Karin Lesch

deutsch-schweizerische Schauspielerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Karin Lesch (* 18. Mai 1935 in Zürich, Schweiz; † 12. März 2025 in Wernsdorf, Königs Wusterhausen, Deutschland) war eine deutsch-schweizerische Schauspielerin.

Leben

Familiärer Hintergrund

Lesch entstammte einer Schauspielerfamilie. Sie war die Tochter der österreichischen Schauspielerin Mathilde Danegger und des Schweizer Regisseurs, Dramaturgen und Autors Walter Lesch. Ihre Großeltern waren die Schauspieler Josef Danegger und Bertha Danegger. Sie war außerdem die Nichte des Schauspielers Josef Danegger und des Opernsängers Theodor Danegger.

Mathilde Danegger emigrierte 1932 in die Schweiz und arbeitete dort beim Kabarett und am Zürcher Schauspielhaus. 1947 wanderte sie in die Bundesrepublik Deutschland aus und zog mit ihrer Tochter zunächst nach Wiesbaden. 1951 folgte ein Umzug nach Ost-Berlin. Durch die Vermittlung der Intendantin des Berliner Ensembles, Helene Weigel, fanden sie eine Wohnung in Eichwalde, wo Karin Lesch ihre Jugend verbrachte.

Karriere

Lesch wollte ursprünglich Pianistin werden. Nach einer Entzündung des Daumengelenks musste sie ihren Traum jedoch aufgeben und studierte an der Staatlichen Schauspielschule Berlin. Zur gleichen Zeit arbeitet dort auch ihre Mutter Mathilde Danegger als externe Lehrkraft. Nach dem Abschluss ihres Studiums 1958 spielte Lesch an Berliner Bühnen und bei der DEFA.[1][2][3][4] Später folgten Engagements am Hans Otto Theater in Potsdam und am Staatstheater Dresden. In Erinnerung geblieben ist ihre Verkörperung der Müllerstochter Marie an der Seite von Siegfried Seibt in dem Märchen Rumpelstilzchen,[5] das unter dem Titel Das Zaubermännchen verfilmt wurde. Diese Rolle hatte sie zuvor bereits am Potsdamer Theater gespielt.

Ihre wohl bekannteste Rolle ist ihre fein ironisch und voller Taktgefühl angelegte Königin in Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Der Schauspieler Rolf Hoppe, der in diesem Film den König spielte, hatte sich dafür ausdrücklich Lesch als Filmpartnerin gewünscht. Nach diesem Film blieb sie ganz beim Theater.[6]

Privates

Lesch war ab 1957 mit dem Regisseur und späteren DEFA-Generaldirektor Hans Dieter Mäde (1930–2009) verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder, Michael Mäde (1962–2023) und Anja Mathilde Wallocha.[7][8][9]

Lesch beendete 1977 ihre Schauspielkarriere und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Sie unterstützte seitdem ihren Mann, der von 1976 bis 1989 die Leitung der DEFA innehatte. Ab 1998 lebten sie gemeinsam im Harz. Nach dem Tod ihres Mannes zog Lesch 2011 in die Nähe ihrer Kinder nach Berlin und verbrachte ihre letzten Lebensjahre in einem Seniorenheim in Wernsdorf, einem Ortsteil der Stadt Königs Wusterhausen, wo sie am 12. März 2025 im Alter von 89 Jahren starb.[10]

Filmografie

Theater

Literatur

Einzelnachweise

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