Kanefer (Prinz)
Prinz der altägyptischen 4. Dynastie
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Kanefer (auch: Kainefer) war ein altägyptischer Prinz der 4. Dynastie während des Alten Reiches. Er war möglicherweise ein Sohn des Königs (Pharao) Snofru, was jedoch nicht sicher ist.
| Kanefer in Hieroglyphen | ||||||
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Kanefer (Ka-nefer) K3(=j)-nfr Mein Ka ist gut[1] | ||||||

(Detail von dem Teil der Scheintür des Kanefer, das sich jetzt im Louvre befindet)
Identität
Kanefer trug diverse Titel, die ihn als Sohn eines Königs bezeichnen.[2] Zu diesen Titel gehören Königssohn, leiblicher Königssohn, leiblicher ältester Königssohn und vor allem Sohn des Snofru, der täglich von seinem Vater geliebt wird.[3]
Er wird von einigen Ägyptologen, wie zum Beispiel Rainer Stadelmann, als Sohn von Snofru, dem Begründer der vierten Dynastie, angesehen. Von anderen Forschern wird er hingegen in eine spätere Zeit datiert. Wolfgang Helck beispielsweise wähnt die Lebenszeit des Prinzen am Ende der 4. Dynastie.[4]
Kanefer trug weiterhin mehrere bedeutende Titel, etwa den des Wesirs (des höchsten Amtes im Staate), aber auch den eines Hoherpriesters von Heliopolis. Rainer Stadelmann hält ihn zudem für den Bauherrn der Roten Pyramide des Snofru.[5]
Grabstätte
Kanefer gehört die Mastaba No. 28 (de Morgan Nummer) in Dahschur, die 1895 unter der Leitung von Jacques de Morgan ausgegraben wurde.[6] Es handelt sich um einen einfachen aus Lehmziegeln errichteten Bau mit drei Schächten. An der Ostseite befinden sich zwei Kapellen, die dem Bau vorgesetzt sind. Hier fanden sich eine Scheintür und ein Opfertisch.[7] Auf der Scheintür ist eine Widmung angebracht, die besagt, dass das Grab von seinem Sohn Kawab gemacht worden sei.[8] Obwohl sie sich architektonisch in die frühe 4. Dynastie und somit in die Regierungszeit des Snofru einordnen lässt, wurde diese zeitliche Einordnung von mehreren Seiten in Zweifel gezogen. Wolfgang Helck etwa datiert die Grabinschriften ans Ende der 4. Dynastie. Einen weiteres Argument für die Spätdatierung bildet die Position des Grabes. Es befindet sich etwa 1,2 km östlich der Roten Pyramide und ist damit deutlich weiter von dieser entfernt als die eigentliche königliche Familiennekropole. Teile der Scheintür befinden sich heute im Britischen Museum (Inventar-Nr. BM EA 1324) und im Louvre (Inventar-Nr. E 11286). Eine Opfertafel befindet sich ebenfalls im Britischen Museum (Inventar-Nr. BM EA 1345).
Literatur
- Michel Baud: Famille royale et pouvoir sous l’Ancien Empire égyptien. Tome 2 (= Bibliothèque d’Étude. Band 126/2). Institut Français d’Archéologie Orientale, Kairo 1999, ISBN 2-7247-0250-6, S. 592 [238] (Volltext als PDF; 17,1 MB); abgerufen über Digital Giza – The Giza Project at Harvard University.
- Aidan Dodson, Dyan Hilton: The Complete Royal Families of Ancient Egypt. Thames & Hudson, London 2004, ISBN 0-500-05128-3, S. 52, 58; einzelne Seiten abrufbar über Internet Archive.
- Nigel Strudwick: The Administration of Egypt in the Old Kingdom. The Highest Titles and their Holders. KPI, London 1985, ISBN 0-7103-0107-3, S. 152–153 (148) (Volltext als PDF; 20,9 MB); abgerufen über Digital Giza – The Giza Project at Harvard University.
Weblinks
- Stela (Teile der Scheintür des Kanefer), London, British Museum, Inventar-Nr. BM EA 1324. Auf: britishmuseum.org; abgerufen am 26. April 2026.
- Offering-table (Opfertafel des Kanefer), London, British Museum, Inventar-Nr. BM EA 1345. Auf: britishmuseum.org; abgerufen am 26. April 2026.
- Stèle fausse porte (weitere Teile der Scheintür des Kanefer), Paris, Musée du Louvre, Inventar-Nr. E 11286. Auf: collections.louvre.fr, abgerufen am 26. April 2026