Karen Aabye
dänische Schriftstellerin und Journalistin
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Karen Lydia Aabye (* 19. September 1904 in Kopenhagen; † 15. September 1982 in Bagsværd, Dänemark) war eine dänische Schriftstellerin und Journalistin.
Leben
Herkunft und Ausbildung
Karen Aabye war eine Tochter des Großhändlers Rudolph Christian Frederik Aabye (1859–1927) und der Franciska Maren Christine Petersen (1874–1961). Sie verbrachte ihre Jugendzeit in Kopenhagen und besuchte dort die Karen Kjær’s Schule.
Journalistische Tätigkeit
Seit 1929 arbeitete sie als Journalistin in Paris und verfasste in dieser Eigenschaft Beiträge für das Wochenmagazin Skandinaver i Paris. Nachdem sie 1932 wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt war, fand sie eine Anstellung als Redaktionssekretärin beim Politikens Lytterblad. 1936 verdingte sie sich bei der dänischen Tageszeitung Politiken, für die sie als Auslandskorrespondentin zuerst nach London, dann aber wieder nach Paris ging. Ab 1937 war sie schließlich dauerhaft als Mitarbeiterin der dänischen Tageszeitung Berlingske Tidende tätig.[1]
Werk
Frühwerk und Romane der 1940er Jahre
Aabye begann Ende der 1930er Jahre mit der Veröffentlichung literarischer Werke, in denen starke und einfühlsame Frauenfiguren dominieren. Ihr Romandebüt erschien 1939 unter dem Titel Det er langt til Paris (Es ist ein langer Weg nach Paris). Nach zwei weiteren Gegenwartsromanen veröffentlichte sie während des Zweiten Weltkriegs die historische Trilogie Det skete ved Kisum Bakke (Es geschah in Kisumbakke, 1942), Fruen til Kejsergaarden (Die Herrin von Kejsergaarden, 1943) und Vi der elsker Livet (Wir, die das Leben lieben, 1944). Es folgten der sich um das Zirkusleben drehende Roman Jupiter glemmer aldrig (Jupiter vergisst nicht, 1945) und Vi skal snart hjem (Wir gehen bald heim, 1946), in dem sie das Exil dänischer Flüchtlinge während der deutschen Besatzungszeit in Schweden thematisierte.[1][2]
Reisebücher
1949 erschien mit Dejligt at Amerika ikke ligger lang herfra (Das schöne Amerika ist nicht weit entfernt, 1949) Aabyes erstes Reisebuch. Ein weiteres Werk dieses Genres veröffentlichte sie unter dem Titel Irland, min tossede ø (Irland, meine verrückte Insel, 1963).[1]
Martine-Romanreihe
In den frühen 1950er Jahren veröffentlichte Aabye die im ländlichen Jütland des 19. Jahrhunderts angesiedelte Martine-Romanreihe. Im Mittelpunkt stehen Martine und ihr Sohn Janus, der nach dem Tod seiner Mutter nach Amerika auswandert. Zur Reihe gehören Martine (1950), Min søn Janus (Mein Sohn Janus, 1951), Brænd dine skibe (Verbrenne deine Schiffe, 1952), Det gyldne land (Das goldene Land, 1953) und Den røde dal (Rotes Tal, 1954).
Spätere Veröffentlichungen
Zu Aabyes späteren Werken zählen die fiktiven Biographien Grevinden af Bagsværd (Gräfin von Bagsværd, 1958) und Min bedstemor er jomfru (Meine Großmutter ist eine Jungfrau, 1965). 1968 erschien ihre Essay-Sammlung Fra mit skovhus (Von meinem Waldhaus, 1968).[1][2]
Rezeption im deutschsprachigen Raum
Die Werke der dänischen Schriftstellerin Karen Aabye wurden seit den 1950er Jahren in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Mehrere Romane erschienen in unterschiedlichen Ausgaben bei Verlagen in Deutschland und der Schweiz, darunter auch Buchclub-Editionen. Besonders häufig nachgewiesen sind die Titel Wir, die das Leben lieben und Martine.[3]
Literatur
- Uffe Andreasen: Aabye, Karen, in: Dansk biografisk leksikon, 3. Auflage, 1979–84
- Carsten Berthelsen: Karen, Aabye , in: Dansk kvindebiografisk leksikon