Karl Böhm (Ingenieur)

deutscher Ingenieur From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Böhm (* 13. Dezember 1885; † 5. Juli 1956) war ein deutscher Ingenieur.

Werdegang

Böhm wuchs in Au bei Waltenhofen als Sohn eines Sägewerksbesitzers auf, der ein Wasserkraftwerk betrieb.[1] Im Jahr 1920 war Böhm Gründungsgesellschafter des Allgäuer Überlandwerks (AÜW) und wurde bei Gründung zum Geschäftsführer der Gesellschaft bestellt. Weiteres Gründungsmitglied war der Oberbürgermeister Kemptens Otto Merkt. Unter Böhms Leitung wurde das Versorgungsgebiet kontinuierlich erweitert. Neben dem Ankauf von Kraftwerken an Iller und Lech entstand 1951 bei Füssen ein neues Kraftwerk. Er entwarf die Pläne für den Rottachspeicher und das Dampfkraftwerk in Peißenberg. 1955 wechselte er in den Verwaltungsrat des Unternehmens.

Böhm trat zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.566.697).[2] Daneben war er auch 1944/45 im Beirat der Gauwirtschaftskammer tätig, von 1933 bis 1939 förderndes Mitglied der SS sowie Mitglied einiger anderer NS-Organisationen. Er rechtfertigte seinen Parteieintritt später damit, dass ihm nach den Korruptionsvorwürfen aus der NSDAP-Ortsgruppe gegen ihn und Oberbürgermeister Merkt, sie hätten sich am Vermögen des AÜW bereichert, im Jahr 1933 nichts anderes übriggeblieben sei, als der Partei beizutreten. Sein Verhalten während der Zeit des Nationalsozialismus ist ambivalent. Böhm nötigte seine Mitarbeiter, in die Deutsche Arbeitsfront einzutreten. Außerdem verbot er seinen Mitarbeitern den Einkauf in jüdischen Geschäften. Andererseits kann man bei ihm aber auch (teil-)oppositionelles Handeln erkennen. Böhm unterstützte eine antisemitisch Verfolgte in seinem Betrieb. Bei einer anderen Mitarbeiterin, die wegen „Heimtücke“ angeklagt werden sollte, konnte er ein Verfahren abwenden.[3]

Ehrungen

Literatur

  • Karl Ritter von Klimesch (Hrsg.): Köpfe der Politik, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft. Verlag Johann Wilhelm Naumann, Augsburg 1951, o. S.

Einzelnachweise

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