogan-RochesterAußendreiviertelToronto Nomads / Westshore03
Florence SymondsAußendreiviertelUniversity of British Columbia12
Sarah-Maude LachanceSchlussfrauBordeaux10
Julia SchellSchlussfrauTrailfinders / Castaway Wanderers26
Stürmerinnen (forwards, avants)
SpielerinPositionMannschaftLänderspiele
Gillian BoagHaklerinCapilano32
Taylor McKnighHaklerinUniversity of Guelph / Aurora Barbarians01
Emily TuttosiHaklerinExeter Chiefs / Calgary Hornets34
Olivia DeMerchantPfeilerHalifax Tars60
McKinley HuntPfeilerSaracens / Aurora Barbarians32
Brittany KassilPfeilerGuelph Goats46
DaLeaka MeninPfeilerExeter Chiefs / Calgary Hornets63
Maya MontielPfeilerSaracens05
Mikiela NelsonPfeilerExeter Chiefs / Capilano10
Tyson BeukeboomZweite-Reihe-StürmerinCowichan Piggies / Aurora Barbarians77
Caroline CrossleyZweite-Reihe-StürmerinCastaway Wanderers07
Courtney O’DonnellZweite-Reihe-StürmerinRed Deer Titans46
Julia OmokhualeZweite-Reihe-StürmerinSaracens / Calgary Irish07
Rachel SmithZweite-Reihe-StürmerinUniversity of British Columbia03
Pamphinette BuisaFlügelstürmerinOttawa Irish17
Sophie de GoedeFlügelstürmerinSaracens / Castaway Wanderers35
Fabiola FortezaFlügelstürmerinBordeaux35
Karen PaquinFlügelstürmerinClub de rugby de Quebec45
Laetitia RoyerFlügelstürmerinSaracens / Saint-Anne-de-Bellevue18
Gabby SenftFlügelstürmerinSaracens / Castaway Wanderers32
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Bekannte Spielerinnen

Heather Moyse (2010)

Eine ehemalige kanadische Spielerin wurde aufgrund ihrer herausragenden Leistungen in die World Rugby Hall of Fame aufgenommen:[18]

Weitere Informationen Spielerin, Position ...
SpielerinPositionAufnahme
Heather MoyseSchlussfrau2016
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Einzelnachweise

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