Karies-Impfstoff

Impfstoff gegen das Bakterium, das Karies verursacht From Wikipedia, the free encyclopedia

Ein Karies-Impfstoff (synonym Streptococcus-mutans-Impfstoff) ist ein experimenteller Impfstoff gegen den Auslöser von Karies, das Bakterium Streptococcus mutans.

Eigenschaften

Es gibt bislang keine zugelassenen Karies-Impfstoffe. S. mutans siedelt hauptsächlich außerhalb des Körpers im Mund, weshalb mit einer Impfung der Antikörper-Subtyp der Schleimhäute (Immunglobulin A) induziert werden soll. Als Antigene für einen Karies-Impfstoff werden die Virulenzfaktoren GTF (Glucosyltransferasen) und rPAc (Protein-Antigen c, ein Oberflächenprotein) untersucht.[1] Diese beiden Typen von Antigenen vermitteln die Saccharose-unabhängige bzw. -abhängige Anheftung an die Oberfläche von Zähnen.[1]

Experimentelle Karies-Impfstoffe umfassen Fusionsproteine des Proteins rPAc von S. mutans am C-Terminus der Flagellin-Mutante KFD2 aus Escherichia coli.[2] Bei diesem Fusionsprotein wurden die Proteindomänen D2 und D3 des Flagellins entfernt, weil die Proteindomänen D2 und D3 den Toll-like Rezeptor 5 (TLR5) aktivieren und bei der Impfung eine unerwünscht starke Immunantwort auslösen.[2] Ein weiterer experimenteller Karies-Impfstoff in Form eines DNA-Impfstoffs wird untersucht, der Gene für die Glucan-bindende Proteindomäne (GLU) von GTF und für zwei konservierte Bereiche von PAc enthält.[1] Daneben wird ein DNA-Impfstoff untersucht, der für PAc codiert.[3]

Geschichte

Der erste experimentelle Karies-Impfstoff wurde 1966 von M. A. Wagner publiziert.[4] Weitere frühe Versuche zur Erzeugung eines Karies-Impfstoffs wurden 1969 von W. H. Bowen[5] und A. N. Bahn[6] unternommen.[7]

Literatur

  • Richie Chhabra, Karan Rajpal: Caries vaccine: A boom for public health. In: Annals of Tropical Medicine and Public Health. 9, 2016, S. 1, doi:10.4103/1755-6783.168715.
  • S. Zhang: Dental caries and vaccination strategy against the major cariogenic pathogen, Streptococcus mutans. In: Current pharmaceutical biotechnology. Band 14, Nummer 11, 2013, S. 960–966, PMID 24372246.

Einzelnachweise

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