Karl-Hermann Wegner
deutscher Historiker, Gründer und langjähriger Direktor des Stadtmuseums Kassel
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Karl-Hermann Wegner (* 5. Juni 1941 in Kassel) ist ein deutscher Historiker, Gründer und langjähriger Direktor des Stadtmuseums Kassel.
Leben und Werk/Wirken
Nach dem Abitur am Friedrichsgymnasium Kassel und seinem Wehrdienst (Leutnant d. R.) in Süddeutschland studierte Wegner Kunstgeschichte, allgemeine Geschichtswissenschaft, Romanistik und Pädagogik an der Philipps-Universität Marburg, Poitiers (Frankreich) und Berlin (1. Staatsexamen 1968). 1962 wurde er Mitglied der Marburger Burschenschaft Rheinfranken,[1] und nach seinem Examen Alter Herr[2]. 1967–1973 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für mittelalterliche Geschichte der Philipps-Universität Marburg. Nach Referendariat und zweitem Staatsexamen 1975 arbeitete Wegner als Gymnasiallehrer an verschiedenen Schulen in der Region Kassel und als Hilfsdezernent im Regierungspräsidium Kassel. 1979 begann Wegner im Auftrag der Stadt Kassel, ein stadthistorisches Museum aufzubauen.[3] Das Stadtmuseum Kassel leitete er bis zu seiner Pensionierung 2006 als Direktor[4].
Wegner engagierte sich für den Denkmalschutz. Er war Mitglied im Denkmalbeirat der Stadt Kassel (1976–1990) und seit 1975 in der Vorstandsarbeit für den Verein für hessische Geschichte und Landeskunde (Landesvorsitz 2006–2018) tätig. Ab 1976 übte er mit Vorlesungen, Seminaren, Vorträgen und Exkursionen regelmäßig Lehraufträge an der Gesamthochschule/Universität Kassel und der Volkshochschule Kassel aus. Seit 1985 ist Wegner Mitglied der Historischen Kommission für Hessen.
Wegner wurde u. a. 1988 mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen, 2001 mit der Goldenen Verdienstmedaille des Kurhessischen Handwerks und 2006 mit der Stadtmedaille der Stadt Kassel ausgezeichnet[5].
Sein jüngerer Bruder ist der Archäologe und Hauptkonservator Hans-Helmut Wegner.
Schriften/Ausstellungen
Schriften (Auswahl):
- Studium und Stipendium in Hessen vor der Reformation. Marburg 1977.
- Kassel. Ein Stadtführer. Kassel 1981.
- 300 Jahre Hugenotten in Hessen: Herkunft und Flucht, Aufnahme und Assimilation, Wirkung und Ausstrahlung (Ausstellungskatalog). Kassel 1985.
- Bilder aus der Synagoge (in Kassel). Nach der Natur gezeichnet von Wilhelm Thielmann (1858-1924). Einleitung von Esther Haß, Aufsatz und Bilderläuterungen von Karl-Hermann Wegner. Kassel 1991
- „Lust-Reisen nach Cassel“: Ein Göttinger Student berichtet aus Kassel zur Zeit der Französischen Revolution. Kassel 1991.
- Kassel 1955: Die Stadt im Jahr der ersten documenta. Marburg 1992.
- Kurhessens Beitrag für das heutige Hessen. Wiesbaden 1999.
- zusammen mit Heide Wunder und Christina Vanja (Hg.): Kassel im 18. Jahrhundert. Kassel 2000.
- Synagogen in Kassel (Ausstellungskatalog). Marburg 2000.
Ausstellungen (Auswahl):
- 300 Jahre Hugenotten in Hessen (1985)
- Konrad Z. Chronik eines unauffälligen Lebens (1991)
- Leben in Ruinen. Kassel 1943–1948 (1993)
- Synagogen in Kassel (2000)
- Neu-Kasseler aus dem Mittelmeerraum (2002)
- Mit 100 Sachen durch 1000 Jahre Stadtgeschichte (2006)
Sonstiges:
- Mitwirkung an der Dokumentation der französischen Filmemacherin Catherine Bernstein: Kassel, 30er Jahre: Eine deutsche Trilogie
- Podcast über das historische Kassel vor dem Zweiten Weltkrieg
- (Gründungs-)Mitglied in zahlreichen Vereinen, u. a. des Vereins zur Förderung der Gedenkstätte Breitenau https://gedenkstaette-breitenau.de/, des Museumsvereins Kassel https://museumsverein-kassel.de/, des Fördervereins Glas der Vernunft https://www.glas-der-vernunft.de/, sowie seit 1981 Ehrenritter des Johanniterordens[6]
- Zu seinem 60. Geburtstag erschien die Festschrift Geschichte lebendig gemacht. Karl-Hermann Wegner zu Ehren: Sieben Vorträge eines Symposiums. Hrsg. von Rainer Olten. Kassel 2002