Karin Nissen-Rizvani
deutsche Theaterdramaturgin, Theaterwissenschaftlerin, Schauspielerin und Künstlerische Leiterin
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Biografie
Nissen studierte Germanistik, Theaterwissenschaft, Pädagogik und Kunstgeschichte an den Universitäten in Kiel und Hamburg und schloss noch während des Studiums eine Schauspielausbildung mit der Bühnenreifeprüfung ab. Nach ihrem Magisterabschluss in Hamburg wechselte sie nach Berlin, wo sie an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Christoph Schlingensiefs Wahlkampfinszenierung Chance 2000 mitwirkte.[1]
Es folgten Stationen als Dramaturgassistentin am Grillo-Theater in Essen, als Dramaturgin am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg und als Chefdramaturgin am Theater Kiel. 2006 entschloss sie sich, ein Angebot von Jörg Schönert anzunehmen, und an der Universität Hamburg eine theaterwissenschaftliche Dissertation vorzulegen. Diese Arbeit mit dem Titel Autorenregie wurde mit Auszeichnung angenommen und 2011 im transcript Verlag als Buch veröffentlicht. Anschließend arbeitete sie als Koordinatorin für Schauspieltheaterregie an der Theaterakademie Hamburg, bis sie 2012 als Professorin für Theater im Sozialen und zeitgenössische Ästhetik an die Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg berufen wurde. Als sie 2014 ein Angebot des Stadttheaters Bremerhaven erhielt, dort als Schauspielleitung zu arbeiten, wechselte sie wieder in die künstlerisch-praktische Arbeit, wo sie bis zum Ende der Spielzeit 2015/16 tätig war. nach einer freiberuflichen Tätigkeit in Hamburg nahm sie Ende 2018 das Angebot des Theaters Osnabrück an, zunächst als freie Dramaturgin, kurz danach fest, im Ensemble zu arbeiten. Die von ihr initiierte und dramaturgisch betreute Inszenierung IKI.radikalmensch erhielt eine Einladung zu den Mülheimer Theatertagen 2020 und zum Festival Junge Stücke in München. Zum 1. März 2020 übernahm sie die Künstlerische Leitung des Klabauter Theaters in Hamburg, einem Theater mit einem Ensemble aus Menschen mit Beeinträchtigung, wo sie mit Regieteams aus der Freien Szene und mit eigenen Inszenierungen einen zeitgenössischen Spielplan mit drei bis vier neuen Inszenierungen im Jahr herausbrachte. Zu den eigenen Regiearbeiten gehörten Mythen der Zweckmäßigkeit (Mai 2021), 2050 - Ein Ensemble verspielt die Zukunft (Mai 2022) und Toxic Affairs (Februar 2025) und der Kurzfilm #IchBinKim (September 2024) Zum 30. September 2025 entschied sie sich wieder für die freiberufliche Arbeit als Dozentin und Theaterkünstlerin. Zu den ersten geförderten Kunstprojekten gehört die Austauschwoche mit 5 Künstlern aus Marseille, die unter dem Titel Arrivée Vague | Unknown Arrival vom 16.–22. Mai 2026 in Hamburg stattfinden soll.[2]
Erfolge
Veröffentlichungen (Auswahl)
- mit Martin-Jörg Schäfer (Hrsg.): TogetherText – Prozessual erzeugte Texte im Gegenwartstheater, Berlin 2020, Verlag Theater der Zeit (Recherche 155), ISBN 978-3-95749-303-3
- Autorenregie. Theater und Texte von Sabine Harbeke, Armin Petras/Fritz Kater, Christoph Schlingensief und René Pollesch, Bielefeld 2011, transcript verlag
- Teatr autorski. Analiza Rosebud Chrizopha Schliengensiefa. In: Malgorzata Leyko, Arthur Pelka (Hrsg.) Dramat po dramacie (übersetzt ins Polnische) Lodz 2012.
Weblinks
- #IchBinKim Kurzfilm Ich bin Kim (18 Minuten)