Karl Berkemeyer
deutscher Politiker
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Leben
Sein Vater Friedrich Berkemeyer, ein Schreiner[1], stammte aus Kamen, wo die Familie seit 1700 einen Bauernhof gegenüber der Lindhorststraße und später am Westende der Otto-Prein-Str. hatte.[2][3] Aus seiner Ehe mit Josefine Nordmann gingen vier Kinder hervor, von denen zwei in den Weltkriegen fielen.[4] Er hatte eine Enkelin.[5] Während der Luftangriffe auf Dortmund hielt er sich einige Jahre bei Verwandten im bayerischen Ziertheim auf.[6]
Politische Laufbahn

Berkemeyer besuchte die Volksschule, absolvierte 1885 sein Abitur an der Städtischen Gewerbeschule in Dortmund und machte dann eine kaufmännische Lehre.[7] Danach war hauptberuflich Kaufmann und führte bis zu seinem Einstieg in die Politik eine Gastwirtschaft in der Schützenstraße in Dortmund (Firma „Heinrich Carl Berkemeyer, Weinhandlung, Destillation und Schankwirtschaft“[8]), die dann in den 1920er Jahren fortan von seiner Frau Josefine Nordmann betrieben wurde.[9] 1921 bis 1933 war er Mitglied der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund. Zunächst nahm er 1914[10] bis 1925 sein Amt als Gemeindevertretungsmitglied, d. h. Verordneter der Stadt Dortmund wahr. Erst Angehöriger der Nationalliberalen Partei (NLP)[11], trat er bei der Wahl zur Preußischen Landesversammlung am 26. Januar 1919 im Wahlkreis 18 erfolglos für die DNVP an und wechselte dann zur Deutschen Volkspartei (DVP), bei der er als nationalliberal Gesinnter[12] in der Weimarer Republik bis März 1928 blieb. Für die DVP hatte er in Dortmund schon am Ende 1918 einen Aufruf unterzeichnet.[13] 1921 bis 1925 und erneut 1930 bis 1932 ist er im Wahlkreis Dortmund-Stadt Mitglied des Provinziallandtags der Provinz Westfalen gewesen. Er war zwischen 1924 und 1928 Mitglied des Preußischen Landtages. Ab 1930 war er Mitglied der Wirtschaftspartei.[14] Bis 1933 war Berkemeyer auch Mitglied des preußischen Staatsrates, trat dort gleichzeitig als Mitglied der CNBL (Landvolkpartei) auf.[15] Schließlich kehrte er ein Jahr später fraktionslos in die Gemeindevertretung seiner Heimatstadt für drei weitere Jahre zurück.[16] Den Verkehrsverein Dortmund e.V. begründete er mit, war erster Vorsitzender des Haus- und Grundbesitzervereins Dortmund e.V. sowie Mitglied im Vorstand der Städtischen Sparkasse Dortmund.[17]
Literatur
- A. Berckemeyer-Billmann (Hrsg.): Geschichte der Familie Berckemeyer, 1385-1929. Osnabrück 1929, S. 8.
- J. Häming, A. Bruns (Hrsg.): Die Abgeordneten des Westfalenparlaments 1826–1978. Nachtrag. (= Westfälische Quellen und Archivverzeichnisse. Band 9). Münster 1978, S. 30, 182.
- K. Jaspers, W. Reininghaus: Westfälisch-lippische Kandidaten der Januarwahlen 1919. Eine biographische Dokumentation. (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. Neue Folge 52). Aschendorff, Münster 2020, ISBN 978-3-402-15136-5, S. 38f.
- A. Kempkes: Deutscher Aufbau: nationalliberale Arbeit der Deutschen Volkspartei. Berlin 1927, S. 312.
- J. Lilla: Der Preußische Staatsrat 1921–1933. Ein biographisches Handbuch. Mit einer Dokumentation der im „Dritten Reich“ berufenen Staatsräte. (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 13). Droste, Düsseldorf 2005, ISBN 3-7700-5271-4, S. 12.
- P. H. Mertes: 100 Jahre Industrie- und Handelskammer zu Dortmund, Umrisse der Geschichte einer Ruhrhandelskammer 1863–1963. Dortmund 1963, S. 53.
- R. Neuhaus, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Methler (Hrsg.): 1100 Jahre Methler, Spurensuche in alten Urkunden. Kamen-Methler, 1998, S. 381.
- Preußischer Staatsrat, Protokolle und Drucksachen, Stenographische Berichte. Bd. 24: Sitzungsprotokolle 1930. Berlin 1930, Spalte 420–423 (Sitzung am 3. Oktober 1930).[18]
- U. Rennspiess: Von der Weltwirtschaftskrise zur Gleichschaltung: Stadtgeschichte und Kommunalpolitik Kamens, 1929–1933. Essen 1992, S. 118.
- W. Schleef: Hundert Jahre, 1855–1955, Geschichte der Loge Zur Alten Linde in Dortmund. Dortmund 1955, S. 64.
- H. Schultz: Preußens Osten – Polens Westen: das Zerbrechen einer Nachbarschaft. Berlin 2001, S. 259.
- F. Thalmann: Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet während der Weimarer Republik. Berlin 1996, S. 126, Fn. 2.[19]
- G. Wenzel: Deutscher Wirtschaftsführer. Hamburg 1929, S. 61.
