Kanhave-Kanal
Kanal in Dänemark
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Der Kanhave-Kanal (dänisch Kanhavekanalen) ist ein in die Vorwikingerzeit datierter, etwa 500 Meter langer Durchstich durch die dänische Insel Samsø im Kattegat. Er war 11 m breit und so flach, dass ihn nur Schiffe mit geringem Tiefgang passieren konnten. Der heute verlandete Kanal lag etwa einen Kilometer nördlich von Stavns und verband den Stavns Fjord und die Mårup Vig. Er ist noch im Gelände als kräftige Eintiefung erkennbar.


Die Inselbewohner stellten die ursprüngliche Trennung der Insel, die durch die Landhebung (vielleicht nicht vollständig) verschwunden war, wieder her. Der Bau des Kanals konnte anhand der an einigen Stellen verbauten Planken dendrochronologisch auf das Jahr 726 also in die Vorwikingerzeit datiert werden.
Der Berater Karls des Großen, Alkuin nennt in der Vita des Heiligen Willibrord für diese Zeit einen dänischen Herrscher Ungendus. Es handelt sich nicht um einen Namen, sondern um ein lateinisches Gerundiv: Ungendus bedeutet: Ein zu Salbender.[1] Alkuin deutet damit an, dass der Herrscher königliche Gewalt gehabt habe, dem die christliche Königssalbung aber fehle.
Der Kanal kann dazu gedient haben, im Fjord stationierten Wikingerschiffen ein Auslaufen nach Westen zu ermöglichen und die Einfahrt in Großen und Kleinen Belt zu kontrollieren.[2]
Literatur
- Anne Nørgård Jørgensen: Nye undersøgelser af Kanhavekanalen på Samsø. Marinarkæologisk Nyhedsbrev 5. Roskilde 1995.
- Karsten Kjer Michaelsen: Politikens bog om Danmarks oldtid. Politiken, Kopenhagen 2002, ISBN 87-567-6458-8 (Politikens håndbøger) S. 102
Weblinks
- Foto ( vom 10. Oktober 2016 im Internet Archive)